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Carolina


Glück im Unglück
Carolina lebte mit ihrer Mutter und zwei Geschwistern in einem Industriegebiet in der Nähe von Cagliari im Süden Sardiniens. Ein netter Mann, dessen ganze Familie sehr tierlieb ist, fütterte sie und noch andere Streuner in dieser Gegend. Alle Hunde dort sind - wegen ihrer schlechten Erfahrung mit den anderen Menschen, die dort arbeiten - sehr scheu. Keiner lässt sich anfassen. Und immer wieder werden Hunde von den Lastwagen, die dort durchdonnern, überfahren. So geschah es auch mit den Geschwistern von Carolina, beide sind tot. Eines Tages erwischte es auch Carolina, aber sie hatte Glück, dass sie schwerverletzt von dem netten Mann gefunden wurde, der sie mitnahm und zum Tierarzt brachte. Nach der Erstversorgung kam Carolina dann in die Familie, wo sie liebevoll umsorgt und aufgepäppelt wurde. Die ersten Bilder zeigen sie etwa vier Wochen nach dem Unfall. Sie hatte sich zu dem Zeitpunkt schon gut erholt, alle Wunden waren verheilt, nur ihr rechtes Vorderbein - wie deutlich zu sehen ist - war wie ein Fremdkörper ohne jede Funktion. Der Tierarzt vor Ort sah keine Möglichkeiten außer einer Amputation, aber das wollte die Familie auf keinen Fall auf Sardinien machen lassen. Sie selbst konnten die junge Hündin leider nicht behalten. Aber wer würde dann auf Sardinien eine dreibeinige Hündin aufnehmen und ihr ein gutes Leben schenken wollen? Sie wussten niemanden, dem sie die Kleine hätten anvertrauen wollen. Und so wandten sie sich hilfesuchend an uns.

Während unserer Gruppenreise im Oktober 2012 verabredeten sie sich mit uns bei Sandra in Sassari. Sie kamen extra aus Cagliari angefahren, um uns Carolina vorzustellen. Völlig verängstigt lag Carolina im Auto - man konnte ihr ansehen, dass sie sehr gestresst war, weil sie nicht wusste, wie ihr geschah. Um sie nicht unnötig noch weiter zu beunruhigen, ließen wir sie auch im Auto, und so konnten wir auch keine anderen Fotos von ihr machen. Aber wir hatten genug gesehen, und versprachen der Familie, Carolina nach Deutschland zu holen.


Nach den entsprechenden Ausreisevorbereitungen konnte Carolina dann nach Deutschland fliegen, wo sie sofort zu unserer Tierärztin in die Klinik kam. Natürlich war unsere Hoffnung, dass das Beinchen gerettet werden könnte. Überlegungen, das Bein durch eine Orthese zu stützen, standen im Raum. Aber die intensiven Untersuchungen zeigten sehr schnell, dass es dazu keine Möglichkeiten gab. Bei dem Unfall war das komplette Nervengeflecht im Schulterbereich abgerissen, und da bislang auch nicht die geringste Regeneration erfolgt und das gesamte Bein ohne jegliches Gefühl war, bestand keinerlei Chance, die Funktionsfähigkeit wieder herzustellen oder durch ein Hilfsmittel zu unterstützen. Auch zeigte sich, dass Carolina ausschließlich ihre drei gesunden Beine nutzte und dieses Vorderbein nur noch wie ein lästiges Anhängsel mit sich herumschleppte, das auch immer wieder zur Gefahr für sie wurde. Da sie sich sehr sicher und souverän auf ihren drei Beinen bewegte, hinderte sie das nicht am fröhlichen Toben und Spielen, und immer wieder geschah es, dass sie mit dem gefühllosen Bein hängenblieb und stürzte. Das bestärkte uns bei der Entscheidung, dass Carolina auf drei gesunden Beinen ein besseres Leben haben konnte als mit vieren, von denen eines nur im Weg war.


Carolina hat die Operation wunderbar überstanden. Und nicht nur das: Sie entwickelt eine Lebensfreude, die wir bei der schüchternen Hündin nicht vermutet hätten. Sie tobt und spielt und steigt Treppen völlig ohne Probleme und wieselflink, und wer nicht weiß, dass ihr ein Vorderbein fehlt, wird erst auf den zweiten Blick erkennen, dass dieses Energiebündel "behindert" ist. Wenn erst einmal das Fell nachgewachsen ist, wird sie eine wunderschöne, junge Hündin sein. Schauen Sie sich diese Bilder im Schnee an: Sieht so eine Hündin aus, die "behindert" ist? Wir meinen, dieses strahlende Gesicht spricht Bände ...

Selbstverständlich haben wir Carolina gern geholfen und würden es immer wieder tun. Doch als kleiner Verein mit nur wenigen Mitgliedern und Spendern wissen wir auch, dass wir diese Hilfe nicht aus alleiniger Kraft stemmen können. Trotz tierschutzfreundlicher Konditionen stehen doch für alle Untersuchungen, Medikamente und die Operation über 800 Euro Kosten im Raum.

Damit wir weiterhin für Notfälle da sein können, brauchen wir Ihre Hilfe. Bitte spenden Sie für Carolina, der durch die Operation ein neues, unbeschwertes Leben ermöglicht wurde.

08. Juli 2014
Wir freuen uns sehr: Seit heute ist es amtlich, dass sie ihr Glück gefunden hat. Sie darf in ihrer Pflegefamilie bleiben. Als nun nach langer Zeit mehrere Anfragen für sie kamen, fiel die Entscheidung, der lieben, aber nach wie vor scheuen Hündin, die sich so eng an ihre Pflegefamilie, insbesondere das Pflegefrauchen, angeschlossen hat, keinen Umzug und den damit verbundenen Stress zuzumuten. Dafür danken wir der Familie von ganzem Herzen.

Auch wenn die Kosten, die wir für Carolina hatten, nicht annähernd durch Spenden ausgeglichen werden konnten, entlassen wir Carolina nun aus der Rubrik der "Notfellchen". Wir freuen uns, dass sie jetzt ihren Platz unter "Zuhause gefunden" einnehmen darf.





 

 
 
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