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Marieddu (07.01.)


Das Kennenlernen von Marieddu war auch für uns sicher einer der schockierendsten und bewegendsten Momente unserer langjährigen Tierschutzarbeit. Wir lernten ihn auf unserer Oktoberfahrt kennen, als wir eine Helferin vor Ort besuchten. Sie bat uns um Hilfe für einen Jagdhund, der von seinem Besitzer eigentlich erschossen werden sollte, weil er zur Jagd nicht mehr taugte. Unsere Helferin schaffte es jedoch, dass er ihr den Hund überließ. Als sie uns zu Marieddu führte, waren wir fassungslos, zutiefst bewegt und beschämt ob dem, was ein Mensch mit einem anderen Lebewesen ohne jegliche Skrupel und ohne jegliches Mitleid anstellt. Marieddu lag einfach bewegungslos in der Ecke, er traute sich noch nicht einmal, auch nur ansatzweise in unsere Richtung zu schauen. Er war übersät mit offenen Wunden, er muß von dem Jäger unendlich verprügelt und mißhandelt worden sein. Überall standen seine Knochen heraus, er muß schon sehr lange Zeit nichts mehr zu fressen bekommen haben. Auch wir, die wir in den vielen Jahren auf Sardinien schon viel gesehen hatten, mußten mit den Tränen kämpfen, doch sie flossen trotz des Versuchs, uns zu beherrschen - zu schlimm war der Anblick dieses armen Wesens. Wie herzlos kann ein Mensch sein?

Dank einer sehr lieben Spenderin für einen Flug und dank einer sehr versierten und liebevollen Pflegestelle konnten wir Marieddu Ende November nach Deutschland holen. Auch hier zeigte er allertiefste Demut gegenüber dem Menschen. Er erstarrte bei dem Versuch, ihn zu berühren. Marieddu, der auf seiner Pflegestelle nun liebevoll Basti genannt wird, lag tagelang nur in seinem Korb und versuchte irgendwie unsichtbar zu sein. Über andere Hunde freut er sich, steht jedoch ganz am Ende der Hierarchie. Schnell war klar, dass der kleine Rüde starke Schmerzen im Ohr haben muss. Eine Untersuchung ergab, dass er eine sehr schwere Ohrenentzündung hat, die ihm unendlich weh tun muss. Bilder hiervon möchten wir Ihnen an dieser Stelle ersparen. So entschlossen wir uns, schnell eine OP durchführen zu lassen, damit er wenigstens körperlich so schnell wie eben möglich Erholung finden kann.


Am 08.12. wurde Marieddu in der Klinik operiert. Sein linkes Ohr war in einem extrem schlimmen Zustand. Besonders schlimm aber war seine Angst, als er aus der Narkose erwachte. Er schrie vor Angst und es zerriss allen Anwesenden einfach das Herz, denn der kleine Mann kann natürlich noch nicht unterscheiden, dass ihm nun geholfen werden soll. Er hatte einfach eine Todesangst. Einige Tage wird er nun noch zur Nachsorge in der Klinik bleiben müssen und wir hoffen inständig, dass seine Seele nicht noch mehr leidet. Doch ohne diese OP wäre Marieddus körperlicher Zustand aufgrund der schweren Entzündung bestimmt sehr bald ganz schlimm gewesen und eine Erholung fast nicht möglich.

20. Dezember 2011:


Marieddu hat die OP gut überstanden und ist bereits wieder in seinem Pflege-Zuhause zurück. Und es zeigt sich, dass der arme kleine Kerl wahnsinnige Schmerzen gehabt haben muss. Denn er zeigt sich seitdem von einer anderen Seite. Endlich schmerzfrei beginnt er nun, das Leben zu genießen, läuft aufmerksam auf Spaziergängen mit und saugt glücklich sein neues Leben in sich auf. Wir sind so glücklich, dass wir Marieddu endlich helfen konnten, auch wenn der Weg für ihn bis hier ein sehr schwerer Gang war.

Wir suchen nun für diesen bildhübschen Rüden Menschen mit einem ganz, ganz großen Herzen und sehr, sehr viel Geduld. Menschen, die ein wenig von dem gut machen können, was man ihm in seinem bisherigen Leben an Greueltaten angetan hat. Ein sicherer Zweithund wäre für Marieddu bestimmt eine sehr große Hilfe. Wir vermitteln bundesweit.


07. Januar 2012:
Wir sind mehr als glücklich, dass für den kleinen Marieddu das neue Jahr gleich damit beginnt, dass er ein Zuhause fürs Leben gefunden hat. Seine neue Familie ist heute 600 km gefahren, um ihren Basti in die Arme schließen und mit nach Hause nehmen zu können. Er lebt jetzt an der Seite einer alten Hundedame in Gelsenkichen. Ebenfalls mit von der Partie sind zwei Katzen, vor denen Basti doch noch viel Respekt hatte, und ein Wellensittich. Die ersten Rückmeldungen sind sehr positiv, alles hat gut geklappt und nun kann Bastis neues Leben endgültig beginnen.

Wir möchten hier auch seiner Pflegemama noch einmal von ganzem Herzen Danke sagen. Eva, danke für deinen unermüdlichen Einsatz gerade für unsere Notfellchen. Mit deinem medizinischen Wissen und vor allem deiner Liebe und deiner Geduld hast du schon vielen unserer Notfelle zu einem Zuhause verholfen. Wir wissen, wie schwer es gerade bei Basti für dich war, ihn wieder gehen zu lassen. Doch trotzdem hast du ihn in sein endgültiges Zuhause gegeben in dem Wissen, dass er von nun an behütet leben wird. Du hast es möglich gemacht, dass er von seinen unsagbaren Schmerzen befreit wird und hast ihm geholfen und dabei begleitet, die ersten Schritte in ein neues und glückliches Leben zu gehen.

03. März 2012:


Heute erreichten uns tolle Bilder und ein paar nette Zeilen von Basti. Der kleine Racker hat sich prächtig entwickelt und geht nun auch schon fleißig in die Hundeschule. Gelernt hat er dort zwar noch nichts, aber er hat bis kurz vorm Umfallen mit anderen Hunden herumgetollt. :-)

Die Angst, besonders in neuen Situationen, ist immer noch groß. Sie ist vergessen, wenn er morgens ins Bett springt und mit großer Begeisterung kuschelt. Dann kann man alles mit ihm machen, ihn überall streicheln und auch ein bisschen hochheben.
Wenn die Familie etwas länger weg war, springt er ihnen zur Begrüßung regelrecht auf den Schoß bzw. auf den Arm und legt sich auf den Rücken und lässt sich am Bauch kraulen. Bei der Verteilung von Streicheleinheiten drängt er Hundefreundin Trixie ab, was sie mit empörten Bellen kommentiert. Das ist immer ein Spektakel! :-)

Wir freuen uns sehr, dass es ihm in seiner neuen Familie sichtlich gut geht und er alle Herzen erobert hat.
 
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