Pelles Schicksal war eigentlich schon besiegelt: der Amtsarzt des Canile Arzachena hat ihr keine Chance mehr gegeben, sie war schon zu schwach, abgemagert und ihre offenen Wunden waren entsetzlich. Trotzdem hat sie auf unserer diesjährigen Gruppenreise im April in ihrem Gehege einen lieben und freundlichen Eindruck gemacht und sich sehr über jegliche Aufmerksamkeit gefreut. Unsere eigene (mitgereiste) Tierärztin hat sich sofort an die Erstversorgung gemacht. Und trotzdem für alle von uns klar zu erkennen war, dass Pelle sehr krank ist, hat es uns nicht davon abgehalten, ihr eine Chance auf ein neues Leben, Schmerzfreiheit und etwas Freude zu ermöglichen: schon 3 Wochen später durfte sie ausreisen und wurde erst einmal in der Tierklinik in Heidelberg erstversorgt.
Bei der Pflegefamilie angekommen, hat sie sich recht schnell in den Familienalltag mit Kleinkind, Hund und Katze eingelebt. Das zeigte uns auch, dass Pelle einmal eine Familie gehabt haben muss ... aber wie so oft in Sardinien werden Tiere, die krank werden, einfach ausgesetzt. Und so wurde auch Pelle entsorgt, alleine gelassen und Ende 2012 in der Nähe von Arzachena streunend aufgegriffen.
Nachdem sie über den Sommer liebevoll aufgepäppelt wurde und auch die Medikamente gut angeschlagen haben, geht es weiter ständig aufwärts. Pelle hat inzwischen 10 kg zugenommen, hat sich zu einer lebenslustigen, tollpatschigen und freundlichen Hündin entwickelt. Sie hat ihren eigenen Kopf, liebt Spaziergänge, den Garten und jegliche Schmuseeinheit. Sie konnte am Anfang kaum sitzen und schnell gehen - heute rennt sie die Wiesen und Hügel auf und ab, immer auf der Suche nach einem Mauseloch :-) Ihr Fell ist nachgewachsen, glänzend und schön, sie hat keine offenen und blutigen Stellen mehr. Ihrer Pflegefamilie gegenüber ist sie sehr aufgeschlossen und anhänglich, Fremden gegenüber ist sie erst einmal misstrauisch, was sich aber legt, sobald sie Vertrauen gefasst hat. Sie hat sich total in den Alltag integriert, freut sich auf die täglichen Spaziergänge, schläft aber tagsüber wenn die Pflegemama arbeitet im Körbchen im Arbeitszimmer oder mit Pflegeschwester und Pflegekaterbruder auf dem Sofa. Geht es einmal in die Betreuung (Urlaub oder Geschäftsreisen), klappt es auch da nach anfänglicher Zurückhaltung sehr gut und sie genießt die Gesellschaft der anderen Hunde.
Pelle wird ihr Leben lang Medikamente brauchen, auch erfordert die Leishmaniose eine gewisse Konsequenz bei Fütterung und Vorsorge. Aber im täglichen Leben merkt man es ihr nicht an, dass sie krank ist. Pelle sucht ein schönes und nettes Endzuhause, idealer Weise mit eingezäuntem Garten, gerne mit anderen Hunden oder Katzen, in dem sie auch weiterhin erfahren darf, was für ein tolles Hundeleben man führen kann. Mit viel Geduld, Liebe und Aufmerksamkeit kann Pelle auch noch einiges lernen. Einfache Kommandos wie „sitz“ und „komm“ kann sie schon, hat aber sicherlich noch Spaß, sehr viel mehr zu lernen. An der Leine geht sie wunderbar (auch frei), Autofahren ist kein Problem.
Wenn Sie Pelle eine Chance und ein liebevolles Zuhause schenken möchten, freuen wir uns über Ihre Nachricht.
28. Januar 2014: Die in Sardinien schwer erkrankte Pelle, wurde von einer unserer Helferinnen aufgenommen und mit Hilfe unserer Vereinstierärztin so gut versorgt und behandelt, dass sie wieder ein rundum fröhlicher Hund geworden ist, trotz ihrer Leishmanioseerkrankung. Die Pflegefamilie hat sich sehr gut um Pelle gesorgt und sie immer mehr in ihr Herz geschlossen. Da die Chancen auf eine gute Familie bei solchen Hunden fast gegen Null geht und Pelle eine so liebe dankbare Hündin ist, darf sie nun für immer bei ihrer Pflegefamilie bleiben. Dafür danken wir von ganzem Herzen.