Leonas lebte sein bisheriges Leben auf einem alten Fabrikgelände im Süden Sardiniens. Ab und an wurden ihm Essensreste hingeworfen, doch leider gab es einige Anwohner, die sich von Leonas Anwesenheit gestört fühlten. Er sollte also weg, und was das heißt, das wissen wir ...
Um ihm das Elend in einem Canile zu ersparen, hat ihn unsere Kollegin zu sich genommen. Nun wartet er auf seine eigene Familie, bei der er glücklich werden darf.
12. August 2014
Leonas zeigte sich bei seiner Ankunft auf der deutschen Pflegestelle als kleines, zitterndes Häufchen Elend, doch bereits nach wenigen Minuten war die Neugier des Kerlchens größer als seine Skepsis und er wagte den ersten Kontakt mit seiner neuen Pflegefamilie.
Leonas lebt nun seit etwa einer Woche in seiner neuen Umgebung, hat den Reisestress hinter sich gelassen und ist für diese kurze Zeit bereits ein recht zutraulicher, netter und neugieriger Hund geworden. Seinen Pflegeeltern vertraut Leonas schon blind und da wo sie sind, will auch er sein.
Die Ängste, die Leonas anfangs noch beim Gassi gehen gezeigt hatte (Angst vor sämtlichen LKWs und lauten Motorrädern), haben sich größtenteils gelegt und sein Pflegefrauchen schwärmt von ihm, dass sie noch nie so einen lieben Hund erlebt hat. Provokationen durch Artgenossen geht er souverän aus dem Weg, indem er einfach mit hoch erhobenem Kopf weiterläuft und sich gar nicht weiter um die anderen Hunde schert, die ihn so unhöflich von der Seite anblaffen :-)
Auf fremde Menschen reagiert Leonas noch etwas zurückhaltend und skeptisch. Vor allem, wenn es zu viele auf einmal sind. Man muss mit ihm halt ein wenig Geduld haben, aber sobald er sich an die neuen Menschen und das neue Umfeld gewöhnt hat, ist er genau so, wie seine Pflegefamilie ihn auch ansonsten täglich erlebt: unglaublich lieb und neugierig.
Wie so ziemlich jeder Hund liebt Leonas die Natur. So oft es geht möchte er mit seinen Pflegeeltern raus. Zu Beginn musste er noch animiert werden sich auf die Straße zu trauen, aber mittlerweile kommt er selbst mit der Leine zwischen den Zähnchen an und bettelt darum, eine weitere Gassirunde im Grünen zu drehen. Ideal wäre für Leonas eine Familie mit Garten die darüber hinaus auch selber viel Freude daran hat, lange Spaziergänge zu unternehmen und die gerne mal für eine intensive Spielrunde zu haben sind.
Wir hoffen sehr, dass Leonas bald eine nette Familie findet, die ihn genau so lieb hat wie seine Pflegefamilie und die genügend Geduld aufbringen kann, um Leonas alles Neue zu zeigen und die ihm in seiner "neuen Welt" jederzeit ein sicheres Gefühl geben können.
13. September 2014:
Der schüchterne Leonas hat es geschafft eine ganz nette Familie für sich zu gewinnen. Nach mehrmaligen Besuchen durfte Leo, wie er liebevoll genannt wird nach, Ilsfeld umziehen. Dort wohnt er mit seiner Familie in einem Haus mit Garten.
Die ersten Zeilen aus dem neuen Zuhause hören sich richtig gut an: "Leo ist ein ganz toller Hund. Wir sind wirklich froh, dass wir uns doch für ihn entschieden haben. Es klappt einfach alles super mit ihm. Wir sind völlig beeindruckt von seinem Wesen und seinen Eigenschaften. Er macht "Sitz", kommt auf Zuruf, setzt sich während dem Essen auf sein "Plätzle", ist absolut freundlich und das Spazieren gehen mit ihm macht uns viel Freude. Wir laufen immer noch mit der Schleppleine und werden dies auch noch die nächsten 2 Wochen tun. Auf mich ist er besonders fixiert. Er ist so zu sagen "mein zweiter Schatten".
Am Wochenende war er das erste mal für 2 Stunden alleine und gestern und heute auch. Am Anfang hört man ihn noch ein wenig winseln, aber dann ist er ruhig und legt sich vermutlich auf seinen Platz oder aufs Sofa. ;-)
Die Kinder haben wirklich sehr rücksichtsvoll auf ihn reagiert und sind sehr zurückhaltend im Umgang mit ihm. Ich bin froh, dass sie verstanden haben, dass Leo zu Beginn einfach etwas Zeit gebraucht hat. Mittlerweile ist er im Haus überhaupt nicht mehr ängstlich und außerhalb nur dann, wenn Personen direkt auf ihn zu kommen oder von ihm etwas wollen."