Blacky und sein Bruder Brown waren zwei junge Hunde, die, wie so viele auf Sardinien, heimatlos herumirrten, irgendwann aufgegriffen wurden und dann in einem der Canile landeten. Die beiden hatten das Glück, als Welpen ins kommunale Canile in Sassari zu kommen. Sie mussten nicht lange warten, durften nach Deutschland reisen und hatten schon bald im Herbst 2015 ihre Familien gefunden.
Blacky (der nun Malcom genannt wird) kommt nun leider unverschuldet in die Vermittlung zurück, da sich die Lebensumstände seines Frauchens geändert haben und sie ihm nicht mehr gerecht werden kann. Er hat sich zu einem wunderschönen Junghund entwickelt, wurde jedoch auf einem Auge durch ein Glaukom blind. Dass er nur mit einem Auge sehen kann, merkt man ihm aber in seinem Verhalten kaum an, und es behindert ihn auch in keiner Weise. Da das Auge durch den erhöhten Innendruck jedoch schmerzte, wurde nun entschieden, ihm das Auge entfernen zu lassen.
Blacky hat eine gute Erziehung genossen, er ist leicht zu motivieren und sehr lernwillig. Er kennt verschiedene Hundesportarten wie Agility, Mantrailing und Obedience und hat an allen Spaß. Er hat bis vor kurzem die Hundeschule besucht, steht kurz vor der Begleithundeprüfung und hat einen sehr guten Grundgehorsam. Im Training ist er konzentriert, versteht schnell, was von ihm erwartet wird und bemüht sich sehr, seinem Menschen zu gefallen.
Er ist sehr auf seine Bezugsperson fixiert und ist ihr gegenüber sehr sensibel, verschmust und anhänglich. Er merkt, wenn es seinem Menschen schlecht geht, versucht stets zu trösten und sucht Nähe, wenn er merkt, dass etwas nicht stimmt. Gleichzeitig lässt er sich aber auch von einem ernsten Wort oder einer strengeren bzw. lauteren Stimmlage beeindrucken und ist dann auch schnell eingeschüchtert.
Er liebt es, Zeit mit seiner Bezugsperson zu verbringen, hat kein Problem auch längere Strecken im Auto mitzufahren und ist ein fantastischer Begleiter beim Wandern oder am Fahrrad, auch wenn er bei letzterem noch etwas Übung braucht. Er ist stubenrein und kennt es auch, mehrere Stunden alleine zu bleiben. Allerdings kann es passieren, dass er zwischenzeitlich mal heult, aber nur kurz, und danach ist er auch direkt wieder entspannt und ruhig.
Fremden Menschen gegenüber ist er anfangs skeptisch, er taut aber recht schnell auf. Bekannten Menschen und Hunden gegenüber ist er allerdings sehr freundlich und charmant und kann vor lauter Freude schon mal etwas aufdringlich und überschwänglich werden. Beim Spazierengehen dreht Blacky schnell auf, wird hibbelig und lässt sich im Gegensatz zur Trainingssituation leicht ablenken. An der Leine bleibt er normalerweise ruhig, wenn er andere Hunde sieht, lässt sich aber, wenn der andere anfängt zu pöbeln, schnell selber provozieren und anstecken.
Gegenüber Hündinnen ist Malcolm in der Regel freundlich und charmant, wenn auch manchmal ein bisschen überschwänglich. Am besten kommt er mit selbstbewussten Hündinnen klar und hat auch kein Problem damit, mal angezickt zu werden. Mit anderen Rüden arrangiert er sich, wenn sie souverän sind. Gegenüber unsicheren Rüden fängt er an dominant zu werden.
Mit Blacky hat man einen traumhaften Begleiter, doch hier sind erfahrene Hundehalter gefragt, die ihm klar signalisieren was er „regeln“ muss und was nicht und die ihm helfen ruhig und souverän zu bleiben. Wichtig ist es für ihn, dass seine Bezugsperson selber ruhig und souverän bleibt.
Mit Kindern hat er praktisch noch keine Erfahrungen sammeln können, außer auf ein oder zwei Spaziergängen, auf denen er anfangs sehr verunsichert war, sich aber schnell entspannt hat, solange ein gewisser Abstand eingehalten wurde. Direkten Kontakt zu Kindern hatte er noch nicht. Katzen leben aktuell nicht mit im Haushalt, diese findet er draußen sehr interessant und würde gerne hinterher :-)
Rundum ist Blacky ein quirliger, sportlicher, kluger und toller Hund mit jeder Menge Energie, der nun auf seine zweite Chance hofft.
20. Mai 2019: Nachdem eine ganz tolle Anfrage für Blacky, der jetzt Malcom heißt, kam und es ernst wurde, war die Aufregung groß. Denn seinem Pflegefrauchen wurde in dem Moment bewusst, wie sehr sie an dem Hund hängt. Und so darf der zuckersüße Kerl nun für immer in Essen wohnen bleiben :-) Wir freuen uns sehr und hoffen, mal wieder von ihm und seinen Abenteuern zu hören.