Während unserer Sardinientour Mitte Februar 2018 besuchten wir auch unsere Partnerin Ester. In ihrem neu eingerichteten kleinen Rifugio außerhalb von Sassari hatte sie einige Neuzugänge untergebracht, die sie uns gern vorstellen wollte.
Einer dieser Neuzugänge ist Fonni. Fonni hat seinen Namen in Anlehnung an seine Zugehörigkeit zur Rasse der „Pastore Fonnese“, eine alte sardische Herdenschutzhund-Rasse. Eigentlich sind Fonnese sehr schöne Hunde, und wenn Fonni mal gebadet und gebürstet ist, wird diese Schönheit auch zum Vorschein kommen. Was durch Baden und Bürsten nicht zu beheben sein wird, ist sein Handicap: Fonni lebte nämlich bei einem Schäfer, der ihn schwerst misshandelt hat. Da der Hund ja „sein Eigentum“ war, hat er sich das vermeintliche Recht herausgenommen, den armen Hund nach Gutdünken zu schlagen. Dabei hat er ihm auch die Vorderbeine gebrochen, die dann leider nicht korrekt wieder zusammengewachsen sind, so dass Fonni nun recht stark humpelt. Schlechte Ernährung, Kettenhaltung und ein winzig kleiner Verschlag haben ihr Übriges getan, dass Fonni in absolut erbarmungswürdigem Zustand ist.
Nur der Hartnäckigkeit unserer Kollegin ist es nun zu verdanken, dass sie den Besitzer nun endlich überzeugen konnte, Fonni abzugeben.
Dass Fonni trotz seiner absolut miesen Erfahrungen mit seinem Besitzer sich ein solch freundliches, offenes Wesen bewahrt hat, grenzt an ein Wunder. Bei unserer Kollegin geht es Fonni nun - wahrscheinlich zum ersten Mal im Leben - gut. Er genießt die Zuwendung, das ordentliche Futter, die Sicherheit. Aber das Rifugio ist natürlich kein Ersatz für ein gutes Zuhause bei einer richtigen Familie.
Wir möchten Fonni gern so schnell wie möglich nach Deutschland holen, wo wir ihn auch gründlich ärztlich checken lassen wollen. Ob sich an seinen alten, schlecht verheilten Knochenbrüchen noch etwas korrigieren lässt, ist schwer zu sagen. Aber auch wenn nichts korrigierbar sein sollte: Fonni kommt mit seinem Handicap gut klar, er ist ein sehr liebenswürdiger Hund und voller Lebensfreude.
12. Juni 2018:
Während unserer Gruppenreise Mitte Mai besuchten wir auch unser Wuschelchen Fonni. Er ist einfach ein ganz tolles, freundliches Kerlchen, das uns - und vor allen Dingen die Leckerchen :-) - nicht aus den Augen lassen konnte. Er ist sehr aufgeschlossen und glücklicherweise konnten wir sehen, dass er trotz der deformierte Vorderpfoten gut mit seinem Handicap zurechtkommt. Dennoch suchen wir aktuell ganz dringend einen Pflegeplatz oder ein Endzuhause, damit wir Fonni ärztlich checken und ggf. versorgen lassen können.
13. Oktober 2018:
Der wuschelige Fonni durfte vor kurzem auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen. Zu seinem endgültigen Glück fehlt ihm nur noch die eigene Familie, auf die er sehnsüchtig wartet.
28. Mai 2019:
Anfang Mai konnte Fonni in der Heidelberger Tierklinik operiert werden. Die starke Durchtrittigkeit wurde mittels einer Versteifung beider Gelenke beseitigt (Kosten: ca. 1000 Euro). Fonni hat die OP gut überstanden und hat sich bisher auch gut davon erholt. Mittlerweile kann er schon kleine Gassirunden drehen.
Charakterlich ist Fonni ein wahrer Schatz. Mit den vorhandenen Hunden und Katzen kommt er bestens zurecht. Er liebt es gekrault zu werden und ist gerne bei seinen Menschen.
16. Juni 2019:
Für Fonni ging es nach der OP Tag für Tag bergauf. Er läuft mittlerweile schon recht ordentlich und meistert auch einige Treppenstufen. Er bräuchte Menschen, die nicht viel Aktivität mit ihrem Hund planen. Zwei ganz kleine Gassirunden zum Lösen reichen ihm, ansonsten reicht ein schönes Gärtchen aus, in dem er sich mit seinem Kauknochen beschäftigen kann. Was natürlich nicht fehlen darf: Viel Kuscheln und Schmusen :-) Er ist ein sehr feiner Kerl, freundlich und nicht aufdringlich. Er kommt mit all seinen Hunde- und Menschenmitbewohnern sehr gut zurecht, auch mit den vorhandenen Katzen hat er keine Probleme. Sein positiver Leishmaniose-Titer ist unerheblich, Fonni ist gesund, die Leishmaniose ist mit zwei Allopurinoltabletten täglich gut eingestellt, daran wird er nicht sterben.
Er wäre geeignet für ältere Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind oder Menschen mit einem ganz großen Tierschutzherz und einem Hof oder einem Grundstück, wo Fonni leben dürfte. Er benötigt nicht viel, seine Ansprüche bzgl. Aktivitäten sind nicht hoch. Nach allem was man ihm angetan hat, ist es erstaunlich wie vertrauensvoll er mit seinen Menschen umgeht.
Es sind sehr schöne Fotos entstanden, mit denen Fonni vielleicht endlich sein eigenes Zuhause findet. Fotografin Isabelle Richert hatte sich für ein ehrenamtliches Shooting angeboten. Ein herzliches Dankeschön an dich, liebe Isabelle. Wir hoffen sehr, dass Dank deiner tollen Bilder sein neues Zuhause nicht mehr lange auf sich warten lässt.
26. Juni 2019:
Fonni musste lange warten. Ehrlicherweise hatten wir die Hoffnung schon aufgegeben dass sich noch jemand für Fonni, der doch sehr eingeschränkt ist durch seine Behinderung, interessieren wird.
Doch plötzlich meldete sich ein tierliebes Paar aus Riedstadt/Leeheim. Sie hatten keinerlei Probleme mit seiner starken Behinderung. Bereits beim ersten Besuch waren Frauchen und Fonni ein Herz und eine Seele und unser Herz schlägt höher beim Gedanken daran. Fonni lebt jetzt mit seiner Familie und einigen Katzen in einem Haus mit Garten. Seine OP-Wunde heilt nur sehr langsam und das Paar fährt alle 2-3 Tage die Strecke von 100km zu unserer Tierärztin zur Kontrolle und zum Verbandwechsel. Wir sind uns sehr bewusst, dass ein solcher Einsatz nicht selbstverständlich ist und wir sind so glücklich, dass Fonni so unfassbar tolle Menschen gefunden hat. Wir können nur immer wieder DANKE sagen. Eine Herzensgeschichte, die uns wahnsinnig berührt und wir wünschen Fonni und seinen Menschen eine wunderschöne gemeinsame Zeit mit viel Liebe und Glücksmomenten.