Anlässlich unserer Projektreise Anfang Mai 2017 stand natürlich auch ein Besuch im Rifugio der LIDA auf dem Plan, wo wir auch sehnsüchtig erwartet wurden. Es gab wieder so viele Neuzugänge, für die man sich Hilfe durch uns erhoffte, damit den Hunden ein langer Aufenthalt im Rifugio erspart bleiben kann. Denn so nett wie die Mitarbeiter dort auch sind und die Hunde gut versorgen: Die Enge ist drangvoll und führt zu unglaublichem Stress für die Tiere. Gerade dadurch kommt es auch immer wieder zu teilweise gefährlichen Beißereien. Und natürlich kann das Rifugio niemals ein Ersatz für eine liebevolle Familie sein. Deshalb versuchen wir immer wieder so schnell wie möglich die Neuzugänge zu holen - damit ersparen wir einerseits den Hunden traumatische Erlebnisse und sorgen andererseits dafür, dass die Enge nicht noch schlimmer wird.
Als wir das Rifugio betraten, sahen wir erst einmal nur "weiß" ... So viele Maremmano-Babys zusammen in einem Gehege hatten wir noch nie gesehen. Für sechs von ihnen wurden wir um Hilfe gebeten, die weiteren Babys sollen durch die anderen dort aktiven Vereine vermittelt werden.
Melino, Master, Macario, Melo, Marcanto und Mirito, die sehr typvollen Brüderchen, wurden von einem Schäfer abgegeben. (Die Mutterhündin wurde durch die LIDA kastriert.) Alle sechs Fellnasen sind muntere, aufgeweckte Hundekinder. Ob in der Ahnenreihe mal eine andere Hunderasse mitgemischt hat, wissen wir nicht, aber die Kleinen sehen auf den ersten Blick recht "pur" aus. Daher gehen wir davon aus, dass ihre Herdenschutzhund-Gene recht ausgeprägt sein werden.
16. Juli 2017: Der hübsche Master durfte vor kurzem auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen. Zu seinem endgültigen Glück fehlt ihm nur noch die eigene Familie, auf die er sehnsüchtig wartet.
24. Juli 2017:
Die hübsche Fellnase hat sich sehr gut auf seiner Pflegestelle eingelebt, er liebt es mit seinen Brüder zu spielen, aber noch mehr liebt er Menschen - die Streicheleinheiten und die Zuneigung. Master ist eine anhängliche, flauschige kleine Schmusebacke und ein wenig ruhiger als seine Geschwister. Er hat vollstes Vertrauen in seine Umgebung und seine Pflegemenschen - er genießt es in der Sonne zu liegen und sich an seine Menschen zu kuscheln. Er ist tiefenentspannt und durch nichts aus der Ruhe zurbingen.
Es ist drollig, wie die vier Brüder alles nach und nach gemeinsam erkunden und genießen lernen - man kann sie dabei oft kaum auseinander halten. Es sind alle vier unglaublich liebe Hundejungs - sie begrüßen fremde Menschen freundlich und suchen Nähe und Streicheleinheiten. Mit den vorhanden Hunden verstehen sie sich ebenfalls blendend.
Wir gehen davon aus, dass Master einige Herdenschutzhund-Gene in sich trägt. Deshalb wird er auch auch nur in ein entsprechendes häusliches Umfeld, zu Familien vermittelt, die schon Erfahrung mit Herdenschutzhunden haben oder zumindest bereit sind, sich mit den Rassemerkmalen zu befassen und diese umzusetzen.
06. August 2019:
Master litt, genau wie sein Bruder Macario, an Mangelernährung im Welpenalter. Diese bedingte eine Durchtrittigkeit der Vorderläufe, die schon seit Ankunft auf ihrer Pflegestelle behandelt wurde. Nachdem nun die medizinischen Maßnahmen soweit abgeschlossen sind, hat sich die Pflegefamilie entschlossen, dass die beiden Brüder Master und Macario nicht mehr umziehen müssen und für immer in Kissenbrück-Hedwigsburg bleiben dürfen. Ein Haus mit großem Garten, weitere Hunde und viel Erfahrung sorgen für ein Traumleben für die beiden Maremmani. Einen besonderen Dank möchten wir der Familie für ihre intensiven Bemühungen um die Gesundheit der beiden Rüden aussprechen, denn die Operationen und Nachsorge haben viel Zeit und Mühe gekostet. Jetzt hoffen wir, dass alle das Zusammenleben in vollen Zügen genießen können und wünschen weiterhin alles Gute.