Während unserer Sardinientour Ende April/Anfang Mai 2019 besuchten wir auch das Rifugio der LIDA in Olbia. Es warteten nicht nur ein paar der Hunde, die wir schon länger nicht gesehen hatten und deren Einträge aktualisiert werden sollten, sondern auch etliche Neuzugänge, die wir kennenlernen und für die Vorstellung auf der Webseite fotografierten wollten.
Zu den Neuzugängen gehörten Andrew und Archie. Die beiden Brüderchen waren erst kurz zuvor im Rifugio gelandet. Man hatte sie in der Campagna nahe Olbia gefunden. Sie waren noch nicht gechippt und nicht registriert. Sie hatten auch noch keine Namen, so dass wir sie auch nicht unmittelbar nach unserer Rückkehr auf der Webseite vorstellen konnten. Was natürlich schade war, weil unnötig Zeit verrann, in der sich schon eine Vermittlungschance hätte auftun können. Nun endlich - vier Wochen später - haben wir alle Daten und können die beiden präsentieren.
Andrew und Archie waren beiden recht schüchtern. Insbesondere der kleine Andrew meinte, dass es besser wäre, gar nicht erst zu mir hinzuschauen, dann würde ich ihn hoffentlich auch nicht sehen … Das Verhalten wunderte uns nicht. Zum einen wissen wir nicht, was den Kleinen widerfahren ist, bevor sie im Rifugio landeten. Zum anderen waren sie im wirklich nicht gemütlichen sogenannten "Ufficio" untergebracht, was bedeutet, in kleinen Käfigen zu hocken, inmitten vieler anderer Käfige, in denen Hunde und Katzen untergebracht sind. Diese Enge, der stetig hohe Geräuschpegel, die Unruhe, weil immer wieder jemand dort etwas zu tun hat … Es ist sehr bedrückend.
07. Juni 2019:
Während unseres Besuchs im Rifugio der LIDA Anfang Juni 2019 sahen wir zufällig auch Archie und Andrew wieder. Und da sich die beiden inzwischen doch schon verändert hatten und zumindest Archie auch sichtbar gewachsen war, nahmen wir uns ein paar Minuten, um sie neu zu fotografieren und zu messen.
Beide sind immer noch recht schüchtern, aber es wurden auch Unterschiede deutlich. Archie ist sanfter, vorsichtiger. Andrew tut etwas mutiger, ist aber im Grunde auch noch ein "kleiner Schisser". Es wäre schön, wenn die beiden bald das Rifugio hinter sich lassen und bei lieben Familien einziehen könnten, damit sie dort zur Ruhe kommen und sich gut weiterentwickeln können.
12. August 2019:
Der kleine Andrew hatte kurzfristig ein Zuhause gefunden, kommt aber nun leider unverschuldet zurück in die Vermittlung.
Er ist ein süßer Kerl, der sich mit dem Ankommen in der neuen Welt noch etwas schwer tut und an das Leben liebevoll herangeführt werden muss. Zeit und Geduld sind hier der Schlüssel. Andrew besitzt jedoch eine schnelle Auffassungsgabe und man sollte ihn definitiv nicht in Watte packen, sondern ihn fordern, so dass er sich traut, an der Seite seiner souveränen Bezugsperson seine Unsicherheiten zu überwinden, so dass er schnell erkennt, wie schön das Leben doch sein kann.
19. August 2019:
Andrew wurde heute freudestrahlend von der gesamten Familie abgeholt, die immerhin aus drei Generationen besteht. Es war für alle Liebe auf den ersten Blick. Und so lebt Andrew nun bei seiner großen Familie in Springe und darf hier Haus und Garten sein Eigen nennen. Da Frauchen bereits Rentnerin ist, muss Andrew so gut wie nie alleine bleiben. Für die sozialen Kontakte und die Erziehung ist die Hundeschule schon fest eingeplant. Lieber Andrew, wir wünschen Dir ein tolles und langes Leben in Deiner neuen Familie.