Mein Besuch im Rifugio der LIDA in Olbia wurde auch im Juni 2017 schon dringend erwartet. So viele Neuzugänge an Welpen - überall kleine Käfige, aus denen mich Hundekinder mit riesengroßen Augen anschauten... Wie immer hoffte man, dass wir auch diesmal wieder helfen können, für so viele Hundekinder wie möglich ein gutes Zuhause zu geben. Und dadurch auch zu verhindern, dass die Hunde in wenigen Monaten in eines der zahlreichen Gehege der halbwüchsigen oder erwachsenen Hunde umziehen müssen und ihre Chancen auf Vermittlung auf null sinken. Der Gedanke, dass es vielleicht das Schicksal einiger Hundekinder sein wird, im Rifugio zehn oder mehr Jahre bis zu ihrem Lebensende bleiben zu müssen, treibt uns die Tränen in die Augen... Also, was bleibt uns übrig, als die Ärmel hochzukrempeln und das Problem aktiv anzugehen ...
Eines der Hundekinder, die mutterseelenallein aufgegriffen wurden, ist der kleine Montino. Ganz offensichtlich ausgesetzt, so irrte der Kleine am Stadtrand von Olbia herum - hungrig, durstig und schmutzig. Aufmerksame Menschen bemerkten ihn und brachten ihn ins Rifugio. Da er erst wenige Tage vor meinem Besuch dort angekommen war, musste er noch in einer der Quarantänekäfige ausharren.
Montino zeigte sich mir gegenüber als recht schüchtern. Da er sicherlich noch nicht viel Gutes mit uns Menschen erlebt hat, war das sicherlich auch verständlich. In den richtigen Händen bei lieben Menschen in einem schönen Zuhause wird der hübsche kleine Kerl sicherlich schnell auftauen und Zutrauen fassen.
07. Oktober 2017:
Montino durfte auf seine deutsche Pflegestelle reisen. 17. Januar 2018:
Montino hat sich inzwischen gut auf seiner Pflegestelle eingelebt. Der hübsche Rüde begegnet neuen Situationen zwar zunächst eher mit Vorsicht, doch meist siegt am Ende dann doch die Neugier. Er ist ein ganz cleverer und aufgeweckter Kerl, der sich bestens in das vorhandene Rudel integriert hat. Er orientiert sich gut an den anderen Hunden und würde sich auch als Zweithund sehr wohlfühlen. Montino lernt täglich dazu, und auch das Laufen an der Leine wird fleißig trainiert. Für ihn wünschen wir uns nun das passende Zuhause bei Menschen, die ihn weiterhin fordern und fördern und ihm ein rundum glückliches Hundeleben ermöglichen möchten.
11. August 2018:
Leider wartet der zuckersüße Montino immer noch auf seine eigene Familie. Bei seiner Pflegefamilie ist er schon richtig toll aufgetaut und er erkundet nun ganz selbständig das neue Leben in der Pflegestelle. Er orientiert sich nach wie vor an den anderen Hunden, allerdings versucht er sich nun auch immer wieder an diversen „Alleingängen“. Insgesamt ist er schon viel mutiger als noch vor ein paar Monaten. Was ihm nun noch fehlt ist sein ganz eigenes Körbchen und Menschen, die gerne gemeinsam mit ihm die Welt erkunden und ihm zeigen, was alles Schönes vor ihm liegt. Ein Zweithund wäre sicher vorteilhaft, ist aber kein Muss.
14. Oktober 2019:
Montino muss nicht mehr umziehen und darf für immer bei seiner Pflegefamilie in Nürnberg bleiben. Er fasste ziemlich schnell Vertrauen zu seinem Herrchen, bei Frauchen dauerte es etwas länger, doch nun ist auch dieser Knoten geplatzt. Der gemeinsame Urlaub mit dem Wohnmobil verlief dann sehr harmonisch und entspannt, damit war die finale Entscheidung zu seinen Gunsten gefallen. Montino hat Haus und Garten zur freien Verfügung und muss nie lange alleine bleiben, da Frauchen lediglich halbtags arbeitet und alle Unternehmungen stets mit Vierbeiner geplant werden. Wir freuen uns sehr für Montino und wünschen ihm und seiner Familie weiterhin alles Gute.