Wie bei jeder unserer regelmäßigen Sardinientouren besuchten wir auch im September 2019 unsere Partner Paola und Pierpaolo in Stintino. Und wie immer warteten schon wieder etliche Neuzugänge auf uns, die von den beiden aufgenommen worden waren. Einige wurden z. B. von Schäfern, Jägern oder anderen Privatleuten übernommen, die die Hunde sonst entweder getötet oder in ein Canile gesteckt hätten, andere waren von Touristen gefunden worden, wieder andere waren Findlinge, die von streunenden Hündinnen in der Campagna zur Welt gebracht worden waren.
Einer dieser Touristenfunde ist der kleine Amadeo. Mitte August hatten wir einen Hilferuf von Touristen erhalten, die in der Nähe von Escalaplano einen Welpen im Gebüsch entdeckt hatten. Häuser oder sonstige Anzeichen von Menschen gab es nicht in der Nähe, auch keine Schaf- oder Ziegenherde, die vielleicht von der Mutter des Kleinen bewacht wurde. Der Kleine war wirklich mutterseelenallein dort. Er war offensichtlich auch sehr durstig, und so gaben sie dem Kleinen Wasser, was er auch gierig annahm. Da die Touristen zunächst nicht wussten, was weiter zu tun sei, fragten sie bei uns an. Und da der Kleine auch am nächsten Morgen noch an der gleichen Stelle hockte, war klar, dass er dort ausgesetzt worden war. Dass er nicht auf der in der Nähe liegenden Straße überfahren oder von den in der Gegend sicherlich auch herumstreunenden wilden Hunden oder den allgegenwärtigen Wildschweinen getötet worden war, grenzte schon an ein Wunder.
Glücklicherweise sagte Paola sofort zu, den Kleinen aufzunehmen, und so machten sich die Touristen dankenswerterweise auf den doch weiten Weg in den Norden der Insel, um Amadeo, wie sie ihn inzwischen schon nannten, in Sicherheit zu bringen.
Amadeo ist ein ganz liebes, freundliches Kerlchen. Wie viele Maremmanogene er in sich trägt und wie viel er noch an Größe zulegen wird, ist derzeit noch nicht genau einzuschätzen.
12. Oktober 2019:
Der bildhübsche Amadeo durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen.
04. November 2019:
Amadeo lebt nun in Karlsruhe bei einer fünfköpfigen Familie und einer Katze. Es war diese Familie, die den Kleinen halbverhungert am Straßenrand gefunden und unseren Verein verständigt hatte. Eigentlich war kein weiterer tierischer Zuwachs mehr geplant, doch der junge Rüde ging ihnen allen nicht mehr aus dem Kopf. So wollte man zunächst nur eine Pflegestelle bieten, um weiter dabei zu helfen, dass Amadeo einen guten Platz in Deutschland findet. Doch kaum war er dann angekommen, wickelte er seine Familie um die Pföten und so war schnell klar, dass er nicht mehr hergegeben werden kann und für immer bleiben darf. Wir freuen uns sehr über dieses Happy End und wünschen weiterhin viel Freude miteinander.