Während unserer Sardinientour Anfang Juni 2019 besuchten wir natürlich auch das Rifugio der LIDA in Olbia, wo wir schon sehnsüchtig erwartet wurden. Denn es gab einige Neuzugänge, darunter auch "schwierige Fälle" wie Ambra, Dina und Michele, die wir auch auf unserer Webseite vorstellen. Aber auch wie immer viele Welpen, denen wir helfen sollen, nicht ihr ganzes Leben in der stressigen Enge und dauernden Unruhe verbringen zu müssen, sondern bald gute Zuhause bei lieben Familien zu finden.
Zu diesen Welpen gehörten die Geschwister Samir, Saura, Smeralda, Shima, Shada und Sapo. Das Sextett war in der Campagna gefunden worden - vermutlich einfach ausgesetzt und seinem Schicksal überlassen wie so viele Tausende unerwünscht geborener Welpen auch. Die vier Mädchen und zwei Buben wurden ins Rifugio gebracht, wo sie zumindest in Sicherheit sind und ordentlich versorgt werden. Aber Familienersatz ist das Rifugio mit seiner qualvollen Enge und dem ständigen Stress natürlich nicht. Und auf Sardinien haben sie so gut wie keine Chance, ein gutes, familiäres Zuhause zu finden. Da können wir nur versuchen, ihnen zu ersparen, allzu lange im Rifugio bleiben zu müssen. Gern möchten wir Samir, Saura, Smeralda, Shima, Shada und Sapo schnellstmöglich nach Deutschland holen, damit sie hier ein gutes Leben führen können.
12. August 2019:
Bei unserem letzten Sardinienaufenthalt Ende Juli besuchten wir auch die Geschwister Shada, Saura, Shima, Sapo und Samir. Da sie mittlerweile in verschiedenen Gehegen des Rifugio untergebracht sind, mussten wir das Shooting in einen Aufenthaltsraum verlegen und einer nach dem anderen wurde fotografiert.
Sie sind ein gutes Stück gewachsen, das Babyhafte ist verschwunden, und man kann schon gut erkennen, was für schöne Erwachsene sie mal werden (leider war es gar nicht so einfach, brauchbare Bilder zu knipsen) :-) Alle waren nach dem Shooting sehr neugierig und zutraulich, sie wuselten am Boden herum und natürlich stieg ihnen der Geruch der feinen Leckerchen in die Nase, die es anschließend zur Belohnung gab.
07. September 2019: Samir durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen. Zu seinem endgültigen Glück fehlt ihm nur noch die eigene Familie, auf die er sehnsüchtig wartet.
23. September 2019:
Samir hat sich ganz schnell in seiner Pflegestelle eingelebt und ist ein freundliches, aufgewecktes Kerlchen. Er hat keinerlei Berührungsängste mit Menschen, im Gegenteil, trifft man auf einem Spaziergang fremde Personen, so scheint es, als würde er sich wundern, dass sie ihn gar nicht beachten. Insofern ergreift er oft die Initiative und möchte gerne jeden Menschen begrüßen. Er wird doch sooo gerne gestreichelt. Bei Artgenossen ist er etwas zurückhaltender und wartet erst einmal ab. Ist das Eis dann gebrochen, wird ausgiebig getobt und gerannt.
Samir tut sich im Alltag noch etwas schwer, zur Ruhe zu kommen und ist für jede Aufgabe dankbar. Da er sowieso gerne alles möglich durch die Gegend trägt, muss er für sein Futter arbeiten und darf seinen Futterbeutel apportieren, ebenso jegliches Hundespielzeug oder Frisbees. An solchen Aktivitäten hat er großen Spaß und ist mit Feuereifer dabei.
Samir orientiert sich sehr stark an seinen Menschen, das ist beispielsweise auf einem Waldspaziergang sehr angenehm, da er sich durch Artgenossen oder Wildfährten gar nicht so stark ablenken lässt und seine Leute lieber im Blick behält. Auf der anderen Seite verfolgt er sein Pflegefrauchen jedoch zu Hause auf Schritt und Tritt und alleine bleiben, so meint Samir, das geht gar nicht. Natürlich muss er das lernen, und so begleitet er das Pflegefrauchen mit ins Büro, wo er in der Box warten muss. Am Anfang wurde jedes außer Sichtweite Gehen lautstark kommentiert, nach nunmehr gut einer Woche hat er verstanden, ok, sie kommt wieder, also kann ich auch in Ruhe schlafen. Durch das Boxentraining fährt der hübsche Rüde auch ganz unkompliziert im Auto mit, die erste Minute wird vielleicht noch gequakt, schließlich kann man Frauchen oder Herrchen nicht sehen, aber dann legt er sich hin und schläft.
Mit den Katzen im Haushalt versteht er sich prima, seine Spielaufforderungen werden zwar manchmal fehlinterpretiert, aber das entmutigt ihn nicht, jeden Tag aufs Neue die Katzen der Pflegestelle für ein Spielchen aufzufordern.
Für Samir suchen wir ein Zuhause, wo er einerseits körperlich und geistig ausgelastet wird. Als Jogging-, Wanderpartner, Reit- oder Fahrradbegleitung eignet er sich bestimmt hervorragend, und auch bei Aktivitäten auf einem Hundeplatz hätte er sicher Freude, andererseits sollte ausreichend Ruhe und Geduld vorhanden sein, um dem jungen Kerl beizubringen, dass die Welt nicht untergeht, wenn er seinen Menschen auch mal etwas alleine unternehmen lässt und er sich in der Zwischenzeit im Körchen entspannt.
Wenn Sie diesem bezaubernden Hundemann ein Zuhause schenken möchten, dann freuen wir uns über Ihre Nachricht.
04. November 2019:
Samir hat sein Zuhause in Lohne gefunden und lebt dort bei einer 4-köpfigen Familie in einem Haus mit großem Garten. Nachdem der letzte Hund der erfahrenen Familie, die immer schon Hunde hatte, verstorben war, stand die Entscheidung, dass der Platz nicht allzu lange leer bleiben soll, schnell fest und der Funke bei Samir sprang sofort über. Die Familie ist gerne sportlich aktiv und so warten auf den dynamischen Rüden viele Unternehmungen wie gemeinsames Joggen, Wandern, Urlaube, aber eben auch der Besuch der Hundeschule, um die Erziehung nicht zu vernachlässigen und Samirs Nasenarbeit eventuell noch zu verfeinern und in die richtigen Bahnen zu lenken. Wir freuen uns, dass Samir es so gut angetroffen hat und wünschen allen zusammen eine schöne gemeinsame Zeit!