Ende Mai 2018 bat unsere Kollegin Pia, die derzeit auf Sardinien ist, um Hilfe für vier Maremmanomix-Babys, zwei Mädchen und zwei Buben. Ein Bekannter hatte sie auf die Kleinen aufmerksam gemacht, die bei einem Bauern in der Nähe von Valledoria zur Welt gekommen waren. Natürlich war es nicht der erste Wurf der Hundemutter, und bisher waren die Kleinen dann immer an befreundete Bauern oder Schäfer verschenkt worden. Aber diesmal wollte niemand die Kleinen übernehmen.
Natürlich machten wir sofort zur Bedingung, dass die Hundemama kastriert werden muss. Wie immer auf unsere Kosten, denn kein Bauer oder Schäfer gibt Geld für die Kastration eines Hundes aus ... Nachdem wir die Zusage hatten, dass der Bauer einverstanden ist, verabredeten wir, dass wir uns die Kleinen während unserer nächsten Sardinientour im Juni anschauen würden.
Gesagt, getan, und so lernten wir dann Anfang Juni die vier Babys, die Mama, deren Mama und zwei Rüden kennen, die alle dort bei dem Bauern leben. Alle Hunde waren in überraschend gutem Zustand, auch sehr freundlich und menschenbezogen. Auch die Menschen, die wir kennenlernten, waren sehr freundlich, und es war schön zu sehen, dass sie auch mit ihren Hunden sehr nett umgingen. Sicherlich führen die Hunde dort nicht das Leben im familiären Umfeld, wie wir das für unsere Hunde hier in Deutschland anstreben, aber im Vergleich zu vielen anderen Verhältnissen, die wir schon kennengelernt haben, war es in Ordnung.
Einziges Manko: Der Hof war zur Straße hin offen, und die erwachsenen Hunde sind es gewöhnt, tagsüber frei durch die Gegend zu spazieren. Und wir hatten natürlich Sorge, dass die Kleinen dann mitmarschieren und in Gefahr geraten oder sogar überfahren werden ... Daher hätten wir sie gern kurzfristig sicher untergebracht, aber alle unsere Pflegestellen waren schon voll. Aber glücklicherweise passierte nichts, und nun, Mitte Juli, hat unsere Kollegin in Stintino ein kleines Gehege für das Quartett eingerichtet, so dass Patricio, Patricia, Pasquale und Pasqualina dorthin umziehen konnten.
Die Mama und auch die Hundeoma wurden inzwischen durch uns kastriert, so dass zukünftig kein unerwünschter Nachwuchs mehr kommen wird. In Kürze sollen auch die beiden Rüden noch kastriert werden, was dann auch im Umfeld zu weniger Nachwuchs beitragen wird.
15. September 2018: Pasquale durfte auf seine deutsche Pflegestelle reisen.
25. September 2018:
Der kleine Pasquale hat sich in kurzer Zeit toll in seiner Pflegefamilie eingelebt. Zu seinen Bezugspersonen hat er vollstes Vertrauen, auch mit den vorhandenen Hunden und Katzen klappt das Zusammenleben wunderbar. Welpentypisch hat er natürlich noch einige Flausen im Kopf, auch am Stubenreinwerden wird noch gearbeitet, doch wir sind uns sicher, dass er das schnell hinbekommen wird. Auch das Laufen an der Leine klappt immer besser, hier lenken ihn allerdings noch die vielen neuen Dinge ab (Autofahrer, Radfahrer, etc.), die er noch nicht kennt.
Pasquale ist ein relativ unbeschwertes Kerlchen, allerdings sehr lauffreudig. Er spielt und tobt gerne mit seinem Welpenkumpel, kann sich aber auch toll alleine beschäftigen. Die ersten kleinen Grundkommandos werden bereits geübt und er zeigt sich sehr lernfähig. Er ist sehr aufmerksam und beobachtet gerne was um sich geschieht, so kommt es auch ab und an vor, dass er sich ein Plätzchen sucht, sich hinsetzt und seinem Pflegefrauchen bei der Hausarbeit oder beim Kochen zusieht.
In ihm unbekannten Situationen und bei fremden Menschen ist er anfangs etwas skeptisch, doch sehr neugierig. Gibt man ihm Sicherheit und packt feine Leckerchen aus, hat man ihn schnell auf seiner Seite :-) Hat man ihn für sich gewonnen, kuschelt und schmust er gerne (wo er mit den Kindern der Familie die perfekten Kuschelfreunde gefunden hat).
17. November 2019:
Pasquale hatte im Sommer des letzten Jahres ein Zuhause gefunden und kommt nun leider unverschuldet in die Vermittlung zurück, da sich die Lebenssituation seiner Familie drastisch verändert hat. Auf seiner Pflegestelle zeigt er sich als sehr freundlicher und aufmerksamer Rüde, der die Zuneigung seiner Menschen genießt. Aus dem einst kleinen Wattebausch ist ein wunderschöner Rüde geworden. Er ist sehr aktiv und liebt es, draußen zu sein. Die Grundkommandos sitzen recht gut, auch läuft er gut an der Leine.
Was Pasquale nun braucht ist eine zweite Chance, eine eigene Familie und ein Zuhause, das seinen Bedürfnissen als Herdenschutzhund angemessen ist. Erfahrung mit Herdenschutzhunden wäre wunderbar. Zumindest sollte aber die Bereitschaft da sein, sich mit den Besonderheiten der Rasse zu befassen und die Empfehlungen zum Umgang mit Herdenschutzhunden umzusetzen.
09. Dezember 2019:
Glücklicherweise musste Pasquale nicht lange auf sein neues Zuhause warten. Er lebt nun bei einem netten Ehepaar im schönen Ringelai und kann dort ein Haus mit 5000 qm Garten sein Eigen nennen. Der Wunsch eines eigenen Vierbeiners bestand schon lange, und da der richtige Zeitpunkt nun gekommen war, sind alle sehr glücklich, dass es mit Pasquale geklappt hat. Alleinebleiben muss er selten, denn es ist immer jemand zu Hause. Tolle Ausflüge in der Umgebung stehen auf dem Tagesplan, auch möchte man die Hundeschule besuchen. Laut ersten Rückmeldungen zeigt sich Pasquale vom ersten Tag an von seiner besten Seite, und er liebt es, in seinem Kuschelbettchen zu dösen. Wir freuen uns sehr, dass er sein Traumzuhause im zweiten Anlauf gefunden hat.