Während unserer Sardinientour im September 2019 ging es natürlich auch wieder in das Rifugio der LIDA. Marco hatte uns schon vorgewarnt, dass er uns etliche Neuzugänge - sowohl bei den Katzen als auch bei den Hunden - vorstellen wolle ... Es gibt ja laufend Neuzugänge, aber gerade während der Sommermonate, wenn auch viele Touristen auf der Insel sind, die versuchen ihre Findelkinder irgendwo unterzubringen, damit sie zumindest eine kleine Überlebenschance haben, wird das Rifugio ebenso wie auch unsere wenigen privaten Pflegestellen, überschwemmt.
Einer dieser Neuzugänge ist der hübsche junge Rüde Kuki. Er war in der Gegend von Cugnana herrenlos aufgegriffen und erst am Tag vor unserem Besuch ins Rifugio gebracht worden. Kuki ist ein ganz freundlicher Kerl, er wäre am liebsten in Marco hineingekrochen, so sehr genoss er die Nähe und die Zuwendung. Es war schier unmöglich, ein paar gute Fotos von Kuki zu machen. Leider musste er dann wieder zurück in seinen engen Käfig, in dem er nun noch einige Wochen wird ausharren müssen, bevor er dann in eines der Außengehege umziehen muss, wo er dann in der Masse der Hunde quasi „unsichtbar“ werden wird.
Er schaute so lieb durch die Gitterstäbe, dass es mir fast das Herz brach, ihn so zurücklassen zu müssen. Wir wünschen uns nun sehr, dass Kuki bald eine Familie findet, die ihm ein guten Zuhause für immer geben möchte. Bitte, geben Sie Kuki die Chance, das Rifugio mit seinem Lärm, der Enge und dem ständigen Stress entrinnen zu können.
09. November 2019:
Der liebe Kuki durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen. Zu seinem endgültigen Glück fehlt ihm nur noch die eigene Familie, auf die er sehnsüchtig wartet.
26. November 2019:
Kuki hat sich zunächst etwas schwer getan auf der Pflegestelle anzukommen: Wie der Tiger im Käfig, wanderte er in geschlossenen Räumen auf und ab, und kam nicht zur Ruhe. Allerdings wusste er von Anfang an die menschliche Nähe sehr zu schätzen, und wenn es nach Kuki ginge, könnte man ihn ununterbrochen betüddeln, Bauch kraulen, Ohren drehen - hauptsache er ist nicht alleine und seine Bezugsperson ist da. Das Alleinebleiben fällt Kuki noch schwer. Hier ist es daher notwendig, ihm genügend Zeit zu geben, bis er lernt, dass seine Bezugsperson schon alleine klar kommt und er nicht auf sie aufpassen muss– denn eine Prise Herdenschutzhund kann Kuki nicht verleugnen.
Am Anfang fand er, fremde Menschen müsse er sich erst einmal genauer anschauen und zwar noch vor seinem Pflegefrauchen, und notfalls wurden diese angebellt. Aber das hat der clevere Kerl nun schon gelernt, dass das seine Menschen ganz alleine regeln und er sich darum nicht kümmern muss. Besucher Zuhause oder im Büro sind überhaupt kein Problem, diese werden sehr freundlich begrüßt.
Kuki lernt sehr gerne, darum hat er auch in Null Komma Nix verstanden, Pfötchen zu geben. High Five, Sitz und Platz macht er schon „mit links“. Auch das Kommando „bei Fuß“ durch die Fußgängerzone der lauten Innenstadt klappt immer besser.
Kuki macht das alles für diese kurze Zeit, die er erst in Deutschland ist, schon richtig gut. Kuki ist auf Spaziergängen ein prima Begleiter, reagiert schon prima auf das Rufen seines Pflegefrauchens und auf die Pfeife. Weiterhin hat er gelernt, auf den Spaziergängen seinen Futterbeutel zu apportieren - daran hat er richtig Spaß.
Wer also gerade auf der Suche nach einem lernbegierigen, jungen Hund ist und sich auch zutraut, die Führung für diesen Hund zu übernehmen, und ihm Sicherheit und Zeit gibt, der wird in Kuki einen sehr cleveren und treuen Hundekumpel an seiner Seite finden.
15. Dezember 2019:
Kuki hat sein Zuhause in Hamburg gefunden und ist nun Teil einer 4-köpfigen Familie, deren letzter Hund erst kurz zuvor verstorben ist. Eigentlich war die Familie noch gar nicht wirklich auf der Suche nach einem Nachfolger, aber beim Stöbern im Internet fiel ihnen Kukis Profil quasi vor die Füße. Schnell waren die ersten Kontakte geknüpft und Erkundigungen eingeholt, und als sie Kuki dann auf seiner Pflegestelle besuchte, stand für die Familie fest: Kuki darf bei ihnen einziehen! Der hübsche Rüde lebt nun mit ihnen zusammen in einer sehr geräumigen Wohnung in direkter Nähe eines großen Parks und darf sich über viele Ausflüge als vollwertiges Familienmitglied freuen. Zweimal die Woche wird er mit einem großen Hundegassirudel unterwegs sein und kann sich somit mit Artgenossen auspowern. Auch im Urlaub darf er mit dabei sein, mindestens einmal im Jahr fährt die Familie nach Sardinien, Kukis Heimat, wo auch schon sein Vorgänger herstammte.
Wir wünschen allen zusammen ein schnelles Eingewöhnen, viel Freude und eine wunderbare gemeinsame Zeit!