Kurz vor unserer Sardinientour im November 2019 informierte uns unsere Kollegin über eine extreme Situation, auf die ein Bekannter, der sehr tierlieb ist, sie aufmerksam gemacht hatte. Gemeinsam fuhren sie zu diesem Platz etwas außerhalb von Arzachena. Was sie vorfanden, war erschütternd. Die meisten der dort lebenden Hunde hängen an langen Ketten, damit sie nicht weglaufen, denn sie sind sehr scheu. Ein paar Hunde dürfen frei herumlaufen.
Keiner der Hunde wird misshandelt, sie bekommen auch genug Futter. Aber sie leben in erbärmlichem Umfeld unter katastrophalen Hygienebedingungen. Wir waren durch die Bilder, die wir erhalten hatten, vorgewarnt, aber die Wirklichkeit übertraf unsere Vorstellungen ... Details werden wir hier nicht preisgeben, denn hier geht es einzig und allein darum, einige der Hunde, die noch recht zutraulich sind, dort herauszuholen und ihnen die Chance auf eine gute Zukunft zu geben.
Drei dieser Hunde sind die Schwestern Antonia und Antonella sowie der hübsche Rüde Antonio. Während Antonio und Antonia recht neugierig alles verfolgten, was wir dort so machten, und sich auch von unseren Leckerchen überzeugen ließen, dass sie von uns nichts zu befürchten hatten, versteckte sich Antonella. Wie uns dann klar wurde, lag das nicht daran, dass sie schüchterner als ihre Schwester war, sondern dass sie krank war. Wir haben sie dann auch nach unserer Fotoaktion mitgenommen und sofort zu unserem Tierarzt gebracht. Dieses schnelle Handeln hat ihr vermutlich das Leben gerettet, denn es ging ihr rapide schlechter. Es dauerte mehrere Tage intensiver Behandlung, um sie über den Berg zu bringen. (Die beiden Welpen, die auf dem Gruppenfoto zu sehen sind und die augenscheinlich in guter Verfassung waren, sind leider inzwischen verstorben. Der Besitzer hat uns zu spät informiert, da war der kleine Rüde schon tot. Und den Kampf um das Schwesterchen haben wir dann nach mehreren Tagen auch verloren.)
Leider haben wir keine privaten Pflegeplätze für Antonio, Antonia und Antonella. Wir sind daher in großer Sorge, dass ihnen doch noch etwas passiert, bevor sie nach Deutschland reisen können, zumal die Zusammenarbeit mit dem Besitzer nicht ganz unkompliziert und sehr schleppend ist.
Wir möchten die drei nun unbedingt mit dem nächsten Transport Ende Januar 2020 holen. Aber dafür brauchen wir Familien in Deutschland, die bereit sind, sie aufzunehmen. Ideal wäre natürlich, wenn die drei gleich ihre endgültigen Zuhause fänden. Aber auch wenn Sie "nur" als Pflegestelle helfen möchten: Wir sind dankbar für jedes ernst gemeinte Hilfsangebot, das es uns ermöglicht, Antonio, Antonia und Antonella aus ihrer elenden Umgebung herauszuholen.
25. Januar 2020:
Die liebe Antonella durfte auf ihren deutschen Pflegeplatz reisen. Zu ihrem endgültigen Glück fehlt ihr nur noch die eigene Familie, auf die sie sehnsüchtig wartet.
04. Februar 2020:
Antonella hat sich prima in Deutschland eingelebt. Sie hat ganz schnell viel Vertrauen gefasst und zeigt sich nun von ihrer ganz lieben und verspielten Seite. Mit ihren wunderschönen grünen Augen wickelt sie einen im Nu um den Finger.
Sie läuft schon recht artig an der Leine, fährt ganz wunderbar im Auto mit - auch längere Strecken. Sie hat tolles helles Fell und eine ganz niedliche Art in ihrem Auftreten. Auch wenn sie nicht ganz so groß ist, will sie es genau wissen: Wenn es darum geht zu sehen, was auf dem Tisch liegt, macht sie einfach Männchen ... einfach ein toller und lustiger Hund :-)
Antonella ist bereits stubenrein, das Alleinebleiben muss noch geübt werden. Sie zeigt sich verträglich mit anderen Hunden, sodass sie auch als Zweithund gut geeignet wäre. Am vorhandenen Rüden orientiert sie sich sehr gut und sie lernt auch sehr schnell dazu.
24. Februar 2020:
Antonella musste nicht lange auf ihr neues Zuhause warten und lebt nun mit Frauchen und Herrchen im schönen Grömitz. Die Familie hatte schon immer Hunde und musste leider im letzten Jahr ihren geliebten Vierbeiner über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Nun sind alle sehr glücklich, dass mit Antonella wieder ein treuer Begleiter im Haus lebt. Antonella, die nun Ella genannt wird, kann sich wirklich glücklich schätzen. Sie hat nicht nur ein Haus mit großem Garten zum Toben, sie wohnt lediglich 400 Meter vom schönen Ostseestrand entfernt. Frauchen ist selbständig und vermietet Ferienwohnungen, so muss Antonella selten alleine bleiben. Laut ersten Rückmeldungen hat sie sich schon super eingelebt und der erste Strandspaziergang wurde auch mit Bravour gemeistert. Fazit: Meerwasser ist salzig :-).