Seit dem Spätsommer 2019 kümmern sich ehrenamtliche Helfer um eine große Katzenkolonie, die sich in an einer der wilden Müllkippen gebildet hat, wie es sie überall direkt an den Ausfallstraßen von Sassari zu den umliegenden kleineren Ortschaften gibt. Fast alle Katzen dort sind inzwischen kastriert, zahlreiche Kitten - einige von ihnen blind oder stark sehbehindert - kamen in Obhut von Pflegestellen. Und an diesem Platz haben sich im Laufe der Monate nun auch herrenlose Hunde eingefunden, die auf der Suche nach Futter waren. Einige der Hunde sind sehr scheu, sie lassen sich nur zu den Zeiten blicken, wenn die Katzen gefüttert werden und natürlich auch etwas für sie abfällt. Anders aber diese Hündin: Sie tauchte mit ihren drei Babys auf und blieb. Im Gebüsch hatte sie mit ihren Babys einen Rückzugsort. Aber als die Babys größer wurden und ihrer Mama immer wieder folgten, wurde es für die Kleinen gefährlich. Denn die vielbefahrene Landstraße ist nur wenige Meter entfernt ...
Die Helfer wollten nicht erleben, eines Tages zur Fütterung zu kommen und die Babys tot auf der Straße zu finden. Also fingen sie die Mama und ihre Kinder ein und baten Paola, die Familie in Obhut zu nehmen. Und natürlich sagte Paola nicht nein ...
Agnese, wie die Mama genannt wurde, ist eine freundliche, aufgeweckte Hündin. Sie hat sich offensichtlich durch ihr Streunerleben nicht unterkriegen lassen. Ihre Kleinen, die jetzt Ateno, Aldo und Arthos heißen, sind jedoch recht scheu. Insbesondere Arthos wird noch einige Zeit brauchen, bis er Vertrauen fasst. Um ihn nicht unnötig für die Fotoaktion zu stressen, haben wir ihn in der Box, die ihm Sicherheit gab, fotografiert. Paola und Pierpaolo arbeiten nun natürlich daran, den Kleinen zu zeigen, dass sie von Menschen nichts zu befürchten haben.
29. Februar 2020:
Der hübsche Arthos durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen. Zu seinem endgültigen Glück fehlt ihm nur noch die eigene Familie, auf die er sehnsüchtig wartet.
23. März 2020:
Arthos hat etwas länger gebraucht, um seinem neuen Pflegezuhause und damit der direkten Nähe zum Menschen etwas Gutes abzugewinnen. Zwar ist er jedem Leckerlie so gar nicht abgeneigt, aber auf Streicheleinheiten und in unmittelbarer Reichweite vom Menschen sein – nein, darauf wollte Arthos lieber verzichten.
Es bedurfte schon konsequenter Überzeugungsarbeit, dass er zumindest Pflegeherrchen und -Frauchen ganz ok findet. Fremde Menschen werden zunächst angebellt. Entdeckt Arthos dann jedoch das mitgebrachte Leckerli, wird der Hals schon mal seeeehr lang - um dann nach dem Einkassieren ganz schnell wieder zu verschwinden :-). Der kleine Skeptiker braucht also noch etwas Zeit, um zu lernen, dass wir Zweibeiner eigentlich gar nicht so übel sind!
Mit seinen Artgenossen versteht er sich dafür um so besser: Beim Spielen, Raufen und Rennen ist Arthos gerne dabei. Auch mit den Katzen der Pflegestelle hat er keine Probleme. Wobei... Wenn die Katzen durch den Garten laufen, würde er schon gerne mal hinterher flitzen, aber mit einem deutlichen NEIN lässt er sich schnell davon abhalten.
Arthos ist bereits stubenrein und schläft auch schon gut durch. Waldspaziergänge mit seinen Hundekumpels genießt er sehr, allerdings findet er es noch nicht so toll, dass dieser lästige Zweibeiner mal wieder hinten dran hängen muss und sich einfach nicht abwimmeln lässt.
Auf übliche Alltagsgeräusche wie Staubsauger, Fernseher, Autos/Busse reagiert er gar nicht, Kinder sind ihm bislang noch unheimlicher als die großen Zweibeiner. Wenn sie sich schnell bewegen, hüpfen oder einfach auch mal lauter sind, ist das für ihn noch recht angsteinflößend. Man muss dem kleinen Strubbel mit dem niedlichen Bart also noch ein gutes Stück Zeit geben, damit er so richtig in unserer Menschenwelt ankommt, aber mit seinen gerade mal 6 Monaten hat er ja noch mehr als genug davon.
Wenn diese süße Fellnase Ihr Herz erwärmt hat und Sie sich bewusst sind, dass der Einzug eines Welpen nicht nur Freude, sondern auch viel Arbeit und Verantwortung für ein hoffentlich langes Hundeleben bedeutet, dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht.
31. März 2020: Angsthase Arthos hat trotz seiner Unsicherheit seine perfekten Menschen gefunden. Er lebt nun bei einem hundeerfahrenen Ehepaar in Mönkeberg im Hohen Norden. Da man sich kürzlich von dem geliebten Zweithund trennen musste, wollte man das fehlende Plätzchen wieder mit Liebe füllen. Mit dem noch vorhandenen Senior hat Arthos ein tolles Vorbild, auch kann er sich gut an ihm orientieren. Das neue Zuhause liegt am Naturschutzgebiet, auch ist der Ostseestrand nicht weit entfernt. Die Hunde dürfen Frauchen und Herrchen immer begleiten, auch kann Arthos - wenn er so weit ist und mag - Herrchen mit zur Arbeit begleiten. Alleine muss er jedenfalls selten sein. Wir freuen uns sehr für Arthos und sind gespannt auf weitere Fortschritte in seinem neuen Zuhause.