Mitte Dezember, während unserer letzten Sardinientour für 2019, besuchten wir natürlich auch das Canile Arzachena. Man hatte uns schon vorab informiert, dass es wieder einige Neuzugänge gäbe, die wir kennenlernen sollten.
Zu diesen Neuzugängen gehörten auch zwei hübschen Hunde, die erst wenige Tage vor unserem Besuch aufgegriffen worden waren. Die beiden wurden gemeinsam gefunden, sollen laut Einschätzung der Mitarbeiter und auch des Tierarztes Geschwister sein. Warum man sie jeweils allein in einer der Quarantäneboxen untergebracht hatte, konnte man uns nicht schlüssig erklären.
Beiden Hunde zeigten sich recht schüchtern, aber das wunderte uns auch nicht. Wir wissen ja nicht, was sie erlebt haben, bevor sie im Canile landeten. In der Regel ist es ja nichts Gutes. Aber zumindest hatten sie einander... Und nun waren sie getrennt in einer ungemütlichen, engen Blechbox untergebracht und wussten wahrscheinlich noch gar nicht, was sie von dieser für sie neuen Situation in fremder Umgebung halten sollten. Leider haben wir ja immer nur wenig Zeit, so dass wir uns nicht intensiver mit den Neuankömmlingen beschäftigen können. Aber wir hatten den Eindruck, dass beide Hunde freundlich sind und für die paar Minuten Zuwendung dankbar waren.
Inzwischen sind die Formalitäten für die beiden Hunde erledigt, so dass wir Jesse und Jenny nun endlich auf unserer Webseite vorstellen können. Denn dies ist ja ein wichtiger Schritt, ihnen die Chance auf ein besseres Leben zu geben. Für Jesse und Jenny wünschen wir uns auch sehr, bald die passenden Familien zu finden, die ihnen ein gutes Zuhause für immer schenken. Auf Sardinien ist das für Hunde wie Jesse und Jenny so gut wie aussichtslos. Da müssen Hunde wie sie einen "Nutzen" haben und landen normalerweise als Wachhunde an der Kette.
Möchten Sie Jesse oder Jenny in Ihre Familie aufnehmen und sie an allen familiären Aktivitäten teilhaben lassen? Wenn Sie sich bewusst sind, dass eine Adoption neben viel Freude auch Arbeit und Verantwortung für ein glückliches und hoffentlich langes Hundeleben bedeutet, dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht.
22. August 2020: Jenny durfte auf ihren deutschen Pflegeplatz reisen. Zu ihrem endgültigen Glück fehlt ihr nur noch ein eigenes Zuhause, auf das sie sehnsüchtig wartet.
31. August 2020: Jenny hat es geschafft, sich in kürzester Zeit in das Herz ihres noch trauernden Pflegefrauchens zu schleichen, so dass sie für immer bleiben darf und nicht mehr umziehen muss. Sie lebt nun in Rastatt und teilt sich Haus und den kleinen Garten mit ihrem Frauchen, deren Tochter und einer Katze.
Frauchens letzte Hündin, zu der sie eine sehr innige Beziehung hatte, ist vor nicht allzu langer Zeit verstorben und Jennys traurige Augen auf den Fotos unserer Homepage haben sie so angesprochen, dass sie Jenny zumindest einen Pflegeplatz bieten wollte. Als Jenny dann ankam, war schnell klar, dass Hündin und Frauchen etwas tief verbindet - und eine Trennung nicht mehr vorstellbar war.
Wir freuen uns darüber sehr, denn Jenny hat dort ein sehr liebevolles Zuhause gefunden, wo sie alle Zeit bekommt, die sie braucht, um Vertrauen zu fassen und sich an das Leben hier zu gewöhnen. Alles Liebe und Gute euch beiden, lasst mal hin und wieder von euch hören!