Endlich konnten wir wieder selbst nach Sardinien reisen, um unsere Partner und die Katzen und Hunde zu besuchen. Fast sechs Monate waren wegen des durch Corona bedingten Lockdowns und der über viele Wochen unklaren Reisesituation vergangen, seit wir zum letzten Mal auf der Insel waren. Zwar hatten uns unsere Partner zwischendurch immer wieder mit Bildern und Informationen zu Neuzugängen versorgt, aber der persönliche Kontakt und das Kennenlernen der Hunde und Katzen hatten uns sehr gefehlt.
In den letzten Wochen waren auch von unseren Partnern in Stintino wieder etliche herrenlose Hunde gefunden worden bzw. hatte man ihnen Hunde gemeldet, die an einem der Strände, in der Campagna oder an der Schnellstraße gesichtet worden waren oder die jemand loswerden wollte.
Zu den Neuzugängen gehörten auch diese vier jungen Hundemädchen. Sie waren in der Nähe von Castelsardo bei einem Schäfer zur Welt gekommen, und er hatte bei Tierschützern nachgefragt, ob sie jemanden wüssten, der die Kleinen übernehmen könnte. So kam die Anfrage auch zu Paola und Pierpaolo nach Stintino, und – wie immer – halfen sie. Das Mädelsquartett lebt nun im Rescue mit zahlreichen anderen Welpen und Junghunden zusammen, sie können spielen, herumtoben und auch miteinander kuscheln.
Natürlich soll das Rescue nur eine Zwischenstation sein. Cannella, Cicoria, Carota und Curcuma sollen möglichst bald ihre Reise nach Deutschland antreten können, damit wieder Platz wird für andere Hundekinder, die herren- und heimatlos sind und eine Chance auf ein besseres Leben erhalten sollen.
Cannella, Cicoria, Carota und Curcuma waren zunächst etwas zurückhaltend uns Fremden gegenüber, aber sie entspannten sich dann doch recht schnell. In liebevollem familiären Umfeld werden sie sicherlich rasch „auftauen“ und ihr neues Leben genießen lernen.
05. September 2020:
Die hübsche Cicoria, die nun Lia heißt, durfte direkt in ihr Zuhause nach Osterholz-Scharmbeck, in der Nähe von Bremen, ziehen. Dort darf sie nun Haus und Garten ihr Eigen nennen. Da ihr Frauchen verkürzt arbeitet, muss die kleine unsichere Fellnase nicht lange alleine bleiben. Lia erwarten nun ausgedehnte Spaziergänge, viele Tobeeinheiten im Garten und noch mehr Streicheleinheiten.
Nach ersten Rückmeldungen ist Lia draußen noch sehr unsicher und hat vor anderen Fellnasen Angst. Um ihr die Angst ein wenig zu nehmen, hat Lia in dem Dackel einer befreundeten Familie einen guten Partner gefunden. Er gibt ihr die nötige Sicherheit. Ansonsten ist sie sehr klug: Lia apportiert im Haus bereits einen Futterbeutel und hört auch schon gut auf ihren Namen. An der Stubenreinheit wird weiterhin gearbeitet, aber auch das wird besser, je sicherer Lia wird.
Wir freuen uns sehr, dass Lia so ein tolles Zuhause gefunden hat und sind auf weitere Bilder und Berichte gespannt.