Nach unserer Sardinientour Anfang Februar 2020 hatten wir ja schon weitere Touren für März, April und Mai 2020 geplant. Aber die wegen der Ausbreitung des Coronavirus für Italien verhängten Reisebeschränkungen hatten uns einen Strich durch unsere Planung gemacht. Und nach wie vor wissen wir nicht, wann die Beschränkungen, die inzwischen ja für die gesamte EU gelten, aufgehoben werden und wieder eine Sardinientour realisiert werden kann.
Da auch unsere Autotransporte nicht durchgeführt werden konnten, bringt uns die Coronakrise natürlich in arge Bedrängnis, denn es werden immer mehr Hunde und Katzen, die wir in unseren Pflegestellen und Auffangstationen aufnehmen und versorgen müssen. Auch im Canile Arzachena gibt es immer wieder Neuzugänge, so dass die Quarantäneboxen ständig belegt sind. Damit wir für die Neuzugänge keine Zeit verlieren, bis wir sie auf unserer Webseite vorstellen können, versorgen uns die Kolleginnen und Kollegen aus Arzachena ausnahmsweise mit Bildern und Informationen, bis wir hoffentlich bald auch wieder selbst vor Ort sein können.
Ende Februar 2020 informierte eine Dame aus Arzachena die lokale Polizei über eine herrenlose Hündin und bat um Hilfe, weil sie Sorge hatte, dass der Hündin etwas zustoßen könnte. Die Ordnungsbeamten fingen die Hündin ein und brachten sie ins Canile. Melissa, wie die Hündin auf Wunsch der Finderin genannt wurde, hat sicherlich bislang kein gutes Leben gehabt. Ihr Schwanz sieht aus, als ob er abgehackt worden wäre. Auch scheint sie mal einen Unfall gehabt zu haben, denn eines ihrer Hinterbeine könnte mal gebrochen gewesen sein. Näher untersucht wurde das bislang leider nicht.
Anfangs war Melissa recht zurückhaltend. Da sie in ihrem Leben wahrscheinlich nicht viel Gutes von Menschen erfahren hatte, war das auch verständlich. Aber inzwischen ist Melissa mit den Canile-Mitarbeitern schon gut vertraut, und die Spielrunden mit den anderen Welpen genießt sie sehr.
Für Melissa wünschen wir uns, dass sie bald ihre Chance bekommt, das Canile hinter sich lassen und nach Deutschland reisen zu können. Toll wäre, wenn Melissa dann ohne Umwege über eine Pflegestelle direkt in ihr neues Zuhause, zu ihrer eigenen Familie ziehen könnte. Vielleicht zu Ihnen?
08. August 2020:
Melissa durfte auf ihren deutschen Pflegeplatz reisen. Zu ihrem endgültigen Glück fehlt ihr nur noch die eigene Familie, auf die sie sehnsüchtig wartet.
15. September 2020:
Melissa hat sich gut auf ihrer Pflegestelle eingelebt. Dort zeigt sie sich ruhige freundliche Fellnase, die auch die Streicheleinheiten mit ihrer Pflegefamilie sehr genießt. Hat Melissa Vertrauen zu ihren Menschen gefasst, bindet sie sich sehr an sie, was sich in der Anhänglichkeit und Dankbarkeit zeigt. Mit dem vorhandenen Hunden spielt Melissa sehr gerne. Gemeinsame Spaziergänge in der schönen Umgebung stehen an der Tagesordnung, wobei sich Melissa sehr viel von ihrem Hundekumpel abschaut.
Fremden Menschen gegenüber ist Melissa anfangs vorsichtig und geht erst einmal auf Abstand. Beachtet man sie jedoch nicht, siegt die Neugierde und sie kommt von ganz allein. Insgesamt ist Melissa eine aufgeschlossene und neugierige Fellnase, die das Zusammensein mit ihren Menschen genieß.
27. September 2020:
Melissa durfte heute ihr Köfferchen packen und in ihr neues Zuhause mit Haus und Garten in Schwetzingen zu einer alleinstehenden Dame und zwei Katern ziehen. Frauchen arbeitet in Teilzeit, so ist viel Zeit für ausgiebige Spaziergänge in netter vierbeiniger Begleitung. Auch Radtouren und Wanderungen sind schon in Planung. In den Urlaub darf Melissa meist mit, und wenn nicht, dann geht es zu Oma und Opa in die Tschechei in ein Haus mit eingezäunten 10.000 m² Garten - Da ist viel Platz zum Erkunden und Toben! Wir wünschen allen viel Freude miteinander und sind auf weitere Bilder und Berichte gespannt.