Auch während des Corona-bedingten Lockdowns, der Sardinien besonders hart getroffen hatte, waren bei unseren Partnern vor Ort immer wieder Hilferufe für Hunde und Katzen eingegangen. So auch bei unseren Partnern in Stintino. Und soweit es im nahen Umfeld und im Rahmen der Bewegungseinschränkungen möglich war, wurde natürlich auch geholfen.
Besonders wichtig war unseren Partnern, bei dem herrenlosen Rudel, das in der Umgebung lebt, endlich noch des jungen Hundes habhaft zu werden, der sich schon den Fangaktionen im Herbst entzogen hatte. Man vermutete, dass es sich um ein Weibchen handelt, und es bestand nun nach Ende des Lockdowns die Gefahr, dass die Hündin weggefangen und in einem Canile landen würde. Oder dass sie trächtig werden und so das Rudel weiter vergrößern würde. Das würde die jahrelangen Bemühungen, das Rudel unter Kontrolle zu halten und ihm damit auch einen Verbleib in Freiheit zu ermöglichen, weiter erschweren.
Aber man hatte Glück, und es gelang – unter Einsatz einer leichten Sedierung – noch das Weibchen zu fangen, bevor es läufig wurde: Tinta. (Tinta ist übrigens die Schwester von Tara, die im November 2019 eingefangen und im Rescue von Paola und Pierpaolo aufgenommen wurde.) Tinta wurde natürlich sogleich kastriert, und inzwischen ist Tinta schon sehr entspannt geworden und sucht die Nähe ihrer Menschen.
01. November 2020:
Bei unserer Projektreise im Oktober besuchten wir auch unsere Partner in Stintino. Zum einen gab es wieder einige Neuzugänge, die man uns vorstellen wollte. Zum anderen trafen wir auch auf "unsere" Vermittlungshunde.
Tinta ist nach wie vor sehr skeptisch, doch zu unserer Kollegin Paola hat sie schon ein wenig Vertrauen gefasst. Sie ist neugierig, lässt sich mit Futter locken, doch es fehlt immer noch das letzte Fünkchen Mut, um sich dem Menschen zu öffnen. Tinta ist sicherlich eine ganz liebe und sanfte Hündin, die sehr dankbar sein wird, wenn sie erst einmal Vertrauen gefasst hat und angekommen ist.
Tinta durfte auf ihren deutschen Pflegeplatz reisen. Zu ihrem endgültigen Glück fehlt ihr nur noch die eigene Familie, auf die sie sehnsüchtig wartet.
15. Februar 2021:
Für Tinta wurde es heute offiziell: Sie darf für immer bei ihrer Familie in Hohenmölsen bleiben. Tinta kam als Pflegehündin zur Familie, da sie eine sehr ängstliche Hündin ist. Schritt für Schritt hat sie sich in die Familie integriert und auch ihre Ängste abgelegt - schneller als erwartet. Auch mit der vorhandenen Hündin (die sie die ersten Tage angeknurrt hatte) versteht sie sich mittlerweile prima, spielt und schmust. Täglich sind kleine Fortschritte erkennbar und Tinta wird immer entspannter. Es wird noch ein Weilchen dauern, aber sie bekommt nun die Zeit, die sie braucht.