Während unserer Sardinientour Ende August 2020 wurden wir auch im Rifugio der LIDA schon wieder sehnsüchtig erwartet. Denn seit unserem vorherigen Besuch hatten sich schon wieder zahllose Neuankömmlinge eingefunden. Welpen, Welpen, Welpen … wohin ich auch schaute, die Gehege waren mehr als voll. Und natürlich erhofften sich unsere Partner, dass wir wie immer möglichst vielen der neu angekommenen Hunde helfen würden.
Neben etlichen Geschwistergruppen wurde uns auch diese Großfamilie vorgestellt: Mama Sandy und Papa Harry mit ihren neun Kinder, vier Mädchen und fünf Buben: Jana, Jade, Jennifer, Judith sowie Judson, Jude, Jumbo, Jack und Jasper. Sandy und Harry hatten auch mal eine Familie. Aber den Leuten fehlte zunächst schon das Geld, Sandy kastrieren zu lassen. Und als die Leute dann während des Corona-Lockdowns arbeitslos wurden und Sandy neun Welpen zur Welt brachte, waren sie dann komplett überfordert. Zumal sich auch nicht absehen ließ, wann sich die Corona-Situation ändern und damit auch vielleicht ihre Arbeitssituation wieder bessern würde. Glücklicherweise setzten sie aber die Babys nicht irgendwo aus und überließen sie ihrem Schicksal. Sie brachten die komplette Familie ins Rifugio, denn ihnen war klar, dass sie auch den Hundeeltern in absehbarer Zeit nicht gerecht werden könnten.
So war also die ganze Familie gemeinsam in einem der Gehege untergebracht. Nicht nur, dass die Kleinen sehr lebhaft waren und um einen herumwuselten, so dass man ständig schauen musste, um nicht versehentlich auf ein Pfötchen oder Schwänzchen zu treten. Auch die beiden Eltern waren sehr aufgeschlossen, neugierig und bewegungsfreudig. Von den Eltern war es unmöglich, wirklich schöne Fotos von ihnen zu machen, nicht nur, weil sie auch keine drei Sekunden still standen, sondern weil sie wegen der Hitze (wir hatten fast 40 °C) die ganze Zeit hecheln mussten.
Insgesamt ist es aber eine tolle Familie: Mama und Papa sind sehr menschenbezogen, die Kinderchen sind aufgeweckt und zutraulich.
Wir wünschen uns für alle, dass sie nicht allzu lange im Rifugio ausharren müssen. Die Enge, der Lärm, die Hektik setzen vor allem dem Papa durchaus etwas zu, da er natürlich meint, dass er seine Familie vor den Hunden, die aus den Nachbargehegen herüberstarren und auch herumkläffen, schützen muss. Er kommt gar nicht zur Ruhe.
Möchten Sie Sandy, Harry oder einem der Kleinen ein gutes Zuhause für immer mit engem Familienanschluss schenken? Bitte bedenken Sie aber, dass die Kinderchen nicht so knuffig und klein bleiben, sondern sicherlich relativ groß werden, denn die Mama hat 66 cm Schulterhöhe, der Papa 71 cm.
Jack hatte im Oktober 2020 ein Zuhause gefunden und kommt nun leider unverschuldet in die Vermittlung zurück. Er ist ein freundlicher, verspielter und verschmuster Hund, der noch ein wenig Erziehung und seine Ruhephasen braucht. Jack ist stubenrein, läuft recht gut an der Leine und lernt gerne dazu. Aktuell steckt er auch etwas in der Pubertät und möchte auch gerne mal seinen Kopf durchsetzen.
Im Laufe der Zeit wurde Jack immer nervöser und kam nicht mehr zur Ruhe, da die Kinder der Familie ihn sehr stressen. Entspannen kann er erst, wenn die Kinder abends zu Bett gehen. So hat sich die Familie schweren Herzens dazu entschlossen, ihn abzugeben.
Jack sollte in einen eher ruhigeren Haushalt, Kinder sollten schon älter sein. Ein Zuhause mit Garten wäre ideal, damit er sich austoben kann, gerne auch mit einem Hundefreund. Jack hat mit seinen 8 Monaten schon eine stattliche Größe erreicht und wird auch noch ein Stückchen wachsen.
28. Januar 2021:
Nachdem Jack in die Vermittlung zurück kam, weil er sich durch die Kinder gestresst fühlte, und man wohl auch unterschätzt hat, dass ein Hund Erziehung und Zeit braucht, hat er jetzt das große Los gezogen. Er wohnt bei einem hundeerfahrenen Mann, mit Haus und großem Garten in Bisingen. Nachdem sein Dobermann verstorben war, stand fest, dass man ohne Hund nicht sein wollte. Lange alleine bleiben braucht er nicht, denn Herrchen arbeitet von Zuhause aus. Wir wünschen viele schöne Jahre miteinander.