Nun sind wir schon im 2. Quartal 2021, und noch immer ist kein Ende der Corona-Krise in Sicht. Im Gegenteil, das Infektionsgeschehen ist nach wie vor kritisch, laufend muss mit neuen Verordnungen und Einschränkungen versucht werden, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Für uns bedeutet das, dass es auch in den nächsten Wochen - vielleicht sogar Monaten - nicht möglich sein wird, nach Sardinien zu reisen, um unsere Partner zu besuchen und Neuzugänge kennenzulernen. Italien ist nach wie vor als Risikogebiet eingestuft, und auf Sardinien wurde gerade wieder ein Lockdown verhängt, der mindestens bis Ende April gelten wird. Wir hoffen, dass es trotzdem weiterhin möglich sein wird, sich um die ausgesetzten Tiere zu kümmern. Im Moment funktioniert es jedenfalls noch insoweit, dass immer wieder neue Findlinge im Rifugio der LIDA in Olbia landen oder auch Tiere von Privatleuten aufgenommen werden.
Dieser schöne, imposante Maremmano-Rüde kam bereits Mitte Januar 2021 ins Rifugio. Helferinnen von uns aus dem Nordwesten der Insel hatten den Hund aus sehr schlechter Haltung herausgeholt. Da wir seinerzeit aber keine Unterbringungsmöglichkeit für einen solch großen Hund finden konnten, hatten die Helferinnen einfach in der LIDA angefragt, ob man dort ein Plätzchen für den armen Kerl hätte. Und glücklicherweise wurde zugesagt.
Wir kennen keine Details aus dem Vorleben von Doriano, wie er inzwischen genannt wird. Sicher ist aber, dass es ihm nicht gut gegangen war, dass er nicht nur an der Kette hing, sondern man ihn auch misshandelt hatte. Entsprechend verängstigt war Doriano auch anfangs, immer auf der Hut, immer mit Sicherheitsabstand.
Doch inzwischen ist Doriano schon wesentlich entspannter geworden. Aber leider haben die Mitarbeiter des Rifugio einfach nicht genügend Zeit, um sich entsprechend intensiv mit allen Hunden, die dort untergebracht sind, zu beschäftigen.
Gern würden wir Doriano ermöglichen, das Rifugio hinter sich lassen und in ein wirklich neues Leben starten zu können. Dafür brauchen wir aber Menschen, die ihm die Sicherheit vermitteln können, die er braucht, um Vertrauen zu fassen. Da Doriano einige Maremmanogene in sich trägt, suchen wir nun entsprechend geeignete Menschen, die über Herdenschutzhund-Erfahrung verfügen bzw. bereit sind, sich mit dieser Rasse auseinanderzusetzen und sich vorab über die Besonderheiten informieren. Passende häusliche Gegebenheiten sollten vorhanden sein.
Doriano durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen. Zu seinem endgültigen Glück fehlt ihm nur noch die eigene Familie, auf die er sehnsüchtig wartet.
28. August 2021:
Der hübsche Doriano ist eigentlich ein ganz großes Wuscheltier. Allerdings war sein Fell so verfilzt als er bei uns ankam, dass wir ihn komplett herunter scheren mussten. Mit beeindruckendem Fellwachstum ist da jetzt zu rechnen.
Aus dem schüchternen, verängstigten Rüden ist ein lustiger, neugieriger Junghund geworden, der jetzt in sein endgültiges Zuhause ziehen könnte. Er ist verträglich mit seinen Hundekameraden auf der Pflegestelle und schon recht vertraut mit seinen Menschen. Er könnte zu einer Familie mit Kindern oder auch zu einem aktiven Rentnerpaar. Ein wenig Hundeerfahrung sollte schon vorhanden sein, aber Doriano hat sich so gut entwickelt, dass er jetzt eigentlich nur noch ein Zuhause braucht.
Wenn Sie gerade auf der Suche nach einem neuen fellnasigen Familienmitglied sind und Ihnen bewusst ist, dass eine Adoption nicht nur viel Freude bedeutet, sondern auch Arbeit und große Verantwortung mit sich bringt, dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht.
20. Januar 2022:
Doriano, der in sehr schlechtem Allgemeinzustand und als Häuflein Elend in unsere Obhut übergeben worden war, musste etwas länger auf sein Zuhause warten. Aber es hat sich gelohnt. Er lebt jetzt bei einer hundeerfahrenen Familie mit Haus, Garten und Zweithund in Nidda. Dort hat er es jetzt richtig gut. Die Videos und Bilder, die wir bereits zugeschickt bekommen haben, zeigen, wie glücklich er ist.