Nach einem Jahr war es Ende Oktober 2021 endlich wieder soweit: Eine kleine Gruppe unseres Teams machte sich auf zur gemeinsamen Projekttour. Zweite Station unserer Arbeitsreise war Stintino, wo uns unsere Partner schon sehnsüchtig erwarteten. Zum einen freuten wir natürlich uns darauf, unsere „alten Bekannten“ wiederzusehen, zum anderen gab es einige Neuzugänge, die wir kennenlernen wollten.
Schon kurz vor unserer Reise hatte uns Paola über einen Hilferuf für sieben Welpen informiert. In der Nähe von Porto Torres gibt es eine kleine Ansiedlung, die von Menschen in prekären Lebenssituationen bewohnt wird. Dort lebt auch ein sehr tierlieber Mann, der schon öfters um Hilfe für Findlinge gebeten hatte. Er engagiert sich auch für die herrenlosen Katzen in der Gegend, er fängt sie ein und lässt sie dann bei einer Tierärztin, mit der wir zusammenarbeiten, kastrieren. Die sieben Welpen, für die er nun aktuell Hilfe suchte, waren bei einer Familie zur Welt gekommen, die völlig überfordert war. Eigentlich war auch vereinbart, dass die Mutterhündin kastriert und dann bei der Familie bleiben soll. Als der Mann die Hündin zum vereinbarten Termin abholen wollte, um mit ihr zur Tierärztin zu fahren, erfuhr er dann, dass man die Hündin „in gute Hände“ weggeben hätte, weil man sie doch nicht behalten wollte. Wir alle waren darüber sehr geschockt und auch verärgert. Können wir doch nun nur noch hoffen, dass es der armen Hündin wirklich gutgeht und man sie auch kastrieren lässt … Die sieben Kleinen Sirio, Salvia, Santino, Sulla, Siria, Soia und Senta wurden dann auch sogleich weggeholt, um nicht zu riskieren, dass auch sie irgendwohin verschwinden, in eine ungewisse Zukunft.
Die Geschwister kamen also nach Stintino ins Rescue. Leider waren sie alle in keinem guten Zustand, sie mussten erst einmal gepäppelt werden. Als wir sie dann kennenlernten, ging es ihnen schon etwas besser, und wir hofften natürlich, dass sie es alle schaffen würden. Leider erhielten wir dann ein paar Tage später die traurige Nachricht, dass die kleine Senta plötzlich erkrankt und dann trotz sofortiger medizinischer Hilfe verstorben war.
Den verbliebenen sechs Zwergen Sirio, Salvia, Santino, Sulla, Siria und Soia geht es aber gut, und wir hoffen, dass wir sie bald nach Deutschland holen können, damit sie hier ihre Traumzuhause bei lieben Menschen finden können, die ihnen engen Familienanschluss schenken möchten.
08. Januar 2022:
Sulla durfte auf ihren deutschen Pflegeplatz reisen.
28. Januar 2022:
Die kleine Sulla hatte das grosse Glück und durfte Anfang Januar in ihre Pflegestelle in die Schorfheide, im Land Brandenburg, ziehen. Aber auch dort musste sie nicht lange warten - ein junge Frau aus Berlin hat die kleine Fellnase besucht und hätte sie am Liebsten gleich mitgenommen. Nun wohnt Sulla in einer schönen großen Wohnung unweit von vielen Parks. Nach ersten Rückmeldungen ist Sulla lieb und fröhlich und den Menschen sehr zugewandt. Sie lernt schnell und macht der Familie viel Freude. Ihre anfängliche Angst vor der Stadt hat sie langsam überwunden und geht gern spazieren. Alles in allem ist Sulla eine lustige und lebhafte kleine Fellnase, die nun viele Abenteuer und Unternehmungen erwarten. Sulla ist mittlerweile stubenrein. Wir freuen uns sehr, dass Sulla so ein tolles Zuhause gefunden hat und sind auf weitere Bilder und Berichte gespannt.