Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Die Touristensaison ist zwar vorbei, während der immer viele Tiere abgegeben werden, die von Touristen gefunden wurden. Aber die Hilferufe von Privatleuten, die ihre Tiere abgegeben wollen, nehmen wieder zu. Denn die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, sind noch lange nicht überwunden. Manche Menschen geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Und von den Helfern der LIDA werden natürlich auch weiterhin zahlreiche Streuner aufgelesen. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.
Tommasina war aufgefallen, als sie sich in der Campagna nahe eines Örtchens südlich von Olbia herumtrieb. Sie gehörte niemandem dort, keiner wusste, woher sie gekommen war. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hatte man das kleine Hundemädchen einfach ausgesetzt, weit weg von ihrem Geburtsort, damit sie nicht wieder zurückfinden kann. Da nehmen die Leute weite Fahrten, meist bei Nacht, auf sich, um ihre unerwünscht geborenen Tiere irgendwo loszuwerden, statt sich z. B. mit Tierschutzvereinen in Verbindung zu setzen, die mit Sicherheit helfen würden, damit kein unerwünschter Nachwuchs mehr zur Welt kommt. Und für die schon geborenen Kleinen gäbe es auch gute Lösungen. Aber den stolzen Sarden fällt es meist schwer, über ihren Schatten zu springen ...
Glücklicherweise nahmen sich tierliebe Menschen der Kleinen an und brachten sie ins Rifugio der LIDA. Dort ist das Hundemädchen, das nun Tommasina heißt, in Sicherheit und kann sich von den Strapazen erholen.
Aber das Rifugio ist kein Ersatz für ein richtiges Zuhause, und den Mitarbeitern fehlt bei der Menge der zu versorgenden Hunde und Katzen einfach die Zeit, jedem Tier die individuelle Zuwendung zu geben, die es brauchen würde.
Deshalb möchten wir Tommasina bald nach Deutschland holen. Wir wünschen uns für sie ein Traumzuhause bei lieben Menschen, die ihr Sicherheit, Geborgenheit und engen Familienanschluss schenken.
Tommasina durfte auf ihren deutschen Pflegeplatz reisen.
Wenn Sie gerade auf der Suche nach einem neuen fellnasigen Familienmitglied sind und Ihnen bewusst ist, dass eine Adoption nicht nur viel Freude bedeutet, sondern auch Arbeit und große Verantwortung mit sich bringt, dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht.
14. Februar 2022:
Die hübsche Tommasina hat ihr Zuhause am Niederrhein in Xanten gefunden. Sie wohnt nun als Zweithündin bei einem Paar mit Haus und Garten. Die junge Hündin wird nun Onda gerufen. Das heißt “Welle“ auf italienisch und beschreibt ihre lustige „Dauerwelle“ auf dem Rücken. Wenn Tommasina etwas selbstsicherer geworden ist, darf sie ihr Frauchen zur Arbeit begleiten. Oder sie chillt einfach mit der Hundefreundin und Herrchen im Homeoffice. Zwischendrin genießt sie bereits die Spaziergänge im Wald und Feld. Die Stadt gefällt ihr noch nicht so gut, da ist sie ganz Landei. Das ist aber vollkommen in Ordnung, denn am liebsten sind auch Herrchen und Frauchen in den zahlreichen Wäldern um Xanten herum unterwegs.