Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Die Touristensaison ist zwar vorbei, während der immer viele Tiere abgegeben werden, die von Touristen gefunden wurden. Aber von den Helfern der LIDA werden natürlich auch weiterhin zahlreiche Streuner, ausgesetzte oder verletzte Katzen und Hunde aufgelesen. Auch die Hilferufe von Privatleuten, die ihre Tiere abgegeben wollen, nehmen wieder zu. Denn die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, sind noch lange nicht überwunden. Manche Menschen sind auch krankheitsbedingt, wie z. B. Long Covid, nicht mehr in der Lage, ihre Tiere weiter zu versorgen. Manche Leute geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.
Die beiden Hundebabys waren zufällig in einer sehr abgeschiedenen Gegend am Rande von Olbia entdeckt worden. Irgendwelche herzlosen „Menschen“ hatten sie ganz offensichtlich dort ausgesetzt, allein hätten sie niemals dort hingelangen können. Es war auch höchste Zeit für sie, gerettet zu werden, denn ohne Hilfe hätten sie nicht mehr lange überlebt.
Inzwischen haben sie sich gut erholt und sind fröhliche, alterstypisch lebhafte Hundekinder geworden. Olivia und Oliver, wie sie genannt wurden, leben im völlig überfüllten Rifugio leider noch immer im Käfig, was ihnen natürlich nicht besonders gefällt. Sie möchten spielen, sich austoben … aber das geht leider nicht. Und den Mitarbeitern im Rifugio fehlt bei über 700 Hunden und mehreren Hundert Katzen, die zu versorgen sind, einfach die Zeit, allen die Zuwendung zu geben, die sie sich wünschen.
Das Leben hinter Gittern ist natürlich für die Entwicklung der beiden Hundekinder nicht förderlich. Deshalb möchten wir das gern so schnell wie möglich ändern und Olivia und Oliver nach Deutschland holen. Hier sollen sie dann ihre Familien finden, die ihnen das Traumzuhause für immer schenken.
22. Januar 2022:
Oliver durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen.
28. Januar 2022:
Oliver hat sich in kurzer Zeit gut in seiner Pflegefamilie eingelebt und hat Vertrauen zu seinen Menschen gefasst. Er ist sehr menschenbezogen und schaut immer, wo seine Menschen sind. Er geht offen auf alle Zwei- und Vierbeiner zu.
Mit den vorhandenen Hunden in der Pflegestelle versteht er sich super. Nach einem ersten Beschnuppern freut er sich, wenn sein Gegenüber mit ihm spielen und toben mag.
Im Haus ist er ein ruhiger und angenehmer Vierbeiner, der die ihm gegebenen Regeln schnell umsetzt. Oliver ist ein junger und aktiver Hund, der gerne draußen unterwegs ist und seine neue Welt mit offenen Augen entdeckt. Er ist nicht nur bildhübsch, sondern auch ein kluges Köpfchen, lernt gerne und schnell und möchte entsprechend gefordert und gefördert werden. Wo sind die Menschen, die diesem tollen Junghund die Zeit geben, um richtig anzukommen und weiter am Hundeeinmaleins mit ihm arbeiten?
Wenn Sie gerade auf der Suche nach einem neuen fellnasigen Familienmitglied sind und Ihnen bewusst ist, dass eine Adoption nicht nur viel Freude bedeutet, sondern auch Arbeit und große Verantwortung mit sich bringt, dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht.
08. Februar 2022:
Oliver lebt nun in Kressbronn am Bodensee. Frauchens drei Kinder sind alle schon erwachsen und bereits ausgezogen, sodass sie das Haus mit dem großen Garten nur für sich haben. Frauchen arbeitet nur Teilzeit in einer Zahnarztpraxis, Oliver muss deshalb nie lange allein sein. Wandern und viele Ausflüge zum Schwimmen an den Bodensee sind geplant. "Einen Hund zu haben ist bei uns Familiensache", so Olivers neues Frauchen. Die Familie hatte immer schon große Hunde und möchte sie auch heute nicht missen. Die Fellnasen durften immer mit in den Urlaub und so auch Oliver. Die Kinder und der Ex-Mann würden aber auch zu gerne auf Oliver aufpassen. Wir freuen uns über ein so schönes Happy End und wünschen alles Gute!