Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Es vergeht kaum ein Tag, an dem keine Tiere gefunden oder abgegeben werden. Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, nicht überwunden. Und aktuell verschärft sich die Infektionslage sogar wieder, so dass Entspannung nicht in Sicht ist. Manche Leute geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Und von den Helfern der LIDA werden natürlich auch weiterhin zahlreiche Streuner aufgelesen. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.
So hatte auch Charles, der Jack-Russel-Mix, mal eine Familie, die ihn auch sehr geliebt und gut versorgt hat. Aber dann änderten sich die Lebensumstände seiner Menschen dramatisch. Und weil sie ihm nicht mehr gerecht werden konnten, wussten sie Mitte Dezember 2021 keinen anderen Ausweg, als den Kleinen ins Rifugio zu bringen und zu bitten, eine neue Familie für ihn zu suchen. Ob es wirklich so war oder die Leute Angst vor möglichen hohen Tierarztkosten hatten: Wir wissen es nicht und werden es auch nie erfahren.
Jedenfalls zeigte sich schon kurz nach der Ankunft im Rifugio, dass Charles sehr häufig und heftig husten musste und ganz offensichtlich auch Probleme beim Atmen hatte. Als erste Maßnahmen nicht griffen, kam Charles in die Tierklinik, um die Ursache seiner Beschwerden zu finden.
Es stellte sich heraus, dass Charles unter einer Lungenklappenstenose leidet, und das vermutlich von Geburt an. Durch die abnormale Verengung der Herz-Lungen-Klappe wird der Durchgang des Blutes massiv behindert. Der Befundbericht wurde dann an den Kardiologen der Tierklinik in Malpensa (Mailand) weitergeleitet, auf dessen Kompetenz die LIDA schon seit längerer Zeit vertraut. Die Empfehlung des Kardiologen war: Charles möglichst bald zu operieren, da sein Zustand schon recht bedrohlich war.
Anfang Januar 2022 ging Charles dann mit einer ehrenamtlichen Helferin auf die Reise nach Mailand. In der dortigen AniCura-Klinik wurde Charles operiert, und das mit Erfolg. Am 14. Januar holte Marco ihn dann wieder ab und brachte ihn sicher zurück ins Rifugio.
Charles blieb natürlich zunächst noch unter strenger Beobachtung, aber er erholte sich gut von dem aufwändigen Eingriff. Derzeit bekommt er morgens und abends eine Tablette. In Kürze geht es zur Kontrolluntersuchung noch mal in die Klinik. Aber da Charles fit und fröhlich ist, geht man von einem guten Ergebnis aus. Und so gaben die LIDA-Kollegen nun das Signal, dass wir Charles auf der Webseite vorstellen können, damit er möglichst bald sein Traumzuhause für immer finden kann.
Charles war es gewöhnt, im Haus zu leben. Er ist ein sehr anhängliches, freundliches Kerlchen, zudem gut erzogen. Er ist auch verträglich mit anderen Hunden. Mit den Katzen in der Kolonie vor dem Tor des Rifugio hat er keine Probleme. Gegenüber den Katzen, die im Ambulatorio in den Käfigen hocken, benimmt er sich etwas "halbstark".
Wir möchten Charles nun gern nach Deutschland holen. Es wäre wunderbar, wenn er ohne Umweg über eine Pflegestelle direkt zu seiner neuen Familie reisen könnte.
Möchten Sie Charles ein richtig gutes Zuhause schenken?
Wenn Sie sich bewusst sind, dass eine Adoption neben viel Freude auch Verantwortung für ein glückliches und hoffentlich langes Hundeleben bedeutet, dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht.
Charles durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen.
28. März 2022:
Charles musste nicht lange auf seine Familie warten. Es war von beiden Seiten Liebe auf den ersten Blick und so wurden alle Formalitäten schnell erledigt, damit Charles in sein Zuhause nach Bergisch Gladbach ziehen konnte.Er lebt bei einem sehr hundeerfahrenen Ehepaar. Herrchen ist bereits im Ruhestand und hat viel Zeit, die Zwei machen jetzt den nahe gelegenen Wald unsicher. Wir wünschen viele schöne Jahre miteinander.