Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Es vergeht kaum ein Tag, an dem keine Tiere gefunden oder abgegeben werden. Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, nicht überwunden. Und aktuell verschärft sich die Infektionslage sogar wieder, so dass Entspannung nicht in Sicht ist. Manche Leute geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Und von den Helfern der LIDA werden natürlich auch weiterhin zahlreiche Streuner aufgelesen. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.
Diese Hundemama und ihre Babys wurden in einem der Industriegebiete am Rande von Olbia gefunden. Es war nicht einfach, die Mama einzufangen, da sie sehr scheu war. Aber schließlich gelang es, sie zu sichern, so dass sie gemeinsam mir ihren fünf Babys ins Rifugio der LIDA gebracht werden konnte. Dort war die Familie in Sicherheit, und die Mama konnte sich endlich in aller Ruhe um ihre Babys kümmern. Sie hatte nun keinen Stress mehr, Futter zu suchen, um sich und ihre Kleinen durchbringen zu können. Und sie musste auch nicht mehr wachsam sein, um ihre Babys vor wilden Hunden oder bösen Menschen zu schützen.
Mariotto, Miranda, Mirella, Mirò und Morko entwickelten sich auch prächtig, und sie sind allesamt inzwischen ganz goldige und zudem sehr hübsche Hundekindern geworden. Sie sind aufgeweckt und fröhlich und alterstypisch neugierig und verspielt. Leider ist ihre Mama, die nun Medusa heißt, immer noch sehr scheu. Sie lässt sich noch nicht anfassen, konnte deshalb auch noch nicht gechippt werden. Die Mitarbeiter des Rifugio bemühen sich natürlich sehr um sie, damit sie Vertrauen fassen kann. Aber die Zeit für individuelle Betreuung ist sehr begrenzt, denn es gibt ja noch fast 700 Hunde und mehr als 200 Katzen, die versorgt werden müssen und sich auch Zuwendung wünschen. Medusa wird also wohl noch einige Zeit brauchen, bis sie sich entspannt und zutraulich wird.
Mariotto, Miranda, Mirella, Mirò und Morko möchten wir natürlich so schnell wie möglich nach Deutschland holen. Ob Medusa dann schon soweit ist, dass sie mitreisen kann, müssen wir abwarten.
Für Mariotto, Miranda, Mirella, Mirò und Morko wünschen wir uns, dass sie hier ihre Traumzuhause finden bei lieben Menschen, die ihnen engen Familienanschluss schenken.
Miranda durfte auf ihren deutschen Pflegeplatz reisen.
27. März 2022:
Miranda hat sich gut und schnell auf ihrer Pflegestelle eingelebt und fühlt sich sehr wohl. Sie ist eine neugierige, selbstbewusste, aktive Hündin, die das neue Leben gerade erst entdeckt und große Freude daran hat.
Miranda versteht sich gut mit dem vorhandenen Hund und den Kindern der Pflegestelle und genießt es, mit ihnen durch den Garten zu toben oder Bällchen zu spielen.
Das Hunde-ABC, Laufen an der Leine, Autofahren und die Stubenreinheit muss Miranda erst noch erlernen, aber sie wartet förmlich darauf, gefordert und gefördert zu werden und einen Menschen an die Seite zu bekommen, der Spaß daran hat, mit ihr zu arbeiten. Aber Miranda ist auch unglaublich verschmust und anhänglich!
Man könnte fast sagen, die Kleine ist ein Allrounder und ganz sicher die perfekte Begleitung für (fast) alle Lebenslagen.
25. April 2022:
Miranda, die nun Maja gerufen wird, hat ihr Zuhause in Geislingen gefunden. Dort lebt sie bei einer jungen Frau und ihrer Ersthündin in einer kleinen Wohnung, umgeben von viel Natur, die zu ausgiebigen Wanderungen einlädt. Majas Frauchen arbeitet von zu Hause aus, so dass ihre Hunde nie lange alleine sein müssen. Die Hündinnen verstehen sich gut und Frauchen hat sich somit ihren Traum erfüllt und ihre Familie komplettiert. Wir wünschen den Dreien viele schöne Abenteuer und gesunde gemeinsame Jahre!