Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Die Touristensaison ist zwar vorbei, während der immer viele Tiere abgegeben werden, die von Touristen gefunden wurden. Aber die Hilferufe von Privatleuten, die ihre Tiere abgegeben wollen, nehmen wieder zu. Denn die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, sind noch lange nicht überwunden. Manche Tiere geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Und von den Helfern der LIDA werden natürlich auch weiterhin zahlreiche Streuner aufgelesen. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.
Diese sechs Geschwister – ein Mädchen und fünf Buben – waren von der Hündin eines Jägers zur Welt gebracht worden. Da der diese Babys aber „nicht gebrauchen“ konnte, sollten sie „entsorgt“ werden. Tierliebe Menschen, die davon erfuhren, alarmierten die LIDA-Mitarbeiter, die sich sofort auf den Weg machten, die Kleinen dort wegzuholen und so vor dem sicheren Tod zu bewahren. Dass es vielen Jägern und Schäfern dort einfach nicht begreiflich zu machen ist, dass sie ungewollte Hundebabys auf einfache Weise verhindern könnten und kein hilfloses, unschuldiges Hundebabys sterben müsste, indem sie ihre Hündinnen und möglichst auch die Rüden kastrieren lassen, ist für uns nicht nachvollziehbar. Dieser mangelnde Respekt vor unseren Mitgeschöpfen ist eine Schande.
So sind wir froh, dass zumindest diese Kleinen gerettet werden konnten. Im Rifugio waren sie in Sicherheit. Und dank der guten Pflege haben sie sich gut entwickelt. Sabah und ihre Brüder Sammy, September, Seven, Sheridan und Sun sind allesamt hübsche, freundliche Hundekinder. Dass Sabah, September und Seven nur kurze Stummelruten haben, tut ihrer Schönheit und ihrem Charme keinen Abbruch. Das rechte Auge von Sun ist leider verkümmert, aber auch das ist kein Makel, und er ist dadurch auch nur geringfügig im räumlichen Sehen eingeschränkt.
Für das Sextett soll das Rifugio aber nun nicht die Endstation sein. So schnell wie möglich möchten wir die Hundekinder nach Deutschland holen, damit sie hier ihre Traumzuhause finden bei lieben Menschen, die ihnen engen Familienanschluss bieten. (Dass wir die Hundekinder nicht in ein jagdliches Umfeld vermitteln, erwähnen wir nur, um Missverständnisse zu vermeiden.)
06. April 2022:
September hat sich bereits toll entwickelt. Leider musste er von seinen beiden Brüdern getrennt werden, weil er von ihnen gemobbt wurde und lebt nun in einem anderen Gehege. Er wünscht sich so sehr ein Zuhause bei lieben Menschen, die ihm engen Familienanschluss schenken.
16. April 2022:
September durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen.
20. April 2022:
Der junge Rüde September ist ein lieber und freundlicher Jagdhund. Der schöne Kerl ist zudem sehr bewegungsfreudig und menschenbezogen. Er ist schlau und lernwillig und hat erste Kommandos wie Sitz recht schnell verstanden und umgesetzt. Er läuft gut an der Leine, ist verspielt und versteht sich super mit den Kindern der Pflegestelle.
Die souveräne Ersthündin im Haus findet er super und bei Begegnungen mit fremden Hunden ist er zunächst etwas vorsichtig, aber niemals aggressiv. Deshalb wäre ein Ersthund, an dem September sich orientieren kann, in seinem künftigen Für-Immer-Zuhause bestimmt prima, aber keine Voraussetzung für eine Adoption. Agility und viel Zeit in der Natur wären für September ganz bestimmt tolle Hundeaktivitäten, bei denen er sich so richtig auspowern kann. Er ist sehr gelehrig und liebt es auch geistig gefordert zu werden.
10. Mai 2022:
Der freundliche junge Rüde September ist ins ostfriesische Südbrockmerland umgezogen. Bei der 6-köpfigen Familie wird es dem lebhaften Jagdhund bestimmt nie langweilig. Ein wunderbares großes Grundstück für Spiel- und Toberunden stehen ihm und der vorhandenen Hündin zur Verfügung. Die Griechin und er sehen sich zum Verwechseln ähnlich und haben sich schnell angefreundet. Vielleicht freut auch sie sich, dass nun wieder ein weiterer Hund im Haus lebt. Für Frauchen und Herrchen, die ihren Aussie vor einem guten Jahr über die Regenbogenbrücke gehen lassen mussten, fühlt es sich jedenfalls gut an, wieder zwei Fellnasen an ihrer Seite zu haben. Na Moment, es sind Drei, wir wollen ja Kater Maiko nicht vergessen. Tember, wie unser ehemalige Schützling nun gerufen wird, wurde auch von ihm für gut befunden und darf sich auch mit auf seine Decke legen. Nun, das klingt nach einem guten Start! Alles alles Gute für alle Vier- und Zweibeiner und eine wunderbarere Zeit miteinander wünschen wir!