Unsere Partner in Stintino helfen, wo sie können. Und sie wissen natürlich, dass wir ihnen verlässlich zur Seite stehen und versuchen, für die Hunde und Katzen, die sie aufnehmen, ein gutes Zuhause zu finden. Auch wenn sie oft an ihre Kapazitätsgrenzen kommen wenn ein Hilferuf sie erreicht und sie es nur irgendwie möglich machen können, dann sagen sie nicht nein. Selbst wenn schon klar ist, dass es lange Zeit dauern kann, bis die Findelkinder überhaupt vermittlungsfähig sind.
So war es auch bei drei kleinen Hunden: Eine Kollegin aus Valledoria hatte im Sommer 2017 drei Hundebabys in der Campagna entdeckt. Alle drei waren unglaublich scheu, ließen sich nicht greifen, versteckten sich immer wieder. Aber die Kollegin wollte nicht riskieren, dass den Kleinen ein Leid geschah - dem Bauern, dem das Gelände gehörte, gefiel nicht, dass die Hundebabys dort herumliefen, und die Landstraße war auch nicht weit weg, die Kleinen könnten leicht überfahren werden. Sie gab also nicht auf, bis sie dann endlich die drei Hunde eingefangen hatte. Selbst konnte sie die Kleinen nicht behalten, und so landete das Trio in Stintino. Sie wurden zu einer sehr lieben, menschenbezogenen älteren Hündin ins Gehege gesetzt, die sich der Kleinen sofort wie eine Mama annahm. Die Hoffnung war, dass die Kleinen am Beispiel von Pia, wie die Hundedame heißt, lernen würden, dass Menschen auch gut und lieb sein können. Aber der erwartete Erfolg stellte sich nicht ein. Erst jetzt, nach über vier Jahren, ist zumindest einer der beiden Buben, der langhaarige Rasta, soweit entspannt geworden, dass an eine Vermittlung zu denken ist.
Aber Rasta ist längst noch kein Schoßhund. Das wird noch einige Zeit dauern. Aber die Chance ist da. Was er braucht, sind Menschen, die ihm mit viel Geduld und Liebe die Sicherheit vermitteln, die er braucht, um Vertrauen zu fassen.
22. Januar 2022:
Rasta durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen.
20. April 2022:
Drei Monate sind nun vergangen, seit Rasta auf seiner Pflegestelle angekommen ist und in dieser Zeit hat sich viel getan. Mit den vorhandenen Hunden und Katzen kommt Rasta sehr gut zurecht und das stabile Rudel verleiht ihm Halt und Sicherheit. Die Pflegefamilie hat in den letzten Wochen viel Liebe, Zeit und Geduld in das ängstliche Wesen von Rasta inverstiert, um ihm zu zeigen, dass es sich für ihn lohnt, wenn er sich den Menschen anvertraut. Dennoch war es lange Zeit kaum möglich, sich Rasta richtig anzunähern, ohne dass er in Panik verfiel und auch aus Hilflosigkeit hin und wieder seine Zähne einsetzte, um jeglichen menschlichen Kontakt zu vermeiden.
Ein deutlicher Wendepunkt trat vor ca. vier Wochen ein und es ist wie so oft im Leben: es gibt keinen Schaden ohne Nutzen! Bei Rasta trat ein Harnröhrenverschluss auf und in einer Not-OP wurden ihm ca. 20 Blasensteine entfernt. Davon hat er sich inzwischen wieder gut erholt und fortan wird er ein spezielles Futter benötigen, um einer erneuten Bildung von Struvit- und Ammoniumuratsteinen vorzubeugen. Wir gehen davon aus, dass diese Steine bei Rasta bereits über einen längeren Zeitraum Schmerzen verursacht haben. Seit er nämlich von diesen befreit ist, zeigt der deutlich mehr Bereitschaft, den Kontakt mit ihm zugewandten und vertrauten Menschen zuzulassen, er lässt sich das Brustgeschirr anlegen, beginnt Krauleinheiten zu genießen und geht inzwischen sogar regelmäßig zusammen mit seinen Hundekumpeln spazieren! Und auch auf dem Gelände einer Hundeschule war er schon mit dabei, hat anderen Vierbeinern beim Training zugeschaut und ist im Anschluss mit ihnen durch die Gegend geflitzt.
Für den kleinen Kerl sind das ganz enorme Fortschritte, über die wir uns alle riesig freuen. Dennoch hat Rasta noch einen langen Weg vor sich, bis er Misstrauen und Ängste verarbeitet hat und im Ansatz ablegen kann. Die Basis wurde aber durch seine Pflegefamilie geschaffen, so dass man nun gut darauf aufbauen kann und Rasta so langsam bereit für sein eigenes Zuhause ist. In diesem sollte es ruhig und entspannt zugehen, idealerweise sollte Hundeerfahrung vorhanden und die Menschen souverän sein. Zeit, Routine und liebevolle Geduld sind der Schlüssel, um Rasta Sicherheit zu vermitteln und ihn auf seinem weiteren Weg zum treuen Begleiter zu unterstützen.
07. Mai 2022:
Wenn Sie sich dieser Herausforderung und Verantwortung stellen möchten, bereit sind, mit dem süßen Strubbel weiter zu arbeiten und sich nicht davor scheuen, auch Rückschläge in Kauf zu nehmen, dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht!
23. Mai 2022:
Rasta, der jetzt Findus heisst, musste lange warten. Er war kein einfacher Hund, aber die Pflegefamilie hat tolle Arbeit geleistet und ihn nach und nach ans Leben gewöhnt. Er lebt nun in Aindling in einem Haus mit Garten an der Seite einer sehr ruhigen und sozialen Hündin, mit einem geduldigen sanften Frauchen, die Rasta alle Zeit der Welt lässt um anzukommen. Dafür schon mal ganz herzlichen Dank! :) Frauchen ist bereits in der Rente und hat viel Zeit für ihre beiden Hunde. Diese dürfen auch immer mit in den Urlaub, und wir sind sicher, dass Rasta ihre Geduld mit ganz viel Liebe belohnen wird.