Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, nicht überwunden. Manche Leute geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Und die Touristensaison hat begonnen … es vergeht daher kaum ein Tag, an dem keine Tiere gefunden und abgegeben werden. Außerdem werden von den Helfern der LIDA ebenfalls zahlreiche Streuner aufgelesen. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.
Aktuell ist die Situation besonders dramatisch: Wie auch unsere anderen Partner wird das Rifugio der LIDA überschwemmt mit Welpen. Diese vier Geschwister waren als winzige Babys in der Campagna gefunden worden. Wie Tausende andere Welpen waren sie unerwünscht zur Welt gekommen und dann wie Müll weggeworfen worden. Von den Möglichkeiten zur Vermeidung unerwünschter Vermehrung will man insbesondere in den ländlichen Gegenden nichts hören. Das hätte man früher auch nicht gemacht. Es sei wider die Natur. Nicht von Gott gewollt. Als ob von Gott gewollt wäre, dass hilflose Tierbabys wie Müll entsorgt werden. Diese Einstellung werden wir niemals verstehen können.
Das Quartett hatte das Glück gefunden und von lieben Menschen aufgezogen zu werden. Aber man konnte die Welpen nicht auf Dauer behalten, deshalb brachte man sie schließlich ins Rifugio. Die Kleinen wussten natürlich nicht, wie ihnen geschah, hatten sie ein paar Wochen ja fast familiär gelebt. Und nun das Rifugio mit seinen Hunderten Hunden, der stetig spürbaren Hektik, dem nie verstummenden Lärm. Es dauerte einige Zeit, bis sich die Geschwister entspannten. Aber wir möchten Piniba, Plinia, Paride und Persio helfen, das Rifugio bald wieder hinter sich lassen zu können. So schnell wie möglich möchten wir die vier schönen jungen Hunde nach Deutschland holen, damit sie hier gute Familie finden können, die ihnen ein tolles Zuhause für immer schenken.
11. Juni 2022:
Plinia durfte auf Ihren deutschen Pflegeplatz reisen.
16. Juni 2022:
Plinia musste nicht lange auf ihr eigenes Zuhause warten. Sie lebt nun mit Frauchen und den beiden erwachsenen Kindern in Edelsfeld. Die Familie hatte schon immer Hunde aus dem Tierschutz und nach dem traurigen Verlust des letzten geliebten Vierbeiners sollte das leere Körbchen wieder besetzt werden. Ihr neues Zuhause, ein Haus mit großem Garten, teilt sie sich nun auch mit einem neuen Katzenfreund. Viele Aktivitäten sind geplant, auch soll es gemeinsam in den Urlaub gehen. Laut ersten Rückmeldungen lebt sie sich gut ein und auch den ersten Spaziergang hat sie super gemeistert. Wir wünschen Plinia und ihrer neuen Familie eine lange und glückliche gemeinsame Zeit.