Nach einem Jahr war es Ende Oktober 2021 endlich wieder soweit: Eine kleine Gruppe unseres Teams machte sich auf zur gemeinsamen Projekttour. Alle unsere Partner erwarteten uns schon sehnsüchtig. Und wir freuten uns natürlich darauf, unsere "alten Bekannten" wiederzusehen sowie die zahlreichen Neuzugänge kennenzulernen, die man uns schon avisiert hatte.
Zu den Neuankömmlingen, die man uns in der LIDA vorstellte, gehörten auch diese Geschwister: Paolo und Francesca. Die beiden teilen das Schicksal mit Tausenden Hunden, die auf Sardinien jedes Jahr unerwünscht geboren oder als „nicht nützlich“ erachtet werden. Wer nicht gleich nach der Geburt getötet wird, wird dann einfach irgendwo ausgesetzt und seinem Schicksal überlassen. Insbesondere die ländliche Bevölkerung hat es „immer so“ gemacht, warum sollte man daran etwas ändern? Kastration – selbst wenn sie von uns bezahlt wird – erachtet man als überflüssig, wider die Natur oder hat andere Ausreden. Es ist schwer, dagegen anzugehen, insbesondere wenn man sich nicht als Besserwisser aufspielen will …
So hatten Paolo und Francesca zumindest das Glück, in der Campagna aufgegriffen und dann ins Rifugio der LIDA in Sicherheit gebracht zu werden. Die beiden sind wirklich tolle junge Hunde, noch ein bisschen schüchtern, aber das wird sich sicherlich schnell ändern, wenn sie erst einmal bei ihren endgültigen Familien angekommen sein werden. Im Rifugio fehlt den Mitarbeitern einfach die Zeit, sich individuell den Tieren zu widmen und ihnen die Zuwendung zu geben, die sie sich wünschen.
Deshalb möchten wir Paolo und Francesca so schnell wie möglich nach Deutschland holen. Hier sollen sie dann ihre Traumzuhause für immer finden bei Menschen, die ihnen mit Geduld und Liebe die Sicherheit vermitteln, die sie brauchen, um völliges Vertrauen zu fassen. Da Paolo und Francesca vermutlich einige Maremmanogene in sich tragen, suchen wir nun entsprechend geeignete Menschen, die über Herdenschutzhund Erfahrung verfügen bzw. bereit sind, sich mit dieser Rasse auseinanderzusetzen und vorab über die Besonderheiten informieren. Passende häusliche Gegebenheiten sollten vorhanden sein.
19. März 2022:
Francesca durfte auf ihren deutschen Pflegeplatz reisen.
27. März 2022:
Francesca hat sich sehr gut auf ihrer Pflegestelle eingelebt. Sie versteht sich mit allen Zwei-wie Vierbeinern. Sie ist eine liebe, menschenbezogenen Fellnase. Sie genießt jede Streicheleinheit in vollen Zügen.Fremden gegenüber ist sie anfangs etwas schüchtern, aber es dauert nur kurze Zeit bis sie sich traut eine Streicheleinheit oder Leckerchen einzuheimstern. Nachts schläft sie bereits brav durch.
Francescas Wunschzettel an ihre Familie besteht u.a. darin, dass sie bei allen Aktivitäten dabei sein möchte. Sie ist sehr gerne draußen und chilled liebend gerne in der Sonne. Deswegen sollte ein eingezäunter Garten (ebenfalls ein großer Wunsch von Francesca) vorhanden sein. Sie beobachtet ihre Umgebung aufmerksam und Besuch wird schonmal bellend angekündigt.
22. Juni 2022:
Nachdem die Familie aus einem langen Aufenthalt in Italien wieder nach Deutschland zog war klar, dass zusätzlich zu ihrem älteren Hundebuben eine neue Fellnase einziehen darf. Ein Haus mit Garten wurde gekauft und somit stand dem vierbeinigen Familienzuwachs nichts mehr im Wege. Die liebe, verschmuste und coole Francesca sollte es sein :) Beim ersten Besuch sprang sofort der Funke, alle Formalitäten wurden erledigt und somit wohnt Francesa, die nun Franzi heißt in Bad Rodach. Langweilig wird es ihr bestimmt nicht werden, denn ihr Hundekumpel ist noch fit und Herrchen, der bereits im Ruhestand ist hat schon so einige Pläne geschmiedet. Frauchen ist im Moment noch Zuhause, arbeitet aber später nur halbtags, denn Zeit für die Vierbeiner ist sehr wichtig für die Familie. Den ersten Rückmeldungen zufolge klappt alles super.