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Gonaria (11.07.)



Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Es vergeht kaum ein Tag, an dem keine Tiere gefunden oder abgegeben werden. Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, nicht überwunden. Und aktuell verschärft sich die Infektionslage sogar wieder, so dass Entspannung nicht in Sicht ist. Manche Leute geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Und von den Helfern der LIDA werden natürlich auch weiterhin zahlreiche Streuner aufgelesen. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.

Ende Januar 2022 erreichte die LIDA ein Hilferuf aus einem kleinen Ort mitten in Sardinien: Eine herrenlose Hündin und ihre sechs Welpen lebten dort auf einer Baustelle. Das war an sich schon gefährlich. Aber hinzu kam, dass auch die Einheimischen die Hunde dort gern „weghaben“ wollten. Die Leute, die die Hundefamilie gemeldet hatte, wurde gebeten, sich noch 2 bis 3 Tage zu gedulden, dann hätte man einen Platz gefunden. Und mit einer Helferin war schon organisiert, dass sie die Hundefamilie holen würde. Aber dann mischte sich eine andere Person ein, und sorgte dafür, dass die Welpen sofort eingefangen und in ein kleines Canile (mit wenig gutem Ruf) in Centro Sardegna gebracht wurden. An einen sehr elenden und zudem bitterkalten Ort. Die Mama hatte man übrigens einfach allein zurückgelassen. Aber die LIDA-Leute ließen nicht locker, sie setzten alles daran, die Kleinen dort wieder wegzuholen. Was ihnen dann mit Hilfe einer anderen Tierschützerin Anfang Februar glücklicherweise auch gelang. Die Hundekinder kamen ins Rifugio in Sicherheit, und Sie finden die Hundemädchen Gaby, Giada, Gina und Ginny sowie die beiden Buben Gigi und Gordon auch auf unserer Webseite.

Die Mama lief damals leider noch in dem Ort herum, aber es wurde sich darum gekümmert, dass auch sie eingefangen wird. Jetzt endlich gelang es, nicht nur Mama Gonaria, sondern auch den Papa Gonario zu sichern und ins Rifugio zu bringen. Gonaria und Gonario sind sehr liebenswürde, freundliche, menschenbezogene Hunde, die die Zuwendung der Rifugio-Mitarbeiter sehr genießen.

Aber wie für ihre Kinder soll auch für Gonaria und Gonario das Rifugio nun nicht die Endstation sein. So schnell wie möglich möchten wir die beiden nach Deutschland holen, damit sie hier ihre Traumzuhause für immer finden können. Wir wünschen uns für sie liebe Menschen, die ihnen engen Familienanschluss bieten. Da Papa Gonario ganz offensichtlich auch Maremmanogene mitbringt, braucht er ein entsprechendes häusliches Umfeld und seine neuen Menschen sollten idealerweise schon Erfahrung mit Herdenschutzhunden haben oder bereit sein, sich mit der Rasse zu befassen und Empfehlungen umzusetzen.



24. Mai 2022:
Gonaria durfte auf ihre deutsche Pflegestelle reisen.

13. Juni 2022:

Gonaria hat sich in kürzester Zeit toll auf ihrer Pflegestelle entwickelt und taut immer mehr auf. Sie orientiert sich immer noch sehr an Gonario (der nun Ole heißt und von der Familie adoptiert wurde), geht aber immer öfter auch mal ihren eigenen Weg. Spaziergänge ohne ihn sind mittlerweile auch möglich und sie läuft gut an der Leine.

Sie muss noch viel kennenlernen, aber sie lernt schnell und wird immer sicherer. Zu ihren Pflegeeltern hat sie schon eine gute Bindung, auch sie geben ihr Sicherheit. Das erste Kennenlernen mit den Enkelkindern klappte auch recht gut. Gonaria war sehr lieb und geduldig. Bei fremden Menschen ist sie erst vorsichtig, aber das Eis bricht recht zügig, wenn man sie von sich aus kommen lässt. Bei Begegnungen mit fremden und aufdringlichen Hunden ist sie ängstlich und unsicher. Bei entspannten Vierbeinern ist sie neugierig und auch interessiert. Mit Katzen hat sie keine Probleme.

Auf kleine Kommandos reagiert sie immer öfter, sie ist ein sehr schlaues Hundemädchen. Im Haus ist sie eine brave Mitbewohnerin, sie ist stubenrein und kann für eine gewisse Zeit mit Ole alleine bleiben.

11. Juli 2022:
Besser hätte es für Gonaria nicht laufen können: Sie darf in Krefeld bleiben und sie hat auch ihren Bruder Gonario nach wie vor bei sich, der direkt nebenan wohnt :-) Gonaria hatte sich schnell in die Herzen ihrer neuen Familie geschlichen (die zufälligerweise die Nachbarn der Pflegefamilie sind) und es geschickt angestellt, dass sie nun für immer bleiben darf :-) Ihr neues Zuhause teilt sie sich nun mit Frauchen, Herrchen, zwei Kindern und zwei neuen Katzenfreunden. Alle sind sehr glücklich mit Gonaria. Gemeinsame Ausflüge, tolle Spaziergänge und Urlaube sind geplant. Wir freuen uns sehr über dieses tolle und fast einzigartige Happy-End.
 
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