Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, nicht überwunden. Manche Leute geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Und die Touristensaison hat begonnen ... es vergeht daher kaum ein Tag, an dem keine Tiere gefunden und abgegeben werden. Außerdem werden von den Helfern der LIDA ebenfalls zahlreiche Streuner aufgelesen. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.
Aktuell ist die Situation besonders dramatisch: Wie auch unsere anderen Partner wird das Rifugio der LIDA überschwemmt mit Welpen. Diese beiden Brüder waren als winzige, erst wenige Tage alte Babys in der Campagna gefunden worden. Wie Tausende andere Welpen waren sie unerwünscht zur Welt gekommen und dann wie Müll weggeworfen worden. Von den Möglichkeiten zur Vermeidung unerwünschter Vermehrung will man insbesondere in den ländlichen Gegenden nichts hören. Das hätte man früher auch nicht gemacht. Es sei wider die Natur. Nicht von Gott gewollt. Als ob von Gott gewollt wäre, dass hilflose Tierbabys wie Müll entsorgt werden. Diese Einstellung werden wir niemals verstehen können.
Die beiden Hundebuben hatten das Glück, gefunden zu werden. Und die liebe Antonietta, eine der unermüdlichen Mitarbeiterinnen im Rifugio, nahm sich der beiden Babys an und zog sie liebevoll auf. Wer schon mal solch kleine Hunde- oder Katzenbabys mit der Flasche aufgezogen hat, der weiß, was das für eine Arbeit und Verantwortung bedeutet: Alle zwei bis drei Stunden, rund um die Uhr füttern, Bäuchlein massieren, reinigen ... Und das mehrere Wochen, bis die Kleinen dann anfangen, selbständig zu futtern.
Saverio und Shergan haben es dank ihrer wunderbaren Pflegemama geschafft. Die beiden konnten ihre Babyzeit in schöner, familiärer Umgebung verbringen, und sind deshalb auch sehr freundliche, aufgeweckte Hundekinder geworden. Inzwischen sind sie auch ins Rifugio umgezogen und wir hoffen, dass wir Saverio und Shergan so schnell wie möglich nach Deutschland holen können. Hier sollen sie dann gute Familien finden, die ihnen ein tolles Zuhause für immer schenken.
31. Juli 2022:
Saverio und Shergan sind ganz entzückende Hundekinder, die bereit sind, in ihr eigenes Zuhause zu ziehen.
Saverio durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen.
19. August 2022:
Der liebe Saverio hat sein Zuhause in Berlin bei einem Paar gefunden. Sein Frauchen und Herrchen haben nach dem Verlust ihrer Hündin vor ein paar Jahren erst einmal Zeit gebraucht, sich wieder für das Leben mit Hund zu entschließen. Ein Vierbeiner, so Frauchen beim Vorgespräch, lässt die Sonne aber ein bisschen heller scheinen. So stieß sie bei der Suche auf den schönen Saverio, der nun mit den beiden in einer Wohnung nahe dem Tempelhofer Feld wohnt. Sicher wird er auch im Freundeskreis einige Hundekumpels finden. Der Bub darf sein Frauchen zur Arbeit begleiten und auch dort für gute Stimmung sorgen. Bei Bedarf steht die Schwester zur Verfügung, die sich auch sehr gefreut hat, dass wieder ein Hund in die Familie kommt. Auf Saverio warten sicher viele glückliche Hundejahre. Uns bleibt alles, alles Gute zu wünschen.