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Coco (22.08.)


Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Es vergeht kaum ein Tag, an dem keine Tiere gefunden oder abgegeben werden. Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, nicht überwunden. Manche Leute geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Und von den Helfern der LIDA werden natürlich auch weiterhin zahlreiche Streuner aufgelesen. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.

Am 23.01.2022 wurden zwei Hundemädchen ins Rifugio gebracht. Sie waren die ersten beiden Hundekinder, die aus einer sehr schlimmen Situation herausgeholt werden konnten. Was sie im Einzelnen erlebt und erduldet haben, wissen wir nicht, aber die beiden waren völlig verängstigt und drückten sich nur zusammen in eine Ecke des Käfigs. Es war unmöglich, an sie heranzukommen. Eine gute Woche später konnten auch die beiden noch an dem Ort verbliebenen Schwestern eingefangen und ebenfalls ins Rifugio gebracht werden. Die beiden verhielten sich genauso: Regungslos, wie erstarrt, hockten sie im Käfig. Es war zum Herzzerreißen. Dass sie nun in Sicherheit waren, dass ihnen nichts Böses mehr passieren konnte, dass wussten sie ja nicht … Und niemand wagte eine Prognose, wie lange es dauern würde, bis die vier Mädchen sich entspannen und Vertrauen fassen würden. Über etliche Wochen war es schlicht unmöglich, ihnen näher zu kommen und sie zu streicheln. Erst ab Mitte März zeigten sich erste Veränderungen.

Am 25.03.2022 fragte dann Marco bei uns an, ob wir zweien der Mädchen, Chezia und Chinzia, helfen würden. Die beiden waren zwar immer noch etwas schüchtern, aber sie waren inzwischen soweit, dass man sie streicheln und auch auf den Arm nehmen konnte. Und wieder ein paar Tage später kam dann die Nachricht, dass sich auch Candore entspannen würde und sich streicheln ließe. Lediglich die vierte Schwester ist nach wie vor „Unberührbar“, aber wir hoffen natürlich, dass die Bemühungen der Canile-Helfer auch bei ihr irgendwann erfolgreich sein werden.

So stellten wir also erst einmal Chezia, Cinzia und Candore vor. Und dann, am 14. April 2022, kam die Nachricht, dass auch das vierte Geschwisterchen, die hübsche Coco, ihre anfängliche Panik überwunden hat. Von „zutraulich“ ist sie noch ein Stück entfernt. Aber so viel wie möglich beschäftigt sich eine Helferin mit ihr, und wir sind sicher, dass auch Coco auf gutem Weg ist.

Wir hoffen, dass wir für Chezia, Cinzia, Cadore und Coco bald die passenden Zuhause finden. Was sie brauchen, sind Menschen, die auf dem, was die Rifugio-Helfer schon erreicht haben, aufbauen. Menschen, die ihnen liebevoll die Sicherheit vermitteln, die sie brauchen, um ihre Ängste völlig zu überwinden und zu lebensfrohen Hunden zu werden.



09. Juli 2022:
Coco durfte auf ihren deutschen Pflegeplatz reisen.

Wenn Sie sich bewusst sind, dass die Adoption eines Hundes nicht nur viel Freude, sondern auch Arbeit bedeutet, und Sie bereit sind, die Verantwortung für ein glückliches und hoffentlich langes Hundeleben zu übernehmen, dann freuen wir uns über Ihre Nachricht.

19. Juli 2022:

Die junge Coco ist eine sehr hübsche, noch unsichere Hündin. Sie zeigt aber bereits, dass sie sich ihren Menschen gerne anschließen will. Sie mag es, sich neben ihr Pflegefrauchen auf die Couch zu legen und nimmt dann Streicheleinheiten an. Coco hat keine Probleme mit der vorhanden Ersthündin und mit der Katze von Pflegefrauchen. Im gesicherten Garten dreht sie erste Erkundungsrunden. Seite an Seite mit der Ersthündin läuft sie auch bereits passabel an der Leine. Sie toleriert momentan aufdringliche Rüden nicht in ihrer Nähe, Begegnungen mit Hündinnen sind unproblematisch. Fremden Menschen geht sie erst einmal aus dem Weg, halten diese ein Leckerchen bereit, nimmt sie dieses aber gerne an. Coco ist an einen Zimmerkennel gewöhnt, den sie als Rückzugsort in stressigen Situationen und um Ruhe zu finden aufsucht. Wir suchen für Coco ein hundeerfahrenes Zuhause, in dem weiter Alltagssituationen geübt werden und sie an Umweltreize herangeführt wird. Wir wünschen uns einen ruhigen Haushalt in eher ländlicher Umgebung.

Videolink: https://youtu.be/jKaHkF0hxf

22. August 2022:
Als Coco nach Deutschland kam, war sie wirklich ein Häufchen Elend und sehr eingeschüchtert. In ihrer Pflegestelle in Köln konnte sie aber überraschend schnell Selbstbewusstsein tanken. Seite an Seite mit Hündin Emma, die im Sommer 2020 (damals hieß sie Lisa) von uns vermittelt wurde, erkundet sie ihre Umgebung. Aber nicht nur Coco profitiert von der Hundefreundin, auch Emma genießt die Hundegesellschaft sehr und hat ihre Verlassensängste weitgehend hinter sich lassen können. So beschloss das Pflegefrauchen, auch Coco ein festes Zuhause zu geben. Zu dritt sind die beiden nun viel unterwegs. Ein erster Wanderurlaub in den Bergen wird alle noch mehr zusammenschweißen. Wir lieben solche Happy Ends, die uns zeigen, dass auch scheinbar „schwere Fälle“ in dem richtigen Umfeld ihre Lebensfreude entfalten können. Danke an das Pflegefrauchen, die stets an Coco geglaubt hat und sich für eine Adoption entschieden hat.
 
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