Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, nicht überwunden. Manche Leute geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Und die Touristensaison läuft auf Hochtouren … es vergeht daher kaum ein Tag, an dem keine Tiere gefunden und abgegeben werden. Außerdem werden von den Helfern der LIDA ebenfalls zahlreiche Streuner aufgelesen. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.
Aktuell ist die Situation besonders dramatisch: Wie auch unsere anderen Partner wird das Rifugio der LIDA überschwemmt mit Welpen. Die meisten von ihnen weggeworfen wie Müll. Die Partner in der LIDA und auch wir fragen uns immer wieder: Was sind das für Menschen, die so etwas tun? Es gibt so viele Hilfsangebote, nicht zuletzt auch von uns, Trächtigkeiten und damit dieses unbeschreibliche Elend zu verhindern. Aber man ist zu stolz, um Hilfe zu bitten. Das hat man noch nie gemacht. Kastrationen sind wider die Natur. Nicht von Gott gewollt. Keine Zeit, zum Tierarzt zu fahren. Wenn ich meine Hündin zum Tierarzt bringen muss, macht sie mir das Auto schmutzig. Die Litanei der Ausreden ist ellenlang, und wir können sie bald nicht mehr hören. Auch wenn wir schon so viele Jahre auf Sardinien aktiv sind, an dieses verantwortungslose, herzlose Verhalten werden wir uns nie gewöhnen.
Dieses Quartett hatte jedoch Glück und wurde am 25. April 2022 gefunden. Die Babys waren gerade mal ein paar Tage alt. Sie hätten so dringend noch ihre Mamma gebraucht, und ohne Hilfe hätten sie wohl nicht überlebt.
Im Rifugio konnten die vier Babys – drei Mädchen und ein Bube - erst mal ihren Hunger und Durst stillen, dann wurden sie gesäubert und kamen in einen Quarantänekäfig. Und dann musste abgewartet werden, wie sie sich entwickeln würden. Inzwischen sind Faith, Fiesta, Funny und Brüderchen Frizzi zu hübschen Hundekindern herangewachsen, und wir hoffen sehr, dass sie weiterhin gesund bleiben.
Wir wünschen uns nun sehr, dass Faith, Fiesta, Funny und Frizzi bald ihre Reise nach Deutschland antreten können, um hier ihre Familien zu finden, die ihnen ein Traumzuhause mit engem Familienanschluss schenken werden.
Funny durfte Anfang September direkt in ihr neues Zuhause nach Risum-Lindholm ziehen. Sie lebt nun bei einem Ehepaar sowie einer Katze und darf Haus und Garten ihr Eigen nennen. Herrchen arbeitet von Zuhause aus, sodass Funny nie lange alleine bleiben muss. Die Familie freut sich schon auf die tierische Begleitung bei den langen Spaziergängen an der Nordsee, die die Familie direkt vor der Haustüre hat.
Wir freuen uns sehr für Funny und wünschen ihr und ihrer Familie eine schöne gemeinsame Zeit!