Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Es vergeht kaum ein Tag, an dem keine Tiere gefunden oder abgegeben werden. Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, nicht überwunden. Manche Leute geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Und von den Helfern der LIDA werden natürlich auch weiterhin zahlreiche Streuner aufgelesen. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.
Am 11. März 2022 wurden vier Welpen, zwei Mädchen und zwei Buben, ins Rifugio gebracht. Angeblich gefunden … Da das Quartett aber in vergleichsweise recht gutem Zustand war, gab es Zweifel an den Angaben, aber dennoch wurden die Kleinen natürlich aufgenommen. Allerdings wurde einer der beiden Rüden nach ein paar Tagen von dem „Finder“ wieder abgeholt, weil er ihn „so gern doch selbst behalten wollte“ ...
So sind nun also noch die beiden Mädchen Samoa und Scilla sowie Brüderchen Sudan im Rifugio. Sie haben sich weiterhin gut entwickelt, sie sind nicht nur ausgesprochen hübsche, sondern auch sehr freundliche Hundekinder, alterstypisch lebhaft, neugierig und verspielt. Natürlich soll das Rifugio auch für diese drei nicht die Endstation sein. So schnell wie möglich möchten wir sie nach Deutschland holen, damit sie hier ihre Traumzuhause finden können.
Für Samoa, Scilla und Sudan wünschen wir uns aktive Familien, die viel in der Natur unterwegs sind, was den agilen, lauffreudigen Hunden sicherlich viel Spaß machen würde.
23. Juni 2022:
Seine Schwesterchen durften das Rifugio schon hinter sich lassen. Sudan ist solch ein toller, freundlicher aufgeweckter und auch hübscher Hund, aber er wartet noch immer auf seine Chance, endlich reisen zu dürfen.
Sudan durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen.
16. Juli 2022:
Sudan hat sich bestens auf seiner Pflegestelle eingelebt und er fand seine Pflegeeltern vom ersten Augenblick an prima. Der kräftige Quirl ist mit seinen „Smokey-Eyes“, den langen Schlappohren und seinem Zwirbelbart ist schon ein richtiger Hingucker.
Seinem Alter entsprechend erkundet er fleißig seine neue Umwelt, insbesondere seine Nase ist im Dauerbetrieb. Das Anziehen des Geschirrs und das Laufen an der Leine klappen schon sehr ordentlich. In kleinen Etappen lernt er die neue Welt gemeinsam mit Pflegefrauchen kennen. Dabei hat er schon Erfahrungen mit Fahrrädern, Rollern, großen Bussen und anderen Menschen gemacht. Er zeigt sich hier zwar eher zurückhaltend, aber interessiert und nicht verängstigt. Auch bei fremden Menschen ist er nicht aufdringlich, bleibt erst einmal im Hintergrund, lässt sich dann aber gerne überzeugen, dem fremden Zweibeiner mal Hallo zu sagen.
Die normalen Geräusche in einem Haushalt musste Sudan erst einmal kennenlernen. Der Fernseher und der Staubsauger haben ihn anfangs sehr irritiert, aber auch dank seiner Hundekumpels auf der Pflegestelle hat er gelernt, dass das wohl normal ist. Kurzzeitig kann er mit den anderen Hunden der Pflegestelle schon alleine bleiben, zudem hat er auch schon erste kurze Autofahrten gemeistert. Er hat sogar sein Pflegefrauchen bereits ins Büro begleitet und nach einer kurzen Quengelphase ruhig in seiner Schlafbox geschlummert.
Die Katzen der Pflegestelle findet er sehr interessant, er hat sie aber vom ersten Tag an respektiert und nicht gejagt.Kinder sollten auf jeden Fall schon standfester sein, denn sein Temperament ist noch etwas ungestüm. Insbesondere bei der Begrüßung wackelt der ganze Hund vor Freude :-)Nachts schläft Sudan schon durch und es passiert ihm fast kein Malheur mehr im Haus. Zu erwähnen ist noch sein Unterwasser-Hobby: Sowohl im Haus als auch im Mini-Terrassen-Bottich steckt er den ganzen Kopf ins Wasser und blubbert fleißig Blasen.
Sudan hat sein Zuhause in Kirchwalsede gefunden und hört nun auf den Namen Apollo. Der hübsche Kerl hat sich schnell und gut in seiner fünfköpfigen Familie eingelebt und genießt das ländliche Leben mit den drei Kindern und dem großen Garten zum Toben sehr. Für die Familie war nach dem Tod des letzten geliebten Vierbeiners klar, dass es ohne Hund nicht geht und ist mit Apollo schnell fündig geworden. Für ihn steht nun die Hundeschule fest auf dem Programm, wenn er Spaß an einer Hundesportart oder Nasenarbeit entwickelt, wird er entsprechend gefördert, aber vor allem darf er fester Familienbestandteil sein und die Kinder lieben ihn schon sehr. Wir freuen uns, dass Apollo es so gut angetroffen hat und wünschen allen zusammen viele glückliche und gesunde Jahre!