Unsere Partner in Stintino helfen, wo sie können. Während der Pandemie mit all ihren Einschränkungen waren sie oft an ihre Kapazitätsgrenzen gekommen, hatten aber nie aufgegeben. Es sah Anfang des Jahres so aus, als ob bald alles wieder normal laufen würde. Dass es bedingt durch den Krieg in der Ukraine mit all seinen weltweiten schrecklichen Auswirkungen - noch
schlimmer kommen könnte, als zu Pandemiezeiten: Das hätte niemand erwartet. Aber was sollen unsere Partner tun? Sollen sie ignorieren, wenn ein Hilferuf sie erreicht? Sollen sie wegschauen, wenn sie selbst ein herrenloses Tier finden? Das bringen sie nicht übers Herz. Und sie hoffen natürlich, dass wir ihnen weiterhin zur Seite stehen und versuchen, für die Hunde und Katzen, die sie aufnehmen, gute Zuhause zu finden. Wir tun was wir können. Aber die Lage ist erdrückend ...
Zagor war der Hund eines Obdachlosen. Die beiden lebten sehr eng zusammen, sie brauchten sich gegenseitig und liebten sich. Doch dann starb das Herrchen, er erlag einem Herzinfarkt.
Und Zagor stand mutterseelenallein da. Die Vigili brachten es nicht übers Herz, den freundlichen kleinen Hund in ein Canile zu stecken ... auf Nimmerwiedersehen. Und so kamen dann unsere Partner in Stintino ins Spiel, und dass sie nicht nein sagen, überrascht sicherlich
niemanden.
Anfangs war Zagor sehr verstört, in sich gekehrt, aber auch mürrisch, wollte
für sich sein - es war ihm anzumerken, dass er enorm unter dem Verlust seines Herrchens litt. Es dauerte eine Weile, bis er zugänglicher wurde, aber inzwischen hat sich Zagor wunderbar in das Rudel integriert. Er zeigt sich freundlich und aufgeschlossen, genießt auch die menschliche Zuwendung und ist verträglich mit all seinen neuen Freunden.
Natürlich soll das Rescue auch für Zagor nur eine Zwischenstation sein. So bald wie möglich möchten wir Zagor ermöglichen, seine
Reise nach Deutschland anzutreten. Hier soll er dann bei lieben Menschen, die ihm engen Familienanschluss schenken, sein Traumzuhause finden. Und das für immer.
20. August 2022:
Zagor durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen.
20. September 2022:
Der kleine Zagor hat sich gut auf seiner Pflegestelle eingelebt. Leider hatte er einige Anfälle, weshalb wir sofort den Tierarzt unseres Vertrauens aufsuchten. Mittlerweile ist er medikamentös gut eingestellt und zeigt sich als freundlicher und frecher kleiner Kerl :-)
Zagor ist anhänglich, läuft gut an der Leine, ist stubenrein und fährt problemlos im Auto mit. Mit Kindern kommt Zagor gut zurecht. Mit Artgenossen ist Zagor verträglich, jedoch entscheidet hier die Sympathie. Ein Zuhause, wo er Einzelprinz sein darf, würde Zagor jedoch bevorzugen. Zagor möchte am Leben seiner Menschen teilhaben und diese gerne überall hin begleiten. Er liebt ausgedehnte Spaziergänge und Tobeeinheiten im Garten. Er könnte seine Menschen auch durchaus ins Büro begleiten.
Menschen gegenüber ist Zagor sehr freundlich, er probt aber auch gerne mal, wie ernst sein Mensch ein Kommando meint und ob es sich lohnt, die Ohren auch mal auf Durchzug zu stellen, um seinen Kopf durchzusetzen.
21. Oktober 2022:
Zagor hatte das große Glück und durfte Ende August auf seine Pflegestelle in Berlin ziehen. Leider hatte der kleine Kerl keinen leichten Start - epileptische Anfälle machten Zagor sehr zu schaffen. Die Pflegestelle hat sich liebevoll um ihn gekümmert. Zagor ist nun gut eingestellt und glücklicherweise seitdem anfallsfrei.
Eine junge Familie hat Zagor besucht und sich in ihn verliebt. Die Vorkontrolle wurde gemeinsam mit Zagor durchgeführt und so wohnt er nun in Berlin-Prenzlauer Berg unweit des Volksparks Prenzlauer Berg. Für kleinere Spielrunden gibt es sogar einen schönen ruhigen Innenhof. Zagor hat sich in Windeseile in die Familie integriert - alle gemeinsam haben sogar schon einen tollen Urlaub an der Ostsee verbracht.
Wir freuen uns sehr, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich nicht davor scheuen, auch Fellnasen mit Handicap ein schönes Zuhause zu schenken. Wir wünschen Zagor alles Gute und sind auf weitere Bilder und Berichte gespannt.