Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, nicht überwunden. Manche Leute geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Und die Touristensaison läuft auf Hochtouren … es vergeht daher kaum ein Tag, an dem keine Tiere gefunden und abgegeben werden. Außerdem werden von den Helfern der LIDA ebenfalls zahlreiche Streuner aufgelesen. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.
Eine Familie bat im Rifugio um Hilfe für ihren Roccy, einen wunderschönen Siberian Husky. Die Leute fühlten sich zunehmend überfordert. Aus welchen Gründen die Familie sich einen Hund dieser Rasse angeschafft hatte, wissen wir nicht. Aber unsere Partner in der LIDA und auch wir fragen uns natürlich schon, wie man einem Hund, der ja eher auf nordisches Klima angepasst ist, das Leben in einem Land zumuten kann, in dem es im Sommer nicht selten auch 45 Grad heiß werden kann. Und in einer Stadt wie Olbia kann man sicherlich auch nicht den Bedarf an Bewegung erfüllen, den ein Husky braucht.
Wir hoffen nun natürlich, dass wir für den schönen, freundlichen und sehr menschenbezogenen Roccy das passende Zuhause finden. Siberian Huskys sind bewegungsfreudig und ausdauernd. Sportliche Menschen, die viel mit Roccy in der Natur unterwegs sein können, wären ideal.
06. August 2022:
Roccy durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen.
11. August 2022:
Roccy fühlte sich in der Pflegestelle vom ersten Tag an zuhause, er hat das charakteristische Temperament des Siberian Husky, ist freundlich und sanftmütig, aber auch aufmerksam und kontaktfreudig. Roccy zeigt nicht die besitzbetonenden Eigenschaften eines Wachhundes.
Noch ist er etwas misstrauisch gegenüber Fremden. Anderen Hunden gegenüber ist er noch etwas wild und möchte am liebsten immer spielen. Er läuft schon sehr gut an der Leine, das Autofahren funktioniert auch schon sehr gut. Das Alleinebleiben muss noch etwas geübt werden.
Seine Intelligenz, Lenkbarkeit und sein Eifer machen ihn zum angenehmen Begleiter und willigen "Arbeiter", der ausgelastet und beschäftigt werden möchte.
Sibirische Huskys müssen arbeiten, um glücklich zu bleiben. Normalerweise genügt es ihnen, ihren aktiven Lebensstil beizubehalten, viel zu wandern und andere Sportarten im Freien auszuführen. So bleiben sie gesund, glücklich und ausgeglichen. Diese hochenergetische Rasse kann im Haus und auch draußen sehr destruktiv sein - besonders wenn sie gelangweilt ist oder nicht ausreichend Bewegung bekommt. Es könnte das ein oder andere Blumenbeet oder der Garten umgegraben werden.
Roccy lebt nun in Neuhaus a.d. Pegnitz bei einem alleinstehenden Herrn in einem Haus mit Garten. Herrchen ist Husky-erfahren und hatte immer mehrere Hunde auf einmal, insgesamt sprechen wir von drei Hundegenerationen. Nach dem Tod von Husky Jack trauerte die alte Hündin Lucy sehr. Nachdem Roccy eingezogen ist, wird die alte Dame nochmal jung und die beiden sind bereits jetzt ein tolles Team. Herrchen ist überglücklich und wir freuen uns ebenfalls sehr mit den Dreien. :)