test

Cuba (19.12.)


Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, nicht überwunden. Manche Leute geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Und die Touristensaison hat begonnen … es vergeht daher kaum ein Tag, an dem keine Tiere gefunden und abgegeben werden. Außerdem werden von den Helfern der LIDA ebenfalls zahlreiche Streuner aufgelesen. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.

So sagten die LIDA-Mitarbeiter auch nicht nein, als dieser Hund bei ihnen abgegeben wurde. Cuba, so heißt der Rüde, hatte von Welpenzeit an eine Familie. Aber nun zieht die Familie um, und kann – oder will – ihn nicht mitnehmen. Wenn man einen Hund oder eine Katze hat und muss umziehen: Wieso sucht man dann nicht so lange, bis man etwas gefunden hat, wo Hund oder Katze ebenfalls willkommen sind?

Wie dem nun auch sei, der arme Cuba wurde abgeschoben und sitzt jetzt also im Rifugio und versteht die Welt nicht mehr. Natürlich haben die Canile-Mitarbeiter bei der Vielzahl der zu betreuenden Tiere nicht die Zeit, sich so intensiv mit jedem Hund oder jeder Katze zu beschäftigen, wie es wünschenswert wäre. Deshalb möchten wir Cuba gern helfen, dass er das Rifugio bald hinter sich lassen kann.

Wir suchen für ihn die passende Familie, die ihm ein gutes Zuhause für immer schenken kann.


29. Oktober 2022:
Cuba durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen.

04. November 2022:

Cuba hat sich auf seiner Pflegestelle gut eingelebt und man merkt ihm an, dass er es kennt, sein Leben im Haus mit Zweibeinern zu teilen. Er ist völlig entspannt, genießt die Aufmerksamkeiten und Streicheleinheiten seiner Bezugspersonen sehr und möchte sie am liebsten immer überall begleiten. Das Thema Stubenreinheit hat er schon verstanden und Autofahrten stellen für Cuba auch kein Problem dar.

Der stattliche Rüde hat sich leider während seiner Zeit im Canile ein paar Kilos zu viel angefuttert und so gilt es nun, dem Hüftgold den Kampf anzusagen. Die Freude am Ballspielen ist bei Cuba groß, jedoch braucht er auch dringend regelmäßige Bewegung als sportliche Betätigung, zunächst in Form von ausgiebigen Spaziergängen, später sicherlich auch gerne als Jogging- oder Fahrradbegleiter. Hier hat der Kerl noch viel zu lernen, das manierliche Laufen an der Leine und Begegnung fremder Hunde muss fleißig trainiert werden. Cuba wird es in seinem bisherigen Leben nicht kennengelernt haben und hat hier noch ein paar Defizite. Da er jedoch gerne bereit zur Interaktion mit seinem Menschen ist und ein Anspornleckerchen nie verweigern würde, ist das eine gute Basis, um diesen imposanten und selbstbewussten Rohdiamanten zu fördern und in die richtigen Bahnen zu lenken.

Wer die Arbeit mit einem Halbstarken nicht scheut, Freude daran und Geduld hat, Cubas Energie umzuleiten, bekommt einen treuen und pfiffigen Gefährten an seine Seite.



19. Dezember 2022:
Powerpaket Cuba hat mit der großartigen Unterstützung seiner Pflegeeltern hart an sich gearbeitet und als ein ernstzunehmender Interessent auf der Bildfläche erschien, war es seinen Pflegeeltern nicht mehr möglich, Cuba zu "verraten" und in ein anderes Zuhause zu schicken. Im Haus war Cuba vom ersten Moment der Traumhund, aber draußen wurde sehr schnell klar, dass er in seinem Zuhause auf Sardinien nicht mit anderen Hunden sozialisiert wurde und es auch nicht kannte, spazieren zu gehen. Er war beim ersten Schritt durch die Haustüre ein absolutes Nervenbündel und bei Begegnungen mit Artgenossen war Cuba in den ersten Wochen für die noch hundeunerfahrenen Pflegeeltern kaum zu händeln und der Wunsch bestand, für ihn eine andere Pflegestelle zu suchen. ProTier hat natürlich nur begrenzt viele Pflegestellen und die lassen sich leider nicht auf Kommando aus dem Ärmel schütteln, denn diese Pflegestellen wurden zeitgleich mit Cubas Ankunft in Deutschland entsprechend neu belegt und damit ein neuer Pflegi aufgenommen werden kann, muss ein anderer Pflegi vorher ausziehen.
An dieser Stelle muss ich den Pflegeeltern mal ein ganz großes Kompliment machen, denn sie haben sich tapfer "durchgebissen" und haben nicht das Handtuch geworfen. Im Gegenteil, sie waren bereit, sich eine wirklich gute Trainerin an die Seite zu nehmen und die ersten kleinen Erfolge haben ihnen genug Mut gemacht, weiter dran zu bleiben und Cuba nicht einfach aufzugeben, obwohl das viel bequemer gewesen wäre. Neben den Trainerstunden haben sich die Pflegeeltern auf die Suche nach einer Gassigruppe in ihrer Nähe gemacht, der sie sich anschließen durften, obwohl Cuba anfänglich jedesmal ein riesiges Spektakel angefangen hat. Er hat einfach nie gelernt, wie und auf welche Weise er Artgenossen höflich begegnen kann. Diese Gassigruppe unterstützt die Pflegeeltern und Cuba nun regelmäßig, so dass Cuba immer wieder herausgefordert wird, an sich zu arbeiten und positive Erfahrungen mit Hundebegegnungen zu sammeln. Die Pflegeeltern haben sich irgendwann nicht mehr davor "gedrückt", auf andere Hunde zu treffen, sondern Sie haben die Herausforderung angenommen und Hundebegegnungen immer wieder angestrebt.
Nicht nur Cuba hat in den letzten Wochen dazu gelernt, sondern auch die Pflegeeltern haben viel dazu gelernt, haben sich alles andere als Beratungsresistent gezeigt, wie es leider häufiger der Fall ist. Und wir finden, dass dieses Durchhaltevermögung unbedingt auch mal lobend erwähnt werden muss und vielleicht macht dieses Beispiel Anderen Mut, dass es sich tatsächlich lohnt nicht aufzugeben, auch wenn die erste Zeit holprig und durchaus anstrengend ist.
Einfach kann jeder! Den Mut zu haben, die Herausforderung gemeinsam mit dem Hund anzugehen, DASS ist es, woraus Erfolgsgeschichten geschrieben werden. Und so entwickelt sich eine feste und vertrauensvolle Bindung zwischen Hund-Mensch und Mensch-Hund. Den Pflegeeltern ist bewusst, dass sie mit Cuba noch einige Monate intensives Training vor sich haben, aber Cubas bisherige Entwicklung hat ihnen gezeigt, dass sich daran arbeiten lässt und er kein hoffnungsloser "Fall" ist. Und so musste Cuba nicht mehr wechseln, brauchte sich keinen neuen Platz für (s)ein gemütliches Bettchen zu suchen, musste nicht woanders nochmals von vorne anzufangen. Er darf bleiben und lebt weiterhin in Mönchengladbach bei seinen Pflegeeltern und alle 14 Tage kommen die Jungs von Herrchen übers Wochenende, die inzwischen ihre Angst vor Cuba verloren haben und nun sogar mit ihm kuscheln. Einen gaaanz großen Dank nochmals an dieser Stelle an die Pflegeeltern, dass sie Cuba so ein tolles Zuhause geschenkt haben
 
Joomla 1.5 Templates by Joomlashack