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Odino (19.12.)


Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, nicht überwunden. Manche Leute geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Und die Touristensaison hat begonnen … es vergeht daher kaum ein Tag, an dem keine Tiere gefunden und abgegeben werden. Außerdem werden von den Helfern der LIDA ebenfalls zahlreiche Streuner aufgelesen. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.

Aktuell ist die Situation besonders dramatisch: Wie auch unsere anderen Partner wird das Rifugio der LIDA überschwemmt mit Welpen. Und es gibt auch immer wieder besonders traurige Fälle, die uns fassungslos machen.

Im März 2022 fiel auf einer Wiese in der Campagna, nahe einer Straße, ein prall gefüllter Sack auf, wie er von den Schäfern verwendet wird. Es regnete in Strömen, aber es war deutlich erkennbar: Der Sack bewegte sich … Als man nachschaute, traute man seinen Augen nicht: Es lagen zehn Maremmanobabys, vielleicht zehn Tage alt, in dem Sack … weggeworfen wie Müll. Was sind das für Menschen, die so etwas tun? Es gibt so viele Hilfsangebote, nicht zuletzt auch von uns, Trächtigkeiten und damit dieses unbeschreibliche Elend zu verhindern. Aber man ist zu stolz, um Hilfe zu bitten. Das hat man noch nie gemacht. Kastrationen sind wider die Natur. Nicht von Gott gewollt … Die Litanei der Ausreden ist ellenlang und wir können sie bald nicht mehr hören. Auch wenn wir schon so viele Jahre auf Sardinien aktiv sind, an dieses barbarische Verhalten werden wir uns nie gewöhnen.

Die zehn Babys wurden von zwei wunderbaren Helferinnen aufgenommen. Wer schon einmal neugeborene Hunde- oder Katzenbabys aufgezogen hat, weiß, was diese beiden Frauen großartiges geleistet haben. Alle zwei bis drei Stunden, rund um die Uhr, füttern, Bäuchlein massieren säubern … Man ist kaum fertig, dann geht die nächste Runde schon los.

Und nicht immer schafft man es, trotz aller Mühen, alle Babys durchzubringen. So hat es auch eines der Mädchen, die kleine Ola, nicht geschafft. Sie ist am 01. Mai über die Regenbogenbrücke gegangen.

Wir hoffen nun sehr, dass sich die verbliebenen Geschwister Obelix, Odino, Olga, Olivia, Onda, Onice, Ontarlo, Oregon und Otranto weiterhin gut entwickeln. Damit sie dann, wenn sie alt genug sind, ihre Reise nach Deutschland antreten können, um hier ihre Familien zu finden.


16. Juli 2022:

Die Geschwister haben sich alle toll entwickelt, sie sind nicht nur sehr hübsch, sondern auch aufgeschlossen und freundlich. Und es wird nun wirklich Zeit, dass sie ihren Zwinger im Rifugio der LIDA endlich verlassen können. Sie alle möchten so gern ihre eigenen Familien finden und in ein gutes neues Leben starten. Wer gibt ihnen diese Chance?

Da die Kleinen Maremmano-Mixe sind, benötigen sie ein entsprechendes häusliches Umfeld. Erfahrung mit Herdenschutzhunden wäre toll. Zumindest sollte die Bereitschaft vorhanden sein, sich mit der Rasse zu befassen und Empfehlungen umzusetzen.

Videolink: https://youtu.be/b6XV_xJQyDA

20. September 2022:

Alle Geschwister haben sich toll entwickelt, sind freundliche, aufgeweckte Junghunde geworden. Leider warten sie immer noch auf ihre Chance nach Deutschland reisen zu können, um hier ihr Traumzuhause zu finden.

29. Oktober 2022:
Odino durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen.

02. November 2022:

Odino ist erst 8 Monate und hat schon jetzt eine beeindruckende Optik. Und da wird in den nächsten Monaten noch einiges hinzukommen, auch was seine Schulterhöhe angeht :-) Die Maremmanogene kann er eindeutig nicht verleugnen, allerdings ist er auch gerade erst in seiner Pflegestelle angekommen. Mit fremden Hunden zeigt Odino sich interessiert und friedlich und lässt sich gerne auf ein Spielchen ein. Auch territoriale Tendenzen, wie sie für Maremmani sehr typisch sind, sind bislang weder auf Sardinien, noch in seiner Pflegestelle zu bemerken.

Odino ist freundlich zu den Menschen und begegnet ihnen vertrauensvoll, lässt sich unglaublich gerne knuddeln und lässt sich Halsband und Brustgeschirr bereitwillig anlegen. In den richtigen Händen und mit dem passenden wohnlichen Umfeld und einer konsequenten Erziehung wird Odino ein wundervoller Wegbegleiter werden.

Trotz seiner genetischen Herdenschutzhundbeteiligung erwarten wir, dass Odino einen engen familiären Kontakt hat, selbst wenn er später den Job eines Wachhundes von Haus, Hof und/oder Tierherden übernehmen sollte.

19. Dezember 2022:
Odino hat in seiner Pflegestelle von sich überzeugen können und musste deshalb nicht noch einmal wechseln. Er lebt nun mit seinem Herrchen und dessen Lebenspartnerin abwechselnd in Troisdorf und in Villingen, ist Herrscher über 2 Häuser und 2 Gärten und lässt sich nun das zivilisierte Leben zeigen. Herrchen hatte bereits einen reinrassigen Maremmanorüden, während er in der Vergangenheit auf Sardinien gelebt hat, weiß also, dass bei einem Herdenschutzhund von Anfang an eine konsequente Erziehung erfolgen muss, damit er alle Regeln und Grenzen verinnerlicht hat und sie nicht in Frage stellt, wenn seine Entwicklung mit zweieinhalb bis drei Jahren abgeschlossen ist. Mach es gut, lieber Odino.
 
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