Unsere Partner in Stintino helfen, wo sie können. Während der Pandemie mit all ihren Einschränkungen waren sie oft an ihre Kapazitätsgrenzen gekommen, hatten aber nie aufgegeben. Es sah Anfang des Jahres so aus, als ob bald alles wieder „normal“ laufen würde. Dass es – bedingt durch den Krieg in der Ukraine mit all seinen weltweiten schrecklichen Auswirkungen - noch schlimmer kommen könnte, als zu Pandemiezeiten: Das hätte niemand erwartet. Aber was sollen unsere Partner tun? Sollen sie ignorieren, wenn ein Hilferuf sie erreicht? Sollen sie wegschauen, wenn sie selbst ein herrenloses Tier finden? Sollen sie abwinken, wenn Touristen um Hilfe für einen Findling bitten? Das bringen sie nicht übers Herz. Und sie hoffen natürlich, dass wir ihnen weiterhin zur Seite stehen und versuchen, für die Hunde und Katzen, die sie aufnehmen, gute Zuhause zu finden. Wir tun was wir können. Aber die Lage ist erdrückend …
Während unseres Besuchs in Stintino Mitte Oktober 2022 wurde uns diese Geschwistergruppe ans Herz gelegt: Pesca, Peppa, Piuma, Puccio, Primo, Pippi, Palmia, Plinia.
Diese acht Welpen waren von einer der wilden Streunerinnen zur Welt gebracht worden, die sich seit Jahren im Gebiet von Pozzo San Nicola erfolgreich jedem Einfangversuch widersetzen. So bleibt den Tierschützern dort immer wieder nur, die Streunergruppe zu beobachten und möglichst schnell einzugreifen, wenn Welpen zur Welt gekommen sind. Damit wird verhindert, dass auch diese Welpen verwildern und dann im Laufe der Zeit für weiteren unerwünschten Nachwuchs sorgen. Bei dieser Geschwistergruppe waren die Helfer, die sie gefunden haben, sehr glücklich. Denn sechs der acht Geschwister sind Weibchen … was das bedeutet hätte, wenn man sie nicht aus der Campagna geholt hätte, kann sich jeder leicht ausrechnen …
So landeten die Hundekinder also im Rescue in Stintino. Uns Fremden gegenüber waren sie bei der Fotoaktion ein wenig zurückhaltend, aber das wundert uns nicht, denn sie kannten bislang ja auch nur unsere Partner. Und wir möchten nun dafür sorgen, dass ihr Aufenthalt im Rescue nur eine kurze Zwischenstation auf dem Weg in ein gutes, langes Hundeleben sein wird. Es wäre schön, wenn die Geschwister bald nach Deutschland reisen könnten, damit sie hier ihre Traumzuhause bei lieben Menschen finden, die ihnen engen Familienanschluss schenken wollen.
17. Dezember 2022:
Der kleine Puccio hört nun auf den Namen Picco und hat sein Zuhause in Straubing gefunden. Auf direktem Wege von Sardinien kommend ist er bei seinem neuen Frauchen in die geräumige Wohnung eingezogen und lebt sich von Tag zu Tag mehr ein. Mit den vielen Umweltreizen tut sich Picco zwar noch schwer, sein Frauchen ist jedoch sehr hundeerfahren und kann dem kleinen Kerl souverän zur Seite stehen. Da sie schon ihren Ruhestand genießt, ist ausreichend Zeit vorhanden, um Picco mit viel Geduld an das neue Leben heranzuführen. Wir wünschen den beiden, dass sie schnell als gutes Team zusammenwachsen und noch viele schöne Jahren zusammen verbringen.