In der LIDA gibt es wieder mal keine Verschnaufpause. Fast täglich gibt es Hilferufe von Touristen, Fundtiere, die von der Guardia Ages geborgen werden, Schäfer oder Privatleute bringen ihre unerwünschten Welpen oder Kitten zum Rifugio. Quarantänebereiche, Gehege oder Käfige: Alles ist proppenvoll. Aber einem kleinen Wesen die Hilfe versagen: Das ist keine Option.
Und so versuchen auch wir zu helfen, indem wir einige der Neuzugänge auf unserer Webseite vorstellen. Wie beispielsweise diesen goldigen kleinen Kerl.
Zusammen mit einem anderen kleinen Hund war er tagelang in Murta Maria, einem sehr lebhaften Ferienort mit verkehrsreicher Durchgangsstraße, unterwegs gewesen. In den Restaurants und bei den Touristen hatten die beiden Hündchen um Futter gebettelt. Für die Einheimischen ist das „normal“. Für Touristen „niedlich“. Für uns immer wieder unbegreiflich. Wie kann man seinen kleinen, zarten Hund in einer solch trubeligen und auch gefährlichen Umgebung einfach frei herumlaufen lassen? Solch kleine Hunde sind auch normalerweise keine klassischen Streuner, sie haben meist eine „Familie“, aber die interessiert das nicht. Das ist eben so. Basta.
Und dann passierte es: Der Kleine wurde von einem Auto angefahren, was den Fahrer auch nicht weiter kümmerte. Eine Frau, die den Vorfall beobachtet hatte, wurde aber aktiv, bekam den Kontakt zur LIDA und rief sofort dort an. So konnte organisiert werden, dass der Kleine schnellstmöglich in die Tierklinik nach Olbia kam. Der kleine Kerl stand völlig unter Schock, aber glücklicherweise zeigten die Röntgenaufnahmen keine Fraktur. Deshalb konnte der kleine Hund nach einer kurzen Beobachtungszeit ins Rifugio der LIDA umziehen. Dort wurde er liebevoll umsorgt, konnte sich satt essen, und wurde von den vielen Zecken, die ihn quälten, und anderem Ungeziefer befreit.
Mario, wie er genannt wurde, ist nun in Sicherheit. Ein Besitzer hat sich nicht gemeldet – vielleicht auch aus Sorge vor den Kosten, die er zu tragen hätte. Aber auf die Straße sollte Mario natürlich nicht wieder zurück. Gern hätte man auch seinen Weggefährten in Sicherheit geholt, aber der konnte bislang nicht gefunden werden.
Für einen solch kleinen Hund wie Mario – er wiegt aktuell noch nicht mal 3 kg – ist das Rifugio natürlich nicht der allerbeste Ort für einen längeren Aufenthalt. Es gibt keine Gehege nur für kleine Hunde, da bleibt nur der Käfig für die Nacht und ein bisschen „Freiheit“ tagsüber in einem der Welpenrondells. Deshalb wünschen wir uns für Mario, dass auch er so schnell, wie es die Reisevorgaben ermöglichen, das Rifugio wieder hinter sich lassen kann.
Denn der goldige kleine Kerl braucht menschliche Zuwendung. In Anbetracht der Menge an Hunden und auch Katzen, die täglich zu versorgen sind, bleibt für einzelne Tiere keine Zeit, ihnen die notwendige individuelle Aufmerksamkeit zu schenken.
Bestimmt gibt es in Deutschland liebe Menschen, die sich sofort in ihn verlieben und ihm sein Traumzuhause für immer schenken möchten.
20. Juli 2024:
Mario durfte auf seine deutsche Pflegestelle reisen.
26. Juli 2024:
Der kleine süße Mario taut in seiner Pflegestelle langsam auf. Er ist ein liebes, sensibles und aufmerksames Kerlchen, in dem viel Energie steckt. Inzwischen vertraut er seinem Pflegefrauchen und fordert sie auch zum Spielen auf. Allerdings kann er im nächsten Moment durch ein lautes Geräusch oder eine plötzliche Bewegung sofort wieder verunsichert sein. Gleichzeitig kommt der Terrier in ihm zum Vorschein. Er zeigt etwas Jagdtrieb und kann schon mal mit den Pfoten seine Streicheleinheiten einfordern.
Das Hunde-ABC muss er noch lernen, und das aufgrund seiner sensiblen Art mit viel Ruhe, da er sich sonst schnell versteckt. Mario möchte kein Taschenhündchen werden und wird ungern andauernd getragen. Er braucht ein Zuhause, in dem er viel Sicherheit erfährt.
Kleine Kinder sollten nicht im Haushalt leben, da Mario ihre Lebhaftigkeit sicher beängstigend findet. Wir suchen ein ruhiges, eher ländlich gelegenes Zuhause. Eine Vermittlung in eine verkehrsreiche Gegend würde ihn überfordern. Ein netter, souveräne Ersthund darf gerne vorhanden sein. Die Begegnungen mit anderen freundlichen Hunden findet Mario nämlich super. Auch Katzen dürfen im Haushalt leben. Auf der Pflegestelle kommt er gut mit den Samtpfoten zurecht und nähert sich ihnen vorsichtig bzw. hält eher Abstand.
Mario bindet sich schnell und wird am liebsten seine Zeit zusammen mit seinen Menschen verbringen. Wir suchen also bevorzugt ein Zuhause im Grünen, in dem er nicht zu viele Treppen zu steigen hat und man seinen Unsicherheiten souverän begegnet.
11. September 2024: Der charmante Mario hat wohl alles richtig gemacht und seine Pflegefamilie um die kleine Pfote gewickelt. Nachdem es zwar immer wieder Interessenten gab, er sich aber eher immer abweisend zeigte, beschloss sein Pflegefrauchen ihn zu adoptieren. Er bleibt also ein Köllner und findet das richtig gut. Sein Zuhause in Langel liegt direkt an den Rheinwiesen, da gibt’s immer viel zu entdecken für Mario. Insbesondere liebt er nette Hundebegegnungen und die Kuscheleinheiten auf der Couch. Diese teilt er auch gerne mit den zwei Samtpfoten, die auch Schützlinge von proTier sind. Schön, dass Mario sein Köfferchen nicht mehr packen musste und ein wunderbares Zuhause gefunden. Alles Gute und vielen Dank an die Pflegestelle für ihr Engagement.