Unsere Partner in Stintino helfen, wo sie können. Auch, wenn sie eigentlich schon ihre Kapazitätsgrenze erreicht haben. Aber was sollen unsere Partner tun? Sollen sie abwinken, wenn Touristen um Hilfe für einen Findling bitten? Sollen sie wegschauen, wenn sie selbst ein herrenloses Tier finden? Sollen sie ignorieren, wenn ein Hilferuf sie erreicht? Das bringen sie nicht übers Herz. Und sie hoffen natürlich, dass wir ihnen weiterhin zur Seite stehen
und versuchen, für die Hunde und Katzen, die sie aufnehmen, gute Zuhause zu finden. Wir tun was wir können. Aber aktuell ist die Lage mal wieder besonders katastrophal.
Die Lage ist so schlimm, weil viele Einheimische immer noch nicht verstanden haben, wie wichtig es ist, ihre Tiere kastrieren zu lassen, statt zuzusehen, wie sie sich ungehemmt vermehren. Und wenn dann der unerwünschte Nachwuchs da ist, wird er entweder getötet, in der Campagna entsorgt (was meist auch
den Tod bedeutet) oder in einem Canile abgeliefert (was ein Leben in Dreck und Elend bedeutet). Die Gründe sind vielfältig: Man will kein Geld ausgeben. Man hat das früher auch nicht gemacht. Der liebe Gott will das nicht. Kastrieren ist wider die Natur. Und was es sonst noch an unsinnigen
bis dummen Ausreden gibt ...
Diese zwölf Hundekinder - und es gehören noch weitere Hundekinder dazu - sind die Leidtragenden dieser ignoranten, verantwortungslosen Verhaltensweise. Drei Männer, die in erbärmlichen Umständen in der Campagna leben, haben drei Hündinnen. Keine war sterilisiert. Und als nun fast gleichzeitig mehr als zwanzig Welpen da waren, brach bei ihnen die Welt zusammen. Sie wollten sie dann alle in das nächstliegende Canile bringen. Aber dort wurden sie abgewiesen - wegen Überfüllung. Und weiter entfernte Canile winken ebenfalls ab - nicht zuständig. Da das Grundstück - wie üblich - nicht eingezäunt ist, liefen die Kleinen natürlich alle frei herum, und immer wieder kam es an der nahen Landstraße zu mehreren brenzligen
Situationen und Beinahe-Unfällen ... So erfuhren auch Paola und Pierpaolo davon, zumal das Geschehen sich nicht weit weg von ihnen abspielte. Und natürlich handelten sie sofort. Sie hätten es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können, diese Situation zu ignorieren.
Nach und nach holten sie die Welpen also aus dieser schlimmen Umgebung heraus, und bei ihnen im Rescue sind sie nun in Sicherheit.
Und bevor wir es zu erwähnen vergessen: Natürlich wurden inzwischen alle drei Mutterhündinnen durch uns kastriert.
Während unserer Projekttour Ende Juni 2024 lernten wir dann die Hundekinder kennen, die zum Zeitpunkt unseres Besuchs bereits im Rescue waren. Heute stellen wir ihnen Acava, Africa, Aida, Alessa, Alina, Amelie, Andreas, Anni,
Ariana, Arko, Artur und Asia vor. (Weitere werden folgen.) Wer von den drei Hündinnen ihre Mutter ist, konnten die Männer nicht mehr sagen. Ebenso hatten sie sich nicht gemerkt, wann genau die Kleinen zur Welt gekommen waren. Paola hat sich deshalb anhand der vagen Angaben sowie der Beurteilung der Entwicklung für ein Geburtsdatum entschieden, das für alle Hundekinder als realistisch anzusehen ist.
Übrigens, nicht auszudenken, was sich demnächst bei den Männern in der Campagna abgespielt hätte: Allein in dieser Welpengruppe sind nämlich neun Weibchen ...
Acava, Africa, Aida, Alessia, Alina, Amelie, Andreas, Anni, Ariana, Arko, Artur und Asia wuselten alle fröhlich, unbefangen und aufgeweckt um uns herum. Manche zeigten sich etwas schüchterner, wenn sie für das Fotografieren auf den Arm genommen wurden, aber das legte sich dann meist schnell.
Die Hundekinder sind inzwischen in gutem Zustand, und man konnte erleben,
wie wohl sie sich auch im Kreis weiterer Hundekinder, die derzeit bei unseren Partnern leben, fühlten.
Die kleine Alina lebte am Tag unseres Besuchs noch mit Haus, da sie an einem
ihrer Augen operiert worden war. Weshalb das Auge beschädigt wurde, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Sie hatte einen kleinen Unfall, dabei könnte es verletzt worden sein. Da das nicht behandelt worden war, ist das linke Auge nun verkümmert, es war alles vereitert und musste gesäubert und die Lider vernäht werden. Aber Alina hat damit keine Probleme, und das fehlende
Auge tut ihrem Charme keinen Abbruch.
Sicher kann sich jeder vorstellen, was für eine Arbeit es ist, neben all den Hunden, die ohnehin im Rescue leben, auch noch diese Riesenanzahl an
Hundekindern zu versorgen. Da bleibt leider nur wenig Zeit, um mit den Kleinen zu spielen und zu schmusen. Dabei wäre diese Zuwendung so wichtig. Und deshalb wünschen wir uns sehr, dass alle Hundekinder so früh es die gesetzlichen Vorgaben erlauben das Rescue hinter sich lassen und ihre Reise nach Deutschland antreten können.
Acava, Africa, Aida, Alessia, Alina, Amelie, Andreas, Anni, Ariana, Arko, Artur und Asia (und ihre anderen "Geschwister") sollen dann hier ihre
Zuhause bei lieben Menschen finden, die ihnen engen Familienanschluss und ein langes, glückliches Hundeleben schenken.
05. Oktober 2024: Arko durfte auf seine deutsche Pflegestelle reisen.
12. Oktober 2024:
Der hübsche Arko zeigt sich in seiner Pflegestelle nach anfänglichen Unsicherheiten als sehr freundlicher und menschenbezogener Junghund. Er geht gerne mit seinem Pflegefrauchen spazieren und erkundet recht aufgeschlossen seine neue Umgebung.
Der junge Rüde, mit dem weißen Herzchen auf der Stirn, ist weitestgehend stubenrein und fährt ruhig im Auto mit. Der junge Hundebub kann auch bereits für kurze Zeit allein Zuhause bleiben und verschläft die Wartezeit bis zur Rückkehr vom Pflegefrauchen einfach. Arkos Erziehung steht natürlich noch am Anfang, aber er versteht schnell und zeigt sich offen und neugierig neuen Dingen gegenüber.
Für Arko suchen wir ein sportliches und aktives Zuhause, in dem die Bedürfnisse eines jungen Jagdhundes gesehen und berücksichtigt werden. Er erschnüffelt sich gerne die Welt. Arko wird Spaß daran haben, seine Nase bei Aktivitäten wie Mantrailen oder Fährtensuche einzusetzen. Aktuell teilt er sich sein Zuhause problemlos mit einem weiteren Rüden und einer Samtpfote.
30. Oktober 2024:
Der süße Arko hat ein wunderbares Zuhause innerhalb der Familie seiner Pflegestelle gefunden. Der junge Rüde wohnt nun weiterhin in Kevelaer bei Pflegefrauchens Schwester. Sie ist eigentlich Pferdeliebhaberin, aber nach dem ihr Pferd verstorben ist und mit dem Kennenlernen von Arko, entstand der Wunsch, ihm ein schönes Zuhause zu geben. Arko, der nun auf den Namen Fritz hört, wird Frauchen im Homeoffice Gesellschaft leisten und mit ihr die Hundeschule besuchen. Sollte es mal Engpässe bei der Betreuung geben, springt natürlich die Schwester ein, die sich sehr darüber freut, dass Arko Teil der Familie bleibt. Wir wünschen alles Gute und sagen Danke für das schöne Zuhause.