Ende April 2025 erreichte uns per Mail ein Hilferuf von einem Mann, der in
einem Dorf in der Nähe von Sassari lebt. Er hatte von seinem Bruder zwei
Hunde übernommen, doch nun hatte er großen Stress mit seinem Vermieter. Der
duldete die Hunde nicht im Haus und wollte auch nicht, dass sie im zum Haus
gehörigen Gartengelände frei herumliefen. So zimmerte der Mann eine
notdürftige "Hütte" zusammen, damit die Hunde zumindest einen Unterschlupf
hätten, und grenzte alles mit einem Zaun ab. Der Mann und seine Frau hatten
die Hunde gern, gingen auch mit ihnen spazieren, so oft es ihre Zeit
erlaubte. Ansonsten waren die Hunde eingesperrt. Es war insgesamt eine
erbärmliche Situation, die das Paar den Hunden nicht länger zumuten wollte.
Der Mann bat dann bei verschiedenen Organisationen um Hilfe. Doch entweder
kam gar keine Antwort oder eine Ablehnung. Der Mann war schon sehr
verzweifelt, als er schließlich bei uns landete.
Er schilderte beide Hunde als sehr menschenbezogen und freundlich, hängte
auch Bilder an, die aber leider sehr schlecht und wenig aussagefähig waren.
Ich erklärte ihm, dass wir trotzdem versuchen wollten, ihm bzw. den Hunden
zu helfen, jedoch vorab noch einige Fakten klären müssten.
Da wir bei Übernahmen von Hunden von Privatleuten sowohl auf Sardinien als
auch in Deutschland sehr schlechte Erfahrungen gemacht hatten, weil wir
hinsichtlich Verhaltensweisen der Hunde angelogen oder schwere Krankheiten
verschwiegen worden waren, wollte ich angesichts der ohnehin angespannten
Pflegestellensituation auf Sardinien kein Risiko eingehen. Ich bat daher
eine unserer aktiven Helferinnen, die nicht weit entfernt von dem
hilfesuchenden Mann entfernt wohnte, sich die Situation vor Ort anzuschauen
und sich einen Eindruck von den Hunden zu machen.
Gesagt. Getan. Und nach dem, was unsere Helferin berichtete, konnten wir
dann entscheiden, die beiden Hunden aus ihrer wirklich traurigen Situation
herauszuholen - und zwar so schnell wie möglich. Da bei unserer Helferin
gerade ein Gehege freigeworden war, erklärte sie sich sofort bereit, die
beiden Hunde aufzunehmen, und organisierte die Abholung der beiden. Mit
einer sehr lieben Mail bedankte sich der Mann dann noch bei uns, dass die
beiden Hunde nun durch uns die Chance bekämen, richtig gute Zuhause zu
finden.
Angela und Zeus, wie die beiden Hunde heißen, lernten wir dann während
unserer Projektreise Anfang Juni persönlich kennen. Und ja, es sind wirklich
zwei liebenswerte, sehr freundliche und menschenbezogene Hunde, die ihr
neues Umfeld sehr genießen. Der Gedanke, wie erbärmlich sie längere Zeit
hatten leben müssen, weil herzlose Menschen ihnen nicht mal das Mindestmaß
an Bewegungsfreiheit erlaubt haben, machte uns sehr traurig.
Doch nun haben Angela und Zeus die besten Chancen, ihr Glück noch zu toppen:
Indem sie bald nach Deutschland reisen dürfen, um hier bei lieben Menschen,
die sie an allen familiären Aktivitäten teilhaben lassen, ihre Traumzuhause
für immer zu finden.
Möchten Sie Angela oder Zeus das glückliche Hundeleben schenken, das sie so
sehr verdient haben?
31. Januar 2026:
Zeus durfte auf seine deutsche Pflegestelle reisen.
07. April 2026:
Zeus hat sein Zuhause in Dingolfing gefunden und durfte zu einem Herrchen ziehen, das unserem Verein bereits seit vielen Jahren verbunden ist. Schon 2018 adoptierte er Amadeus von proTier, der sich damals vom Pflegehund schnell zu einem festen Familienmitglied entwickelte und bis heute an seiner Seite lebt.
Nachdem der vorhandene Zweithund der Familie altersbedingt verstorben ist, reifte der Wunsch, erneut einem Hund aus dem Tierschutz eine Chance zu geben. Besonders wichtig war dem neuen Besitzer dabei auch, dass Amadeus im Alter nicht alleine bleiben muss. Mittlerweile ist er selbst ein älterer Herr geworden und gesundheitlich bereits angeschlagen. Sein Herrchen weiß, dass irgendwann der schwere Abschied bevorstehen wird und hofft, dass Zeus ihm und auch Amadeus in dieser Zeit Kraft, Freude und neue gemeinsame Momente schenken kann.
Zeus durfte bereits einziehen und macht seine Sache ganz wunderbar. Er bringt wieder neues Leben in den Alltag und sorgt dafür, dass erneut ein Hund aus dem Tierschutz die Chance auf ein liebevolles Zuhause bekommen hat.
Besonders schön finden wir, dass hier nicht einfach irgendein Hund gesucht wurde, sondern ganz bewusst wieder einem Hund geholfen werden sollte, der eine zweite Chance verdient hat.
Ein besonders großes Dankeschön möchten wir an dieser Stelle auch an sein Herrchen richten, das Zeus trotz Leishmaniose adoptiert hat. Dies zeugt von einem wirklich großen Tierschutzherz. Leider haben viele Menschen noch immer Berührungsängste mit dieser Erkrankung, obwohl Leishmaniose heutzutage in den meisten Fällen sehr gut behandelbar ist. Wenn ein Hund gut eingestellt ist, kann er damit genauso alt werden wie andere Hunde auch und ein ganz normales, glückliches Leben führen.
Umso mehr freut es uns, dass Zeus nun bei einem Menschen leben darf, der sich davon nicht abschrecken lässt, sondern den Hund als das sieht, was er ist: ein wunderbarer Begleiter, der genauso Liebe und ein Zuhause verdient hat wie jeder andere Hund auch.
Lieber Zeus, wir wünschen dir viele glückliche Jahre in deinem neuen Zuhause und hoffen, dass du gemeinsam mit Amadeus und deinem Herrchen noch viele schöne Erinnerungen sammeln darfst.