test

Mirtillo (10.05.)


Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Die Touristensaison ist vorbei, während der immer viele Tiere abgegeben werden, die von Touristen gefunden wurden. Aber von den Helfern der LIDA werden natürlich auch weiterhin zahlreiche Streuner, ausgesetzte oder verletzte Katzen und Hunde aufgelesen. Auch die Hilferufe von Privatleuten, die ihre Tiere abgegeben wollen, nehmen wieder zu. Denn die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, sind noch lange nicht überwunden. Manche Menschen sind auch krankheitsbedingt, wie z.B. Long Covid, nicht mehr in der Lage, ihre Tiere weiter zu versorgen. Manche Leute geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.

Mirtillo hatte längere Zeit als herrenloser Streuner an einem der Strände bei Murta Maria gelebt. Schließlich holte man ihn dort weg, um zu verhindern, dass er irgendwann in einem der vielen sehr schlimmen Canili auf Sardinien landen würde. Nachdem er etwa einen Monat im Rifugio verbracht hatte, war er von einem Sarden adoptiert worden. Alles schien bestens. Doch kaum einen Monat später brachte ihn der Mann zurück, weil sich seine Lebensumstände so geändert hätten, dass er den Hund nicht mehr halten könne…

Nun sitzt der freundliche Mirtillo also wieder hinter Gittern. Und das möchten wir gern so schnell wie möglich ändern, denn den Mitarbeitern im Rifugio fehlt bei über 700 Hunden und mehreren hundert Katzen, die zu versorgen sind, einfach die Zeit, allen die Zuwendung zu geben, die sie sich wünschen.

Deshalb möchten wir Mirtillo nach Deutschland holen, damit er hier eine Familie findet, die ihm das Traumzuhause für immer schenken wird.

Videolink: https://youtu.be/bDVs7ICyJVg

10. Mai 2025:
Was wir niemals erwartet hätten: Im Laufe der Zeit entwickelte Mirtillo eine Wesensveränderung, die den Umgang mit ihm zunehmend erschwerte. Während unserer Team-Projektreisen haben einige unserer Teamkolleginnen, die viel Erfahrung mit schwierigeren Hunden haben, immer wieder versucht, sein Verhalten zu ergründen. Auch durch Marco haben wir regelmäßig Informationen zu Mirtillo erhalten. Nach einigen nicht ganz ungefährlichen Vorfällen mussten wir – auch nach dringender Empfehlung der LIDA-Mitarbeiter – der Realität ins Auge sehen: Mirtillo ist nicht vermittlungsfähig. Deshalb mussten wir uns schweren Herzens entscheiden, Mirtillo nicht nach Deutschland zu holen. Es tut uns in der Seele weh. Aber die Risiken, die mit dem unberechenbaren Verhalten von Mirtillo einhergehen, hätte niemand von uns verantworten können. Im Rifugio der LIDA ist er „unter Kontrolle“, und es wird natürlich weiterhin gut für ihn gesorgt.

 
Joomla 1.5 Templates by Joomlashack