Dieser Hund hatte verletzt an der Straße nahe Valledoria gelegen. Jemand hatte ihn wohl angefahren, aber hatte ihn dann - ohne sich zu kümmern - einfach dort liegengelassen. Glücklicherweise gab es aber ein mitleidige Seele, die den Fund dann den Behörden
meldete, so dass der Hund in die Tierklinik gebracht werden konnte. Da er nicht gechippt war und sich auch kein Besitzer meldete, der seinen Hund vermisste, wurde der Hund als herrenlos eingestuft und so auf Kosten der zuständigen Behörde operiert. Sein rechtes Vorderbein war so schwer verletzt, dass nur noch die Amputation blieb.
Normalerweise werden herrenlose Hunde nach einer Behandlung oder Operation dann in das für die Gemeinde zuständige Canile überführt. Da der Hund aber so ausgesprochen freundlich und menschenbezogen war, fragte man bei den dort bekannten Tierschützern an, und so kam er in die Obhut von Antonella. Sie kann gelegentlich eine
leerstehende Zwingeranlage eines Jägers nutzen, und dort wurde Balù untergebracht. Antonella fährt täglich zu der Zwingeranlage, füttert Balu, versorgt seine Wunden, reinigt seinen Zwinger. Der Zeit kann Balù dann auf der Wiesenfläche herumtollen, was er auch ausgiebig tut.
Derzeit trägt er noch einen Schutzkragen, aber nicht wegen der Amputation. Die Wunde ist bestens verheilt. Aber in Balùs Fell hatten sich etliche Grannen verfangen und dann weiter in die Haut gebohrt, was zu offenen und eiternden Wunden geführt hatte.
Wir lernten Balù während unseres Besuchs bei unserer Partnerin in Valledoria kennen. Und er hat uns mit seinem offenen Wesen sofort um seine Pfote gewickelt. Balù ist sehr menschenbezogen, und genießt sichtliche jedwede Zuwendung.
Er hat ein Bein verloren, ja, das stimmt. Aber ihn deswegen als "behindert" zu bezeichnen, widerstrebt uns. Er ist sehr aktiv und kommt bestens auch dreibeinig klar. Vielleicht kann er nicht so lange Spaziergänge unternehmen wie ein vierbeiniger Hund, aber darauf kann man sich ja einstellen.
Das Leben in der Zwingeranlage ist auf Dauer natürlich sehr trist für einen
solch menschenbezogenen Hund. Und wir möchten ihn dort auch gern so schnell wie möglich herausholen. Aber dazu brauchen wir natürlich Sie: als Pflegestelle oder als Endzuhause.
10. Mai 2025:
Niemand meldete sich, um Balù hier in Deutschland ein gutes Zuhause zu schenken. Schreckte es ab, dass Balù nur noch drei Beine hat? Das ist schade, denn Balù wäre eine echte Bereicherung gewesen. Er ist ein solch liebenswerter und lebensfroher Hund, verträglich mit Artgenossen, liebevoll mit Kindern – was zählt da ein fehlendes Bein?
Doch inzwischen ist es kein Thema mehr, dass er reisen soll. Unsere Partner Ester und Massimo haben uns gebeten, Balù bei ihnen zu lassen. Balù fühlt sich dort so wohl, er ist der Liebling der Kinder mit Handicap, die regelmäßig auf dem extra eingerichteten Bereich zum Spielen kommen. Er nimmt auch schüchternen Kindern die Angst vor Hunden, ist immer sanft und liebevoll. Ester uns Massimo möchten ihn nicht mehr missen.
Und wir wissen, dass es eine gute Entscheidung war. Wir freuen uns jedes Mal, Balù wiederzusehen. Und er freut sich auch. Weiß er doch genau, welch tolle Leckerchen wir in der Tasche haben …