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Nera (27.12.)


Auch in diesem Jahr wenden sich wieder zahlreiche Sardinien-Touristen an uns mit der Bitte um Hilfe für Katzen und Hunde, die herrenlos - und meist in desolatem Zustand - gefunden werden. So auch für zwei kleine Hunde. Sie waren von einem deutschen und einem Schweizer Paar in einer gottverlassenen Gegend gefunden worden. Die Hunde waren total ausgemergelt, extremst voller Zecken, und das Weibchen humpelte, hatte offensichtlich eine Oberschenkel-Fraktur. Die Touristen nahmen sich der beiden kleinen, sehr freundlichen Hunde an, besorgten auch Mittel gegen die Parasiten, um sie von den Quälgeistern zu befreien. Sie brachten die Hunde dann in eine Tierklinik. Dort wurde geprüft, ob die Hunde gechippt wären (waren sie natürlich nicht) und ob es Vermisstenmeldungen für sie gab (gab es natürlich auch nicht). In der Klinik wurde erklärt, dass die Hunde auf Kosten der Comune erstversorgt würden, weil es sich um herrenlose Fundtiere handeln würde. Dann würden sie aber in ein Canile verbracht. Das wollten weder das deutsche noch das Schweizer Paar, und so wurden wir um Hilfe gebeten.

Wir schalteten dann sofort unsere Partnerin Ester ein, und es schien anfangs auch alles auf einfache Weise zu regeln zu sein, so dass die Hunde im kleinen Rifugio von Ester hätten aufgenommen werden können. Was dann dazwischengekommen ist, wissen wir nicht. Fakt war dann aber, dass die Klinik ohne Bescheid zu geben die beiden Hunde in einem der Canile in der Umgebung untergebracht hatte. Uns wurde ganz übel, denn dieses Canile steht in keinem guten Ruf. Ester setzte dann alle Hebel in Bewegung, und nach längerem Hin und Her sagte ihr der Betreiber des Canile zu, dass sie die Hunde übernehmen könnte. Das freute uns sehr, ist dieses Canile doch dafür bekannt, dass nur wenige Hunde es wieder verlassen dürfen. Aber wir hatten uns zu früh gefreut. Plötzlich wollte der Betreiber die Hunde nicht mehr wie vereinbart herausgeben. Er brachte Argumente vor wie "müssen noch gesundheitlich gecheckt werden, müssen noch gegen Parasiten behandelt werden, das Weibchen muss erst noch sterilisiert und am Bein operiert werden ... Doch Ester ließ nicht locker. Als es dann nach Wochen tatsächlich einen Termin gab, an dem sie die Hunde abholen sollte, überraschte sie der Betreiber damit, dass der Rüde "schon ein Zuhause gefunden hat" ... (Ob das stimmt, lässt sich nicht prüfen, und die Ungewissheit belastet uns sehr.) Das Weibchen durfte Ester dann mitnehmen. Es war aber weder sterilisiert noch am Bein operiert worden. Um die Übergabe nicht doch noch zu gefährden, unterdrückte Ester ihre Wut über dieses unglaubliche Verhalten, nahm die kleine Hündin und brachte sie in ihr Refugio.

Und so können wir nun endlich die kleine Nera vorstellen, um für sie ein gutes Zuhause für immer zu finden. Nera ist eine ganz bezaubernde kleine Hündin, lebhaft, fröhlich, verspielt. Mit den anderen Hunden im Rifugio von Ester versteht sie sich bestens.

Da wir schon viele schlechte Erfahrungen mit Operationen von Knochenbrüchen in sardischen Kliniken gemacht haben, möchten wir Nera nun so schnell wie möglich nach Deutschland holen, um sie hier bei einem Spezialisten unseres Vertrauens vorzustellen. Wir hoffen, dass Neras Fraktur dann noch gut gerichtet werden kann. Denn wir möchten ihr natürlich gern ein Leben ohne Schmerzen ermöglichen.

Damit Nera bald reisen kann, suchen wir für sie nun dringend eine Pflegestelle oder eine Endfamilie möglichst in Heidelberg oder in der Nähe, die bereit ist, die Betreuung vor und nach der Operation zu übernehmen.

Wenn Ihnen die kleine, fröhliche und anhängliche Nera das Herz erwärmt, freuen wir uns auf Ihre Nachricht.



31. August 2024:
Nera durfte auf ihre deutsche Pflegestelle reisen.

27. Dezember 2025:

Nera hatte am 08.11.24 ihr erstes Zuhause gefunden. Anfangs kam sie mit dem vorhandenen Rüden sehr gut zurecht. Leider zeigte sich mit der Zeit, dass sich der bereits vorhandene Hund immer mehr zurückzog und nicht mehr der fröhliche Hund war, der er zuvor gewesen ist. Der Familie lag das Wohl beider Hunde sehr am Herzen, und so wurde schweren Herzens entschieden, eine Lösung zu finden, bei der es beiden gut gehen kann.

Nera durfte daraufhin in ein neues Umfeld wechseln, ganz in der Nähe, sodass ein behutsamer Übergang möglich war. Dort lebt sie nun mit einem weiteren Hund zusammen, den sie bereits kennt. Die beiden verstehen sich bestens und harmonieren sehr gut miteinander. Allen Beteiligten ist wichtig, dass sowohl Nera als auch der andere Hund glücklich und ausgeglichen leben können.

Nera lebt nun in Neckargemünd-Dilsberg und hat es hoffentlich im zweiten Anlauf geschafft, ihr Traumzuhause zu finden. Wir wünschen ihr von Herzen alles Gute und ein glückliches Hundeleben.

 
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