Immer derselbe Kreislauf und wieder ungewollte Kitten Paria lebte bei einer älteren Dame, und wir hatten geholfen, als Paria im Herbst 2013 Babys hatte. Paria sollte bei der Dame bleiben, und natürlich hatten wir vereinbart, dass Paria kastriert werden sollte. Nun war Paria krank, und wir wurden gebeten, ob wir bei den Untersuchungs- und eventuell auch Therapiekosten helfen könnten. Natürlich sagten wir zu. Aber wie groß waren unsere Überraschung und auch unser Ärger, als sich bei den Untersuchungen herausstellte, dass Paria schon wieder trächtig war, und zwar im fortgeschrittenen Zustand, so dass sich unsere Tierärztin weigerte, noch zu kastrieren.
Paria hat dann die drei reizenden Katzenkinder Salvina, Salvo und Sergio zur Welt gebracht. Vor kurzem durfte sie mit ihren Babys in eine Pflegestelle in Deutschland ziehen. Hier zeigt sich Paria als eine fürsorgliche Katzenmama. Sie kümmert sich rührend um ihre Babys. Nur ab und zu verlässt sie das Körbchen, um sich Streicheleinheiten von der Pflegemama abzuholen.
Tja, und eigentlich hatten wir gedacht, dass Paria auch in ein endgültiges Zuhause umziehen könnte, sobald ihre Kleinen sie nicht mehr brauchen würden.
Aber dann ging es ihr auf einmal wieder sehr schlecht: Die mangelhafte Versorgung auf Sardinien, der Stress des immer wiederkehrenden Geburtenkreislaufs forderten Tribut. Ihre Nierenwerte waren besorgniserregend, und uns war sofort klar, dass niemand eine so kranke Katze - und sei sie noch so hübsch - adoptieren würde. Glücklicherweise fand sich jedoch ein ganz lieber Pflegepapa, der bereit war, Paria aufzunehmen, um ihr nicht nur viel Liebe zu schenken, sondern sie auch bestmöglich medizinisch zu versorgen.
Paria bekommt nun regelmäßig im Dreiwochenrhythmus eine Infusion zur Stärkung der Nieren. Unterstützt wird die Therapie durch die homöopathische SUC-Therapie sowie die Gabe von Semintra. In Kombination mit artgerechtem Barfen zeigt sich Paria nun seit Monaten als gesundheitlich sehr stabil. Und ihre Lebensfreude ist für uns der schönste Lohn.
1. Juli 2016 Trotz aller Fürsorge und Liebe kam der Tag, als Parias Nieren nicht mehr arbeiteten und wir sie gehen lassen mussten.
Markus hat sich mit diesem Text von Paria verabschiedet: Als Paria zu mir kam, hatte sie Nierenwerte, nach denen sie klinisch tot war. Trotzdem hat die Süße noch zwei Jahre bei mir verbracht, bis die Nieren es letztendlich nicht mehr schafften. Paria war eine der schönsten Katzen, die ich je gesehen habe und ich habe oft Stunden verbracht, sie zu betrachten, während sie in meinen Armen lag. Ich konnte mich an ihr nie sattsehen, es gab bei dieser außergewöhnlichen Fellzeichnung immer was zu entdecken. Paria war superzutraulich und absolut verschmust, sie liebte die Menschen genauso wie Artgenossen und suchte immer Körperkontakt. Sie war eine absolute Traum- und Schmusekatze und machte trotz Ihrer Krankheit kaum Arbeit. Aber sie gab unendlich viel Liebe. Paria lebte für die Liebe.
Paria, ich werde nie vergessen, wie du mich mit deinen traumhaften blauen Augen „verliebt" angeschaut hast. Run free, kleine Prinzessin!