Paola und Pierpaolo haben gekämpft. Wir standen an ihrer Seite mit unserer Zusicherung, dass alles, was möglich und sinnvoll ist, für Bert getan werden soll. Und es schien aufwärts zu gehen. Bert schien an Lebensfreude zu gewinnen, er futterte wieder, er machte kleine Rundgänge im großen Freibereich des Hundehauses. Und dann - am 08. August - die niederschmetternde Nachricht, dass er verstorben ist. Wir konnten es erst gar nicht fassen, so deutlich zum Positiven waren ja die Veränderungen gewesen. Aber das Herz und auch andere Organe waren wohl doch durch das entbehrungsreiche, traurige, vielleicht sogar qualvolle Dasein, dass Bert hatte führen müssen, zu geschwächt. Wieder hat ein wertvolles Wesen durch menschliches Verschulden viel zu früh sein Leben verloren - egal ob aus Bosheit oder Gleichgültigkeit, beides ist nicht zu entschuldigen.
Mach es gut, du liebenswerte Seele. Du hast unsere Herzen berührt und wirst auf immer deinen Platz darin haben.
Hier können Sie die Geschichte von Bert nachlesen:
Das Rescue unserer Partner ist immer voll, aber aktuell ist die Situation wirklich extrem. Mehr als ein Jahr belastende Einschränkungen durch die Pandemie haben viele Sarden in dramatische wirtschaftliche Notlagen gebracht. Und wenn die Menschen selbst nur noch wenig haben, ist für Tiere schon gleich gar nichts mehr da … Daher erreichen unsere Partner immer mehr Hilferufe, und soweit wir es gemeinsam mit unseren Partnern in Stintino und Sassari schaffen, helfen wir auch.
Und so wurden wir bei unserer Sardinientour Anfang Juli 2021 (… der ersten Tour seit mehr als acht Monaten Zwangspause) auch gleich wieder mit sehr traurigen Fällen konfrontiert. Dieser arme Kerl war einige Tage vor unserem Besuch von tierlieben Menschen in der Nähe von Oschiri aufgefunden worden. Er hatte am Rande einer Landstraße gelegen, regungslos, man dachte schon, er seit tot. Das war er noch nicht, aber er war völlig entkräftet, konnte nicht allein aufstehen und auch nicht ohne Hilfe stehenbleiben. Auch gehen konnte er nicht. Seine linke Hinterpfote und sein linkes Vorderbein sahen schlimm aus, als ob er irgendwo eingeklemmt gewesen war und sich mit letzter Kraft befreit hätte. Die Wunden waren stark entzündet, aus der Wunde an der Hinterpfote krochen schon die Maden heraus. Die Finder trugen ihn zu ihrem Auto und nahmen dieses bedauernswerte Geschöpf mit nach Hause. Sie säuberten den armen Kerl notdürftig, er ließ sich alles gefallen, schien dankbar für die Zuwendung zu sein. Er war so schwach, dass er nur mit Mühe etwas trinken konnte, Futter wurde ihm mit der Hand vorgehalten, und er leckte es dann langsam und vorsichtig ab. Die Tierärztin des kleinen Ortes kam sofort und legte einen Zugang für eine Infusion, damit ihm regelmäßig, aber behutsam Flüssigkeit zugeführt werden konnte.
Wir waren in großer Sorge, ob der Hund es schaffen würde. Aber er war wohl ein Kämpfer, er wollte leben. Und so waren wir überglücklich, als wir drei Tage später erfuhren, dass er auf dem Weg der Besserung sei und von Paola und Pierpaolo nach Stintino geholt worden war, damit er dort weiter medizinisch betreut werden konnte.
Bert, wie er nun genannt wird, geht es nun langsam aber stetig immer besser. Und wir hoffen sehr, dass einer guten Zukunft für ihn nichts mehr im Wege steht.
Sobald Bert richtig gesund und fit ist, möchten wir ihn nach Deutschland holen. Hier soll er dann sein Traumzuhause finden bei lieben Menschen, die ihm engen Familienanschluss schenken. Da er vermutlich auch Maremmanogene in sich hat, wünschen wir uns für ihn - neben einem passenden häuslichen Umfeld -, dass seine neue Familie möglichst schon Herdenschutzhund-Erfahrung hat oder zumindest bereit ist, sich mit der Rasse zu befassen und Empfehlungen umzusetzen.
Wenn Bert Ihr Herz berührt, dann freuen wir uns über Ihre Nachricht.