Leider erreichte uns die traurige Nachricht, dass Nova, ehemals Sonda, verstorben ist. Bei ihr wurde bereits als Junghund Arthrose diagnostiziert, was eine intensive tierärztliche Betreuung und die dauerhafte Gabe von Medikamenten mit sich brachte. Kurz vor ihrem 11. Geburtstag entwickelte sie ein Magengeschwür, was eine sinnvolle weitere Behandlung unmöglich machte. Ihre Familie entschied sich daher, sie gehen zu lassen, um sie nicht unnötig leiden zu lassen. Machs gut, liebe Nova, Du bleibst unvergessen.
Lesen Sie hier die Abschiedszeilen ihrer Familie:
"Liebe Nova,
jetzt ist er da, der Moment vor dem mich immer so graute. Als Admin bei proTier fällt der Bereich "In Memoriam" seit einigen Jahren in meine Zuständigkeit. Es ist ein wichtiger und besonderer Teil der Webseite. Ich lese sie also alle, ich bringe sie alle online. Damit sie nicht vergessen werden, damit man einen Ort hat, zu dem man zurückkehren kann. Und bei jeder einzelnen Geschichte über ein gelebtes Hundeleben, egal wie lang oder kurz es war, fühle ich mit und habe nur allzu oft Tränen in den Augen, wenn ich die Abschiedsbriefe lese und mit all den Menschen mitfühle, die grade ihren geliebten Begleiter verabschieden mussten. Und ich wusste immer, dass ich irgendwann die Geschichte über dein Leben schreiben muss und sie hier auf dieser Seite veröffentlichen werde. Weil es keine Möglichkeit gibt, das zu verhindern. Und ich wusste ebenso, dass ich es wahrscheinlich nicht schaffen werde, dir in ein paar Zeilen gerecht zu werden, aber es natürlich trotzdem versuchen werde. Weil man über dich und deine Persönlichkeit eigentlich ein Buch schreiben müsste. Aber in erster Linie, weil deine Geschichte es wert ist, erzählt zu werden.
Schon der Beginn unserer gemeinsamen Zeit war wie aus einem kitschigen Film. Wir hatten uns eigentlich für deine Schwester angemeldet, aber beim Besuch auf der Pflegestelle hat sie uns keines Blickes gewürdigt. Wir waren scheinbar nicht ihr Typ. Du warst da ganz offensichtlich anderer Meinung, hast dich kurzerhand auf die Füße meiner Frau gesetzt und deinen treudoofsten Blick aller Zeiten aufgesetzt - die Sache war damit natürlich geritzt und du bist eingezogen. Du hast dich schnell eingelebt, warst anhänglich und zuckersüß, aber die Welt vor unserem Grundstück war dir nicht geheuer. Wir zwei haben eine Woche lang nichts anderes geübt als "zum Gartentor raus - zum Gartentor wieder rein". Die ersten Monate warst du auf den Spaziergängen überaus zurückhaltend und wir waren nicht sicher, ob du diese Ängste jemals ganz loswerden wirst. Wir hatten ja keine Ahnung, dass du offenbar über einen eingebauten Schalter verfügt und beschlossen hast, diesen nach einem Weilchen umzulegen. Zack, anderer Hund: entspannt, neugierig und freundlich zu allen Zwei- und Vierbeinern. Hätte also alles richtig, richtig gut werden können, wäre da nicht kurz vor deinem ersten Geburtstag diese Lahmheit aufgetreten. Wie sich schließlich herausstellte war es Arthrose in beiden Vorderbeinen. Das war der Startschuss für unsere goldene Mitgliedskarte in der Tierarztpraxis. Für dich hat sich nichts geändert, außer regelmäßigen Besuchen bei Frau Dr. K. Für uns war es nicht so leicht zu verdauen, da niemand sagen konnte, wie lange wir dich schmerzfrei halten konnten und wir schonend darauf vorbereitet wurden, dass wir möglicherweise gar nicht so viel Zeit haben, wie man sich zu Beginn immer wünscht. Deine Tierärztin war es auch, die dich so treffend beschrieb, als sie dich einer neuen Angestellten mit den Worten vorstellte: "Dieser Hund besitzt ein außergewöhnlich sonniges Gemüt". Und damit hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Und das lag nicht nur daran, dass ich dich immer abgeleint habe, wenn wir aufgerufen wurden, weil du dann schnurstracks ins Behandlungszimmer gerannt bist, um auf den Tisch zu klettern und dir dein erstes Leckerli abzuholen. Was sich über all die Jahre nie geändert hat, trotz engmaschigen Untersuchungen, unangenehmer Mobilitätschecks, Operationen und später monatlichen Spritzen.
Dieses sonnige Gemüt hat auch dafür gesorgt, dass du trotz Arthrose beschlossen hattest, dir einfach eine verdammt gute Zeit zu machen und dich von den ganzen körperlichen Einschränkungen, die über die Jahre dazukamen, nicht im Geringsten beeindrucken zu lassen. Du hattest 24 Stunden am Tag gute Laune, hast dich für einen waschechten 30-Kilo-Schoßhund gehalten und warst der Stützpfeiler für unseren Zweithund und Deprivationskandidaten Loki. Der läuft übrigens rum wie Falschgeld, seit du ihm nicht mehr erklärst, wie die Welt funktioniert. Du hast Haus und Grundstück mit Hingabe bewacht, aber sobald wir die Person hereingelassen haben, wolltest du super extrem dringend mit ihr befreundet sein. Auch da hattest du offenbar einen Schalter für. Kurzum, du warst ein echtes Goldstück. Aber vor allem warst du eins, nämlich der tapferste Hund der Welt. Als die Arthrose langsam anfing, ihren Tribut zu fordern, kamen dann auch noch Probleme mit der Hüfte dazu. Eigentlich hättest du schon vor einer Weile vier neue Beine gebraucht, aber deine Lebensfreude hat nie auch nur den allerkleinsten Kratzer bekommen. Du hast einfach weitergemacht wie immer, alle Leute um dich herum mit deinem Charme bezaubert, uns mit deinem inneren Spielmatz so oft zum Lachen, oder mit deiner unglaublichen Ausdauer beim Bearbeiten von deinem Quietscheball im Garten zur Verzweiflung gebracht. Die letzten Monate hast du dich mit der allergrößten Selbstverständlichkeit im Buggy auf die Gassirunden schieben lassen. Hätte wirklich nur noch gefehlt, dass du den staunenden Passanten royal zugewunken hättest. Du warst schlicht der liebste, beste Hund für uns und ein absolutes Unikat. Am Ende war es dein Körper, der kapituliert hat, nicht du. Und wir haben unsere letzte Aufgabe erfüllt, denn du hast wahrlich lange genug gekämpft. Du wurdest unendlich geliebt und fehlst uns und unseren Freunden fürchterlich. Es war uns ein Fest mit dir - was hoffentlich auf Gegenseitigkeit beruht. Danke, dass du uns damals ausgesucht hast. Im nächsten Leben finden wir uns wieder. Versprochen!
P.S. Du hattest die niedlichsten Stehklappfalt-Dobby-Ohren der Welt!"
Wenn Sie Novas Geschichte nachlesen möchten:
Über die Gedankenlosigkeit, eine unkastrierte Hündin gemeinsam mit einem potenten Rüden im gleichen Zwinger zu halten, möchten wir an dieser Stelle nicht diskutieren. Dies ist leider das Problem, dem wir täglich begegnen und das wir versuchen durch Aufklärung und aktive Unterstützung - sprich Kastration zumindest der Weibchen - zu lösen. Wenn die Babys dann schon da sind, können wir natürlich nur noch die Kleinen übernehmen und weiteren Nachwuchs verhindern. Wie in diesem Fall: Die neun Kleinen - davon sechs Weibchen, und was das bedeuten würde, wenn sie auf Sardinien blieben, kann sich jeder leicht ausmalen - werden von uns übernommen, die Mama wird kastriert.
Die drei Jungs Scubi, Shaki und Super sowie die Mädels Sonda, Stella, Silvana, Silla, Selli und Sara konnten ihre ersten Lebenswochen sehr familiennah verbringen, was auf Sardinien ja leider auch keine Selbstverständlichkeit ist. Der Sohn der Familie beschäftigt sich sehr viel mit den Kleinen, und dadurch sind sie sehr fröhliche, unbefangene und entspannte Hundekinder, die vor Lebensfreude sprühen. Es war herzerfrischend, sie beim Spiel zu beobachten. Auch mit den ebenfalls zur Familie gehörenden Katzen waren die Kleinen sehr vertraut.
Gerne würden wir ihnen die Chance auf ein glückliches Hundeleben ermöglichen und suchen daher liebevolle Zuhause in Deutschland, in dem sie ihre Kindheit genießen dürfen. Bitte bedenken Sie aber, dass sie Maremmanomixe sind, daher besondere Bedürfnisse und Anforderungen haben und wir Hunde dieser Rasse ausschließlich in entsprechend geeignete Familien mit Herdenschutzhund-Erfahrung vermitteln.
05. Oktober 2013: Sonda ist heute in ihr neues Heim nach Wenzenbach gezogen. Die beiden Frauchen freuten sich schon eine ganze Weile, die Maus endlich abholen zu können. Sonda nennt nun ein großes Haus mit schönem Garten ihr Eigen und muss lediglich das Sofa mit den beiden Katzen der Familie teilen. Wir freuen uns, dass die Fellnase ein solch schönes Zuhause gefunden hat, und sind schon gespannt auf zukünftige Berichte und Bilder.
15. Oktober 2013:
Sonda, die nun Nova heißt, hat sich in den letzen paar Tagen bereits gut bei ihrer neuen Familie eingelebt; Wohnung und Garten werden immer sicherer erkundet und genutzt. Die Welt vor dem Gartentor ist ihr teilweise noch nicht ganz geheuer, aber das wird mit der Zeit noch.
Hier der erste Bericht der Familie: "Die WG mit den beiden hundeunerfahreren Katzen klappt erstaunlich gut. Nova wedelt mit vollem Körpereinsatz, wenn sie eine sieht, bedrängt aber kein Stück. Die Stubentiger halten sich gerade noch auf Sicherheitsabstand, sind aber sehr neugierig. Aktuell sind alle Parteien eher zurückhaltend und überrascht, wenn man sich irgendwo Nase an Nase begegnet. Mit ein bisschen Zeit wird das sicherlich eine gute Kombi werden :-)
Ansonsten schafft Nova es dauernd, dass das XXL-Körbchen einen zu kleinen Eindruck macht - ihre unmöglichen Schlafpositionen sind schuld ;). Jeden Tag wächst das Vertrauen ein Stückchen, und die ersten Kommandos werden schon fleißig geübt. Demnächst steht dann noch Hundeschule auf dem Programm, aber das wird für das kluge Köpfchen sicher ein Klacks. Sie ist ein ganz süßes Mädchen, und wir werden hoffentlich bald ein eingeschworenes Team!"