Leider erreichte uns die traurige Nachricht, dass unser Senior Nonnino verstorben ist. Er ist in den Armen seines Frauchens verstorben. Der liebenswerte Nino, wie er gerufen wurde, war gleichermaßen Menschenfreund, Katzenliebhaber, Vogel-Babysitter und Hundekumpel, einfach ein ganz besonderer Hund. Viele schöne Erinnerungen an ihn bleiben, aber der Abschied fiel seinem Frauchen sehr schwer.
Auch das proTier-Team ist traurig über diesen Verlust. Aber Wolfgang und mich traf die Nachricht ganz besonders, denn Nonnino hatte schon, als er noch in der LIDA war, unser Herz berührt. Als er dann nach Deutschland in eine Pflegestelle reisen durfte und schon kurz darauf der Anruf von E. kam - einer treuen Freundin unseres Vereins mit riesigem Tierschutzherz, der wir auch persönlich seit vielen Jahren eng verbunden sind -, waren wir überglücklich. Wir wussen, es konnte kein besseres, liebevolleres Zuhause für den kleinen Schatz geben. Wir freuten uns über all das Schöne, das Ninchen, wie er liebevoll genannt wurde, erleben durften. Wir litten mit, als es ihm schlechter ging, und wir ahnten, dass er diese Welt bald verlassen würde.
Tröstlich ist für uns nur der Gedanke, dass Nonnino seine letzten Jahre in Geborgenheit verbringen durfte und sehr geliebt wurde. Machs gut, lieber Nino, du bleibst unvergessen.
Lesen Sie hier die Abschiedszeilen seines Frauchens:
~ Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel wird. ~
"Die Sonne in meinem Leben ist am 18. Dezember 2024 für immer erloschen. Nino, deine Zeit war gekommen, Dein Alter, von Entbehrungen und Misshandlungen geschundener Körper wollte und konnte nicht mehr. Als Du am 1. Oktober 2022 zu mir kamst, wusste ich, dass unsere gemeinsame Zeit aufgrund deines hohen Alters und Deiner schweren Gebrechen begrenzt sein würde. Und dass sie niemals ausreichen würde, um all die Grausamkeiten, die man Dir auf Sardinien angetan hatte, auszugleichen.
Ich wollte alles dafür tun, dass diese Zeit die schönste in Deinem Leben wird. Ob es mir gelungen ist, weiß ich nicht, aber ich habe Dich unendlich geliebt. Es wurden wunderschöne 2 Jahre, 2 Monate und 18 Tage. Als Du aus Sardinien kamst, warst Du völlig blind und taub. Die Augen drohten auszulaufen, nachdem man Dir dort vermutlich Säure darauf geschüttet hatte. An Deiner Wirbelsäule fehlten mehrere Bandscheiben und es hatten sich schmerzhafte Spondylosen gebildet. Dein rechter Femurkopf war komplett zerstört - wahrscheinlich, weil Du an der Kette gehalten wurdest. Und dann kam letztes Jahr auch noch der Krebs dazu. Du hast all das tapfer und geduldig ertragen, hast Dir nie etwas anmerken lassen und fröhlich und dankbar Dein neues Leben genossen, als ob Du noch nie woanders gewesen wärst. Wir haben zusammen gelitten, gekämpft und gehofft, und meistens hast Du mich getröstet, mein kleiner, tapferer Kämpfer. Ich vermisse Dich entsetzlich. Du hinterlässt eine Leere in mir, die ich nicht in Worte fassen kann.
Nino, mein Sonnenschein, dein Licht ist erloschen, aber die Wärme, die Du in mein Leben gebracht hast, wird für immer in meinem Herzen bleiben. Danke für die gemeinsame Zeit, Du wunderbare Hundeseele."
Wenn Sie Nonninos Geschichte nachlesen möchten:
Das Rifugio ist immer voll, ein Aufatmen kennen sie in der LIDA nicht. Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Probleme, in die viele Sarden durch die Corona-Maßnahmen geraten sind, nicht überwunden. Manche Leute geben ihr Tier persönlich ab und bitten um Hilfe, manche stellen sie einfach im Karton vor das Tor der LIDA oder binden sie dort an. Und die Touristensaison läuft auf Hochtouren … es vergeht daher kaum ein Tag, an dem keine Tiere gefunden und abgegeben werden. Außerdem werden von den Helfern der LIDA ebenfalls zahlreiche Streuner aufgelesen. Niemand wird abgewiesen, auch wenn man im Rifugio wie immer am Rande des Belastbaren ist.
Dieser kleine Hund wurde von Touristen entdeckt, als er ziellos und offensichtlich auch orientierungslos in der Nähe einer Landstraße unterwegs war. Sie sicherten ihn und sahen dann auch gleich, warum er so hilflos erschienen war: Der kleine Hundemann, der – wie sie schätzten – sicherlich schon recht alt war, hatte ganz trübe Augen: Er war entweder völlig blind oder sah maximal noch Schatten. Wahrscheinlich war er seinen Besitzern nun lästig geworden, und so hatte man ihn einfach „entsorgt“ und seinem Schicksal überlassen.
Die Touristen wollten den Findling nicht dort in der Campagna nahe der Landstraße lassen, sie nahmen ihn mit und brachten ihn ins Rifugio der LIDA.
Hier war der alte Herr dann in Sicherheit, und es wurde sich sogleich liebevoll um ihn gekümmert. Nonnino (Opi), wie der kleine Hund genannt wurde, ist ein ganz liebenswürdiges Kerlchen. Er hat sich schon in die Herzen aller LIDA-Mitarbeiter geschlichen. Nonnino ist auch nicht nur freundlich zu Menschen und glücklich, wenn man sich mit ihm beschäftigt. Er ist auch verträglich mit anderen Hunden – Rüden und Weibchen – sowie auch Katzen. Die LIDA-Mitarbeiter sagen, er sei ein „richtiges Herzchen“.
Leider ist das Rifugio derzeit so übervoll, dass es kein Gehege gibt, in das gesetzt werden könnte, um etwas Gesellschaft zu haben. Er verbringt – mit Ausnahme kurzer Zeiten in einem kleinen Welpengitter – nun sein Leben in einem Käfig. Das tut uns unsagbar leid. Und wir wünschen uns daher sehr, dass wir schnell eine Pflegestelle oder sogar ein Endzuhause für Nonnino finden können, damit er den engen Käfig bald hinter sich lassen kann.
Er hätte es so sehr verdient, bei lieben Menschen noch ein paar schöne Jahre zu verbringen. Auch wenn er nur noch Schatten sieht, so kommt er damit gut zurecht und wird sich in einem neuen Zuhause schnell eingewöhnen und auch gut orientieren lernen.
20. August 2022:
Nonnino durfte auf seinen deutschen Pflegeplatz reisen.
09. Oktober 2022: Für Nonnino hat sich ein ganz tolles liebevolles Gnadenbrotplätzchen im hessischen Büdingen gefunden. Sein Frauchen unterstützt proTier schon viele, viele Jahre, insbesondere gilt ihr Engagement gerade den älteren oder behinderten Vierbeinern. Nonnino teilt sich sein Zuhause mit 10 Katzen, die alle sein Schicksal erlitten haben:Sie waren einfach nicht (mehr) gewollt. Nino, wie er nun gerufen wird, versteht sich mit den Samtpfoten hervorragend, manche von Ihnen verteilen schon „Küsschen“ an das neue Familienmitglied. Nino liebt seine kleinen Spaziergänge auf der angrenzenden grünen Wiese und zeigt sich voller Entdeckergeist. Nach den Runden mit Frauchen nimmt er sein Plätzchen auf dem Orthobett ein. Seine Wehwehchen sind zwar da, aber mindern seine Lebensfreude in keinster Weise. Nino ist wirklich ein kleines Schätzchen, ein ganz besonders liebenswertes Kerlchen. An der Stelle bedanken wir uns auch sehr bei Nonninos Pflegestelle, die ihm den Schritt aus dem sardischen Tierheim nach Deutschland ermöglicht hat. Toll, dass er diese Chance erhalten hat. Lieber Nino, mach Deinem Frauchen weiterhin viel Freude. Wir „Tanten“ vom Verein freuen uns so sehr über dieses Zuhause, in Kontakt bleiben wir sowieso! Von Herzen Danke!